Krieg ohne jedwedes Zögern

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Der fünften Welt entgegen

Nach schier unendlichen Ewigkeiten
wir uns gezielt jetzt vorbereiten,
für den Ernstfall, den jeder kennt,
auch wenn die Zeit davonrennt.

Manchmal im Rückblick gar erkennen,
wir hatten stets gute Antennen,
doch niemand wahrhaben wollte,
was uns nunmehr einholte.

Dauerhaftes Zaudern Leben nimmt,
unbestreitbar jetzt auf Krieg getrimmt
Menschheit erneut hat versagt.
Weiter kein Gewissen Euch plagt?

Ja, Euch, die meist weggeschaut,
sein Kommen die Sinne beraubt,
während Massen unnötig leiden,
wegen Eurer Widerlichkeiten!

Gewiß, Vorwürfe im Raume stehen,
aber Medien einfach hinwegsehen,
weil die Hand, die ihr befiehlt,
ihnen ihr Rückgrat stiehlt.

Kann Zeit nunmehr Wunden heilen,
selbst die Klagen in jenen Zeilen?
Mitnichten, weil solch Ignoranten
meist keine Reue kannten.

Die Erde wird trübe sich fragen,
warum Menschen dies Leid ertragen,
wo doch alles hier geschenkt wurd’?
Fragwürdig und total absurd!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Eins-plus-Abi übersteigt jede Vorstellungskraft

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Streber auf Abwegen

Was für ein Segen! Klar doch, bloß nicht verkehrt verstehen, nicht des Christen Joch, wollt Ihr den Gag dabei etwa nicht sehen? Wer ne eins im Abi hat, der Notendurchschnitt damit wohl gemeint, der dreht danach so richtig am Rad, wie es wohl scheint.

Das Plus wäre somit gar besser als die magische Eins, weiß man von Stuttgart bis Mainz. In Deutschland seit Pisa-Studie die Penne ohnehin in Verruf steht, man sich daher fragt, wie dies denn geht. Ganz einfach Ihr liebe Leut’, das weiß man doch nicht erst seit heut’. Wer stets alles fleißig auswendig lernt, der dabei sein Gedächtnis entkernt. Wie das gemeint sei? Einerlei!

Hauptsache jener strebsame Notendurchschnitt, das bedeutet somit, man sei dann fit. Für was, der Neugierige nicht nur so fragt zum Spaß. An der Uni geht des Lernens Plage direkt weiter, na, wie heiter, alles für die zukünftige Karriereleiter. Wir leisten uns am Ende lauter Fachidioten, quasi eine Art Piloten. Diese fliegen durch Fachgebiete, keener zog dabei ne Niete. Doch sind sie auch menschlich zu gebrauchen? Eher selten, da kannste ene drauf rauchen.

Ihr wißt doch noch aus alten Schultagen, was es auf sich hat mit solchen Plagen. Jene Streber waren meist unbeliebt, haben stets die Stimmung versiebt. Nichts gegen fleißiges Lernen, aber man kann dabei och von allerlei sich entfernen. Den Blick für wichtigere Dinge verlieren, anstatt immer nur sich zu profilieren. Später im Berufsleben sind jene Streber meist der Liebling vom Boß, reiten daher hoch zu Roß. Wehe man versetzt ihnen nen Stoß. Dann ist vielleicht was los!?

Jetzt aber mal ganz im Ernst, wo doch so mancher von jenen Strebern schwärmt. Man kann sie schon dulden, ihnen gar was schulden, nach dem ein oder anderen Gag, welch Schreck, den man ihnen versetzt hatte. Egal ob in Deutsch oder Mathe, hinterher war’s schnell vergessen, obwohl manch einer jemand tat erpressen. Das sei doch nur gerecht, weil sich’s so schön rächt. Dabei vergißt der Streber alldieweil, niemand sucht wirklich so sein Heil, weil ständig die Eins bringen zu müssen, wirkt ziemlich beschissen.

Im normalen Leben gibt es halt nicht solch merkwüdiges Streben. Das System hat’s letztlich vergeigt, wie sich das ganz offensichtlich schon lange zeigt. Jene Leistungsgesellschaft tut gar nicht gut. Drum seid mal alle auf der Hut, was Ihr ranzüchtet für ne schräge Brut. Was nützen Leute mit einer Eins im Abi, ob mit oder ohne Hilfe gar von Pappi. Da draußen im Alltag will kaum jemand davon was wissen. Niemand ereifert sich im Normalfall verbissen. Es zählt ne gute Zwischenmenschlichkeit, die och mal bereit, über den eigenen Schatten zu springen. Davon kann ein jeder Beobachter manch Liedlein singen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Gedanken altern

© Doris Mock-Kamm

Quergestellt haben sie sich,
unüberwindbar,
ohne Paß kein Vorbeikommen,
Identität beraubt
mit einem Satz, einer Frage,
Feststellung,
stehe im Flur,
keinen Schritt geht’s weiter,
zuvor noch gemeinsam
gesungen lauthals,
im Bad, beim Anziehen,
ausgelassen waren wir,
trunken vor Freude
auf das Straßenfest,
ein einzelner Gedanke
formierte die Grenze,
zu alt ohne BH
vor die Tür zu gehen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Grönemeyers Appell vollkommen richtig

Mutig in Worten allein wird nicht ausreichen

Da sind sie erneut, die Menschen mit Rückgrat, die gerade in Zeiten eines Auftriebs der Neuen Rechten bereits als überlebensnotwendig bezeichnet werden müssen. Etliche Künstler sowie auch welche aus anderen Berufssparten lassen es sich nicht nehmen, bei jeder sich bietenden Öffentlichkeit, ihre berechtigte Kritik zu artikulieren.

Grönemeyer bezieht Stellung und wird prompt von Rechten angegriffen, nachdem er gleichzeitig sehr viel Zuspruch vom Publikum vor Ort in Wien erhalten hatte. Dabei sollte nicht außer acht gelassen werden, daß bereits in zwei Wochen die Nationalratswahl stattfindet, die einmal mehr erahnen läßt, inwieweit jene rechtsradikale Gesinnung sich erneut fomieren möchte. Da darf es dann auch schon mal betont deftig zugehen, was die gebotene Kritik, die Wortwahl anbelangt.

Exemplarisch die Beißreflexe gen Musiker

Die folgenden Drohungen seitens der Rechtsradikalen waren vorprogrammiert. Den Vogel schossen allerdings sowohl AfD-Politiker als auch ausgerechnet Bernd Stegemann ab, wenn Vergleiche zu Rednern vor 1945 gezogen werden. Das ist dermaßen verfehlt, daß man sich nur noch wundern darf.

Die Opferrolle jener AfD’ler ist hinlänglich bekannt, den Spieß einfach mal umzudrehen, die anderen nonchalant als Nazis zu beschimpfen. Aber daß ausgerechnet Bernd Stegemann sich dazu hinreißen läßt, stößt auf Unverständnis. Was hat Herbert Grönemeyers Rede mit einem solchen Vergleich zu tun? Nichts!

Heiko Maas’ Solidarität vorbildlich

Vor allem würde man sich das wesentlich mehr aus dem Munde etlicher Unionspolitiker wünschen. Andererseits bieten im Deutschen Bundestag nahezu sämtliche Abgeordneten geschlossen Paroli, in dem sie den Parteikollegen der AfD ihre kritisch-fundierte Meinungen entgegenschmettern. Gut so. Gerade in Zeiten, wo im Alltag des öfteren Politiker der etablierten Parteien Drohungen erhalten bis hin zu Morddrohungen.

Herbert Grönemeyer hat sich von Beginn an gegen den rechtsextremen Trend positioniert, zusammen mit anderen Musikern wie z. B. Wolfgang Niedecken oder Campino. Das macht Hoffnung, um noch viel mehr Zivilcourage an den Tag zu legen, die dringender denn je notwendig ist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ungeordnetes Gestern

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Mit dem Schuhkarton voller Erinnerungen
beginnt eine bequeme Reise ins damals,
Vergangenheit wird ganz nah gerückt,
ferne Momente gekleidet in neuen Gedanken,
niemals wird wirklich irgendwas aufgeräumt,
jeder Besuch hinterläßt noch mehr Chaos.
Warum sollte ich aufheben die Umverpackung
von Erlebtem, aus dem ich längst rausgewachsen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Österreich zurück zur rechtsextremen Ausrichtung

Norbert Hofer in den Fußstapfen eines Heinz-Christian Strache

Der letztmalige Bundeskanzler Sebastian Kurz versucht per zweiten Anlauf, die Geschicke des kleinen Österreichs zu lenken mit dieser vorgezogenen 27. Nationalratswahl jetzt am 29. September, nachdem wegen der Ibiza-Affäre er am 18. Mai sie beschlossen und verkündet hatte.

Anstatt aus den unübersehbaren Mißständen zu lernen, bestätigt dieser junge Kanzleranwärter erneut sein rechtspopulistisches Einerlei. Was noch hierzulande ein NoGo darstellt, die Zusammenarbeit auf Regierungsebene mit einer rechtsextremen Partei wie der AfD, scheint im Nachbarland Österreich so gar keine Probleme zu machen. Norbert Hofer wird offiziell FPÖ-Chef, – gibt es da etwa auch einen inoffiziellen, sei als Frage mal in den Raum gestellt -, und dieser Herr Kurz frohlockt.

ÖVP legt in den Prognosen obendrein noch zu

Von den Machenschaften des Sebastian Kurz sowie der Ibiza-Affäre bleibt fast nichts übrig mit Blick zu den letzten Prognosen vor der Nationalsratswahl. Demnach legt die ÖVP gar zu, würde einen Stimmenzuwachs von 1,5 Prozent erlangen. Während zwar die FPÖ einen Stimmenverlust von nahezu sechs Prozent hinnehmen müßte, wäre das erneut angestrebte Regierungsbündnis trotzdem nicht gefährdet, zusammen hätte es immer noch rund 53%.

Genauso wie hierzulande könnten wohl die Grünen zulegen mit acht Prozent mehr Wählerstimmen als viertgrößte Partei im Lande. Ebenso soll laut Prognosen die SPÖ Federn lassen mit einem Stimmenverlust von knapp fünf Prozent.

Wieviel Rechtsextremismus verträgt Europa denn noch?

Prinzipiell gar keinen möchte man den Menschen vehement entgegnen. Hat die Geschichte, das vergangene Leid nicht ausgereicht, um mehr als zu verdeutlichen, wohin eine derartig menschenverachtende Politik führt? Ganz offensichtlich nicht. Da können ein Herr Strache und dieser Sebastian Kurz sich dermaßen unerschrocken verhalten, quasi Frauenrechte und den Sozialstaat abschaffen, das österreichische Wahlvolk scheint nichts hinzugelernt zu haben.

Gleichzeitig steht auch wieder der Ex-Innenminister Kickl auf der Matte, um dreist herumzutönen, was unter seiner Führung alles geschehen würde. Der aufmerksame Beobachter fühlt sich unweigerlich in längst vergangene Zeiten der Nazi-Ära zurückversetzt. Unfaßbar, mit welcher Dreistigkeit solchen Wesen eine Bühne geboten wird! Europa wäre ziemlich gut beraten, endlich jene Entwicklung zu stoppen. Während in Italien ein Salvini zumindest vorläufig wieder in die Schranken verwiesen wurde, schaut es ganz danach aus, als ob in Österreich das Regierungsbündnis von ÖVP und FPÖ wieder ran darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Fettich mit fettig

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Es lispelte das Butterbrotpapier,
du hast mich beschmiert,
jetzt bin ich fettig,
war sicher nicht Absicht,
wie leicht passiert ein Unglück
mit ungeahnten Folgen,
die Schulhefte ölig,
meistens mindestens zwei,
ein Buch ganz glitschig,
der Ranzen glänzt
nicht nur im Licht,
die Brotscheib‘ schmeckt fad,
kein knisterndes Rascheln
beim Auspacken,
kein Speichel wird produziert,
die Finger schlierig,
das Brot zu trocken,
im Hals steckt ein Kloß,
der Appetit ist vergangen
durch eine Unachtsamkeit,
und ich krieg‘s aufs
Butterbrot geschmiert,
weil du dein Leid hast,
weil du nicht hast aufgepaßt,
weil du nicht sorgfältig
bestreichen kannst
eine kleine Fläche,
ist das so schwierig,
hirnrissig,
schwammig vernahm es mein Ohr.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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