Mensch zwischen Utopie und Realität

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Zeitreisen dienen lediglich einer Illusion

Ganz leise würde so mancher Geselle sich am liebsten davonschleichen von den Sorgen des Alltags, einfach mal Ängste und Nöte ausknipsen, als ob es sie nie gäbe. Wenn da nicht die knallharte Gegenwart ihn eines Besseren belehrt. Mensch zwischen Utopie und Realität, alleingelassen, sein Umfeld gefälligst zu meistern, ohne jedwede Fluchtmöglichkeit. Daher dienen auch Zeitreisen lediglich einer Illusion. Oder besteht ein wenig Hoffnung auf ein Wunder?

Wir wissen doch nur zu genau, wie die Welt tickt, in welcher seit Urzeiten versucht wird, dem Sinn allen Seins auf den Grund zu gehen, darunter erst recht die tiefe Sehnsucht, zwischen der Vergangenheit und Zukunft zu reisen, um oftmals Verfehlungen geradezurücken, ungeschehen zu machen. Lange vor Herbert George Wells „Zeitmaschine“ hat Mensch ohnehin das Geschehen durch Beobachtung zu werten versucht, in dem er seinen Blick gen Sternenhimmel richtete, dies schon vor über 35.000 Jahren.

Insofern verfügt die Astrologie und das Deuten in den Momenten der Geburtsstunden über einen enormen Erfahrungsschatz, der so manche Antworten liefern kann im Hinblick auf die zu erwartenden Tendenzen und Anlagen des jeweiligen Geburtshoroskopes. Ein Wagnis, in die Zukunft zu schauen? Wohl eher nicht, außer daß Scharlatane dies gern behaupten. Bedenken wir, daß jede Zukunft ihre berechtigte Entwicklung bereithält, gerade was die bevorstehenden Szenarien des Menschen anbelangt, nur wirklich wissen kann sie niemand, trotz mancher Prophezeiungen, die gar zutreffen.

Zeitreisen daher tatsächlich ein Menschheitstraum bleiben, Umfragen darüber, wer an sie glaubt oder nicht, wohl eher eine vergebene Mühe darstellen, zu nichts führen. Was sagen solche statistischen Zahlenwerte schon aus? Ablenkung von der eigentlichen bedrohlichen Wirklichkeit, die weltweit gnadenlos auf uns zukommt?

Nur einmal dürfen Sie raten, wo der Science-Fiction-Film „Zurück in die Zukunft II“ aus dem Jahre 1989 entstand? Na klar, aus den USA, dem Land, das für sich beansprucht, die Weltherrschaft zu übernehmen, die Menschen per Komödien und Tragödien in Action-Manier einzustimmen auf deren eigene Zukunft. Dazu zählt ebenso das Repertoire des Science-Fiction-Films. Welch simple, aber effektive Fügung. Festhalten sollte man trotz physikalisch-mathematischer Rechenmodelle: Zeitreisen können nicht stattfinden. Nur die unmittelbare Gegenwart dient als Raum der Gestaltung, wobei Mensch es stets in der Hand hat, unsere Mutter Erde vor noch mehr Zerstörung zu bewahren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Auf dem Weg geschenkter Strahlen

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Leben in den Koffer gepackt
Es war ein gehäkelter Beutel
Und wenn schon
Stimmt – er war nicht mal voll
Die Odyssee war drin
Der Rilke auch
Sie starrten auf meine Schuhe
Fremd ihr Lachen
Flüsternde Vorhänge
Und dieser ständige Lärm
Hinterglasmenschen
Panzerglas zum Anfassen
Bunte Flicken auf der Jacke
Kälte verbirgt sich hinter Mauern
Schritte hallen im Haus
Kieselsteine in der Tasche
Ich habe sie nicht gezählt
Sie fehlen jetzt im Garten
Hast du Odysseus verstanden
Welchen, viele habe ich getroffen
So viele auf ihren Irrwegen
Malte Laurids Brigge kam vorbei
Einmal ohne Endgültigkeit gedacht
Meine Liebe galt dem Mond
Sein geschenktes Licht
Auch nachts Schatten bewacht

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Glück ist der Mut zu Veränderung

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Meine Zweifel bekommt ihr nicht,
da könnt ihr Coolness versprühen,
Weltoffenheit als euer Sein anpreisen,
christliche Werte ins Gesicht pinseln,
bis ihr wie Speckschwarten glänzt.

Meine Stimme bekommt ihr nicht,
die Fäulnis der Vetternwirtschaft,
althergebrachte Zwangstradition,
ständiges Hofieren des Mammons
sind eure einzigen geistigen Heiligtümer.

Meine Zukunft bekommt ihr nicht
für eure vermoderte Ideologie
der ständigen Kapitalschöpfung
auf dem Rücken der Verschwendung,
weil nur Habitus bei Laune hält.

Meinen Willen bekommt ihr nicht,
denn ich bin nicht von Neid zerfressen,
brauche kein Bad in Selbstzufriedenheit,
Glück ist der Mut zu Veränderungen,
euer Wohl der Zwang zu Gedankengrenzen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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FFF mit Greta kurz vor der BTW in Berlin

And The Winner Is The Climate Crises

Jetzt am nächsten Freitag findet er statt, der zweite diesjährige globale Klimastreik. Am 19. März  gab es den ersten unter dem Motto „allefür1komma5“, mit über 1.000 Kundgebungen in 50 Ländern. Das soll im Herbst zunehmen mit mehr als 1.100 Aktionen in 78 Ländern.

Was mit dem ersten globalen Klimastreik per Titel Global Climate Strike For Future am 15. März 2019 seinen Beginn hatte mit über 2.000 Protesten in 125 Staaten, findet nicht zufällig nunmehr mit dem 8. globalen Klimastreik zwei Tage vor der Bundestagswahl statt.

Deutschlands Politik sei vollkommen unzureichend

Betont Greta Thunberg, die ganz gezielt mit dabei sein wird in Berlin. „Wir werden immer noch politisch betrogen“, so der Titel des Artikels im Tagesspiegel. Es würde ihr nicht darum gehen, daß die „richtige Partei gewählt werde, die Menschen zur Wahl gehen und für die Option stimmen, die sie für die Beste halten – oder die am wenigsten schlechte, wie auch immer.“ Ob das Zitat tatsächlich stimmt, bleibt mal dahingestellt, schließlich sollte längst deutlich sein, welche Parteien die Klimakrise eben nicht ernst genug nehmen!

Gretas Hauptkritikpunkt verbleibt in dem viel zu späten Ausstieg zur Kohleverbrennung Deutschlands erst im Jahr 2038. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens würden fast alle Staaten verfehlen! Einzig positiver Lichtblick sei der enorme Sinneswandel nahezu aller Parteien, zumindest die Ernsthaftigkeit des Klimawandels parteipolitisch zu bestätigen, äußerte sich Luisa Neubauer, vor zwei Jahren sei dies noch kaum geschehen.

Jede Menge deutliche Indizien – was geschieht nach der BTW?

Inzwischen kann niemand bestreiten, daß die Klimakrise die größte Bedrohung der Menschheit ist. Dennoch hält viel Tamtam ums Klima ohne Sinn und Verstand an. Man kann dies besonders bei den Wahlkampfveranstaltungen gewisser Parteien wie der CDU/CSU, der FDP oder bei den Nazis beobachten. Hilf- bis geistlose Gesten der Ahnungslosigkeit bis hin zu einer Arroganz, die kaum noch zu toppen ist, dabei Mutter Erde und Menschenleben gefährdet.

Es scheint wohl nicht auszureichen, was bisherig geschehen, hierzulande muß mit mehr Starkregen gerechnet werden, „Wenn es regnet, dann so richtig“, beschreibt der Spiegel. Eine Bestätigung dessen, was wir vor drei Jahren titulierten.

Verbleibt die Hoffnung, daß die Wähler sich dessen bewußt sind, welchen Parteien sie jetzt trauen sollten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Parteiengerangel

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Wir wollen keine Kirche im Dorf lassen,
überhaupt nichts verpassen,
viel eher ungebremst prassen,
rasen auf allen Straßen,
es zählen nur die oberen Klassen,
wir dulden selbst einen Maaßen,
im Schrank sind kaum noch Tassen.

Es zählt soziale Gerechtigkeit,
ein Politikwechsel ist längst bereit,
zuvor waren wir begrenzt zu zweit,
für manche gefühlt eine Ewigkeit,
doch die Menschen sind es längst leid,
es wird allerhöchste Zeit
für einen unverkennbar neuen Hype.

Mutter Erde umgeben von Grün,
vieles haben wir, aber keinen Spleen,
so manch Idee erscheint vielleicht kühn,
es gilt aber ernsthaftes Bemühen,
auch Hoffnung überall versprühen,
in Diskussionen für Standpunkte glühen,
nicht vor Konservativen knien.

Verschrien als ewiggestrig linke Socken
möchten wir dennoch mal andocken,
bloß nicht mit falschen Versprechen locken,
ein gewaltig herausfordernder Brocken,
unlösbar mit passivem Herumhocken,
vorbei jenes chaotische Abzocken,
es gilt, Nazis und Mächte zu blocken.

Hochstaplerisch erkennbares Prahlen,
das zeichnet sie aus, die Liberalen,
mit ihnen seien vorbei allerlei Qualen,
auf, auf, steigt mit ihnen in die Pedalen,
was interessieren schon Prognosezahlen,
sie stellen sich mutig den Wahlen,
um im Lichte gelb-blau zu strahlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nestlé: Größter Mineralwasserproduzent handelt unverantwortlich

Das „schmutzige Geschäft“ mit dem Wasser eine tickende Zeitbombe

Sie ducken sich weg, reden sich raus, verschanzen sich hinter gutdurchdachten Phrasen, rechtlich abgesichert, in der Finanz- und Geschäftswelt anerkannt hofiert, die Verantwortlichen des weltgrößten Lebensmittelkonzerns Nestlé S.A., geleitet von Ulf Mark Schneider und Paul Bulcke. Ob dieser die Folgen der Mineralwasserherstellung auch nur ansatzweise verantworten kann, bleibt mal dahingestellt, was allerdings das „schmutzige Geschäft“ mit dem Wasser trotz tickender Zeitbombe bis heute in keiner Weise beeinträchtigt.

Profitgedanken kennen mitnichten Grenzen, bedienen sich schamlos der globalen Geschäftspraktiken, benutzen Gesetzeslücken für ihre Zwecke, spielen Umweltbedenken stets herunter bei gleichzeitiger Werbung für den Umweltschutz, um Verbraucher und Regierungen zu blenden, Hauptsache das eigene Gewissen wird nach außen vermarktet beruhigt.

Am Anfang war nicht das Wort, sondern Nestlé

Was einem Anfang vom Ende gleichkommt, da dieser Konzern sein weltweites Monopol konstant vergrößert. Nun kann man in der Welt der Globalplayers von einem wahrhaftig imposanten Erfolg sprechen, was die Geschäftspraktiken des Konzerns anbelangen, vom kleinen Milchpulverherrsteller „Henri Nestle’s Kindermehl“ zum größten Lebensmittelkonzern.

Ein Paradebeispiel, welches dem Film „Pretty Woman“ durchaus Ehre machen würde, sind dessen Geschäftsübernahmen. Nach und nach gelang dem Konzern sich bei unterschiedlich ergänzenden Lebensmittelfirmen zu beteiligen oder sie gar gleich aufzukaufen. Dieser Konzern vergrößerte sich somit kontinuierlich und damit ebenso der Einfluß auf den Weltmärkten innerhalb der Lebensmittelbranche. Die „Liste von Nestlé-Marken“ kann jeder im Internet einsehen, um sich selbst ein Bild zu machen, was täglich auf dem Eßtisch landet.

Doch was erfolgreich im Sinne der Wirtschaft klingt, muß noch lange nicht als unbedenklich hingenommen werden. Dem Kritiker mag man Neid und Mißgunst zwar als Argument noch durchgehen lassen, jedoch können all die berechtigten Kritikpunkte nicht das Wirken des Konzerns entlasten, sie taxieren uns eben alle.

Bekanntlich ist Stillen nachwievor die gesündeste Art der Ernährung für Babys, kein Wunder daß ausgerechnet ein Dauerkonflikt entstand, der seinen vorläufigen Höhepunkt im „Nestlé-tötet-Babys-Konflikt“ (1974) hatte. Vom Versuch, Attac mittels eines Maulwurfs bei deren Arbeit zu einem kritischen Buch zu überwachen, über den Vorwurf zur Kinderarbeitsduldung, Tierversuche für Tee zuzulassen, anfänglich mit beteiligt zu sein bei der Regenwaldvernichtung, wohl weiterhin offen ist, inwieweit der Konzern mitwirkte bei der Ermordung kritischer Nestlé-Gewerkschafter in Kolumbien, über die Thematik des Wassers, die Palette der Vorwürfe und Kritik am Firmengeschehen ebbt keineswegs ab. Dieser Negativtrend setzt sich somit fort.

Dem größten Umweltskandal auf der Spur 

Die Tochtergesellschaft Nestlé Waters mit Sitz in Paris stieg 1992 ins Geschäft ein, erreichte es, der weltweit größte Mineralwasserproduzent zu werden. Allerdings zu welchem Preis, muß die kritische Hinterfragung lauten. Hatte bereits vor neun Jahren der Dokumentarfilmer Urs Schnell mit seinem Film Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser für Aufsehen gesorgt, reagierte der in die erneute Kritik geratene Konzern prompt mit einer geschickten Gegenkampagne, rechtfertigte sich im Internet auf der Seite „Bottled Life – Our position“, auf der er sämtliche Kritikpunkte negierte und schönredete, ohne daß der Verbraucher sich von dessen Wahrheitsgehalt wirklich überzeugen konnte. Es verbleibt ein fader Beigeschmack des berechtigten Mißtrauens, zumal Nestlé alles unternimmt, um jenes gar zu bestätigen.

Das hat die bisherige Vorgehensweise in Sachen Trinkwasser, in Schwellen- oder Entwicklungsländern das dortige Grundwasser einfach abzusaugen und in Flaschen gefüllt äußerst gewinnbringend zu verkaufen, gleichwohl nicht stoppen können. Dabei nutzt der Konzern geschickt Gesetzeslücken in den jeweiligen Ländern, die somit keine Handhabe besitzen, sich gegen das „rechtmäßige“ Vorgehen des Konzerns zu erwehren. Während meist der einheimischen Bevölkerung vor Ort es an sauberem Wasser mangelt, bedient sich Nestlé völlig schamlos.

Selbst die USA scheinen solche Machenschaften nicht verhindern zu können oder zu wollen, weil die dortigen gesetzlichen Bestimmungen ein derartiges Vorgehen nicht ausdrücklich verbieten. So entzieht der Konzern dem ansäßigen Morongo-Indianerstamm dessen Wasser im US-amerikanischen Riverside County (Kalifornien) und niemand vermag ihn aufzuhalten.

Doch die eigentlich „tickende Zeitbombe“, wohl eines der größten Umweltskandale, steht uns noch bevor. Nämlich genau dann, wenn die vielen Milliarden Tonnen Plastikmüll von sich auflösenden PET-Flaschen bis in die kleinsten Winkel der Ernährungskette die Menschen erheblich nachhaltig belasten werden, etliche langsam daran erkranken und sterben, dann darf auch Nestlé sich am berechtigten Pranger massiver Vorwürfe wähnen.

Der damalige Präsident des Verwaltungsrates von Nestlé (bis 2017), Peter Brabeck-Letmathe, erklärte kurzerhand, daß Wasser kein Menschenrecht sei, schon nutzt der Konzern seine Vorgehensweise aus, er wird ja nicht aufgehalten, solange Verbraucher und Politiker stillhalten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Mit Sand geprägt

© Doris Mock-Kamm

Sie war nicht sicher,
ob sie Wärme oder Kühle
von diesem Stein empfand.

Er glich einem Felsen,
der Himmel so nah,
fast zum Greifen die Erde.

Kam das schwebende Gleiten
von den baumelnden Beinen,
die dadurch Schwere verloren?

Sicher war sie sich nicht,
ob der große Stein
sie hielt oder fallen ließ.

Tränen spülten Sand
aus ihren trockenen Augen,
der an den Lippen haften blieb.

Können fließende Körnchen
mehr Weisheit in die Seele meißeln
als wahre Worte gehauen in Stein?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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