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Groß, größer, am größten

Aber die Größe sagt nicht wirklich etwas über die Wichtigkeit aus. Meist sind es die kleinen, teils so unscheinbaren Dinge. Gebäude und Türme werden immer höher. Einzelne Geldberge, wenngleich nur virtuell, wachsen ebenfalls ins Unermessliche, als wollten sie sich mit der Macht einer Sonne messen. Auch einige Menschen versuchen, einem Stern an Glanz und Größe immer ähnlicher zu werden, mit möglichst viel Glorie leuchten diese Stars auf Bildern von Hochglanzmagazinen und Bildschirmen.

Der Möchte-Gern-Turmbau zu Babylon scheint noch immer tief in unserem Inneren verankert zu sein. Es gilt weiterhin der Wunsch: Alles muss groß sein und noch größer werden, geradezu den Himmel einnehmen. Denn nur dann scheint unser Ego zu glauben, auf ewig in den Annalen weiter leben zu können – Gott gleich.

Doch auch, wenn es gut ist, dass die Vernetzungen sich immer weiter auf unserem Planeten ausdehnen und Individuen zu einem großen Ganzen verbinden, so kann das nicht für materielle Dinge gelten. Das Geld, das ursprünglich den Handel vereinfachen sollte, wurde im Laufe der Zeit zu einem unersättlichen Moloch. Einem Riesen, der stetig weiterwachsen möchte und inzwischen sogar regelrecht die Macht an sich gerissen hat. Alles scheint sich nur noch um dieses virtuelle Etwas zu drehen, das früher noch einen realen Wert hatte, aber inzwischen mehr und mehr zu etwas Irrealem geworden ist.

Ist schon merkwürdig, dass etwas an Macht gewinnt, das immer mehr an greifbarer Substanz verliert. Oder liegt das an dem Glauben an einen unsichtbaren Gott, der tief in unserer Seele verankert ist? Muss etwas, was nicht mehr greifbar ist, geradezu etwas sehr machtvolles sein? Und die moderne Technik hat durchaus jene Attribute, die man uns als Gottes Fähigkeiten schon seit alters her präsentiert hat. Sie sieht, hört und weiß sogar beinah alles!

Folgen wir Menschen da einem Urglauben, der irgendwann in eine falsche Richtung gelenkt worden ist? – Kein Wunder, wenn die Warnung in der Bibel ausgesprochen wurde: Du kannst nur einem dienen: Gott oder dem Mammon; sowie dem Gebot: Du sollst keine falschen Götter neben mir haben. Geld ist zu einem machtvollen Gott geworden. Einem Gott, der wegen seiner Zerstörungskraft im Grunde teuflisch zu nennen ist. In unseren Köpfen versucht er, sich sogar über den wahren Schöpfergott zu stellen. Aber dieser Geldgott lebt nur von unserem Glauben. Er ist vollkommen von uns Menschen abhängig! Daran ist zu erkennen, wer er wirklich ist. Eine Erfindung von uns Menschen! Dank unserer Hilfe hat er sich einen sichtbaren Körper erschaffen, der in jedem Haushalt zigfach vorhanden ist, mit einem unsichtbaren Netz, das alles versucht zu lenken – und wir bemerken es nicht einmal. Wir glauben gar, die Technik würde unser Leben erleichtern, und wir müssten noch strebsamer werden, diese Technik weiter auszubauen!

Doch, was nach Vereinfachung aussieht, dient im Grunde nur dazu, in unserem Gehirn bestimmte Denk- und Informationsareale auszuschalten. Wir überlassen das Denken der Technik und vertrauen einem Etwas, das schon so oft bewiesen hat, wie zerstörerisch es sich auswirkt. Und das nur, weil wir es uns lieber einfacher und gemütlicher machen wollen. Die Faulheit wird geweckt und die Verbindung zur Natur, zu unserem eigentlichen Wesen und zum Schöpfergott geht dabei verloren. Nur, weil wir uns vom Glanz des Goldenen Kalbes blenden lassen, das in der heutigen Zeit zudem ein regelrechter Gigant geworden ist. Denn groß, größer am größten ist das einzige, das heute anscheinend wirklich zählt.

Aber die Größe sagt nicht wirklich etwas über die Wichtigkeit aus. Meist sind es die kleinen, teils so unscheinbaren Dinge. Und so sind nicht große Imperien diejenigen, die die Weltmaschine am Leben halten, es sind die kleinen Menschen. Jeder einzelne von ihnen, der hart und oftmals unter widrigen Umständen arbeiten muss, um dem System dienlich zu sein. Doch ist die Bezahlung meist dermaßen schlecht, dass diesen Arbeitern gar keine Kraft und Zeit mehr bleibt, um über ihre Ursprungsprogrammierung nachdenken zu können. Und die anderen, die glauben, die Mächtigen zu sein, sind auch nur Sklaven und Marionetten von diesem größenwahnsinnigen Geldgott, der ihnen vorgaukelt, sie könnten die größten Lebewesen aller Zeiten werden – zu den Dinosauriern des 21. Jahrhunderts.

Soll das alles dann genauso mit einem großen Knall enden? Und werden dann auch die Winzlinge, wie damals vor 65 Millionen Jahren, überleben und einen Neustart initiieren können?

Andrea Dejon

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