Weisheit möge folgen

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Trockenheit zunehmend für Dürre sorgt,
was hat Mensch dabei nur ausgeborgt?
Ignoranz treibt Possen ohne Unterlaß,
Kapital und Globalismus macht dies Spaß.

Hauptsache der Profit am Ende stimmt,
Arbeitgeber auf Ausbeutung getrimmt.
Klima- und Umweltschutz interessiert nicht die Bohne,
auf daß Geldflüsse niemand mehr verschone.

Politik dabei sitzt sattelfest mit im Boot,
geprelltes Volk vor Wut sieht oftmals rot.
So hat manch Opfer das Nachsehen,
wie lang soll dies noch geschehen?

Aus der Geschichte bisher wurde wenig gelernt,
Mensch hat sich von seinen Geboten dabei entfernt.
Mögen folgende Generationen es besser machen,
eine andere, weisere Zeitepoche entfachen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bolsonaros Entgleisungen sprechen Bände

Südamerikanischer Faschismus auf dem Vormarsch

Dabei offenbart sich neben eindeutiger Körpersprache, Gestik und Mimik gleichwohl der direkte Sprachaustausch in der Öffentlichkeit, die Dreistigkeit eines diktatorischen Herrschers par excellence, die jenes brasilianische Staatsoberhaupt an den Tag legt, ohne jedwede Scheuklappen seinen Rassismus und die Sympathie zur ehemaligen Militärdiktatur auslebend.

Präsident Jair Bolsonaro entgleist verbal, die Welt schaut einfach zu und läßt ihn kommentarlos gewähren, ein Donald Trump hegt eher freundschaftliche Kontakte zu diesem, anstatt dessen umweltverbrecherischen Entgleisungen zu rügen. Verwundern mag dies mitnichten, die massive Amazonas-Regenwald Zerstörung trotz Klimastreiks wurde unter seiner Fuchtel erst recht fortgesetzt.

Verdoppelung der Amazonas-Regenwaldrodung

Ein Anstieg von 85 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor verzeichnen die Rodungen im Jahr 2019. Dies entspricht einer Fläche von zehn Mal Berlin, wer in der deutschen Hauptstadt gelebt hat, weiß, welche Größe dies folglich sein muß. Ausgerechnet in Zeiten, wo ohnehin völlig berechtigt auf den wertvollen Baumbestand der globalen Lunge im Amazonas stets hingewiesen wird.

Doch das weltpolitische Parkett läßt jene Verbrechen wider Natur und Menschheit einfach zu. Als ob dies noch nicht genug wäre, erdreistet sich Jair Bolsonaro obendrein, die Corona-Krise auszunutzen, um Umweltvorschriften erst recht zu lockern, wie Greta Thunberg völlig berechtigt anmahnt.

Lateinamerika driftet nach rechts

Trotz jener grausamen Vergangenheit. Das kann und muß man nicht verstehen, sondern zeigt gleichzeitig, wie unerschrocken die weltpolitische Lage solche Entwicklungen immer noch duldet. Die Neue Zürcher Zeitung thematisierte jenes unfaßbare Phänomen im Spätherbst des letzten Jahres, vor allem mit dem deutlichen Hinweis bevorstehender Wahlen sowohl in Peru als auch Venezuela in 2020.

Solange jene Verstrickungen bis weit hinein in finanzpolitische Verantwortung reichen, wird sich dieser Rechtsruck kaum bis gar nicht aufhalten lassen, sondern ganz im Gegenteil fleißig gefördert, zum Leidwesen der Bevölkerung vor Ort, der Umwelt und somit auch gegen die westlich-europäische Wertegemeinschaft, die sich den berechtigten Vorwurf gefallen lassen muß, zu wenig Humanismus als auch Umwelt- sowie Naturschutz einzufordern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Der kleine Faschist

Der kleine Faschist
manchmal traurig ist,
nie versteht man ihn nicht,
sein Wort hat kein Gewicht,
nirgends wird er erwähnt,
jeder stets gähnt,
unwichtig seine Sprache,
Langeweile seine Sache.

Der kleine Faschist
denkt, wichtig er ist,
seine Stimme gewaltig,
sein Wissen großartig,
er findet seine Anhänger,
die wie er Kostgänger
beim Laben an anderem Leid,
ihre Minderwertigkeit heilt.

Der kleine Faschist
kein Träumer ist,
wirklichkeitsgetreu ahmt er
jeden Lebensbereich totalitär,
egal ob Horror oder Freude,
er verbrennt Liebe wie Gebäude,
empfindet Haß als Genugtuung,
Zerstören bedeutet Befriedigung.

Der kleine Faschist
kein Einzelgänger ist.
Gefühlskälte ihr Muß,
fördert Hype zu mehr Genuß,
sie lechzen ständig nach Publikum
fürs gegenseitige Handlangertum,
es hilft, unter Zeugen zu quälen,
Helden aus dem Ego sich schälen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Die ganz eigene Welt der Gerüche

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Zwischen betörenden Düften und Höllengestank

Die olfaktorische Wahrnehmung, aus dem Lateinischen olfactus, das Riechen, der Geruch, mag in unserer technisierten Zeit des Lärmes, der visuellen Reizüberflutung immer mehr in den Hintergrund geraten sein, dennoch sollten wir sie nicht unterschätzen, was sie noch alles in uns auslöst, mitzuteilen hat.

In der Tierwelt würde das Ausbleiben dieses wichtigen Sinnes oftmals den Tod bedeuten. Vergessen auch wir Menschen nicht, wie wichtig die Unterscheidung der Riech- oder Duftstoffe sein können, ob wir es mit guter oder verdorbener Nahrung zu tun haben, von der Buttersäure als Anzeichen von Fäulnis, Schwefelwasserstoff aus Fäkalien oder gar Aasgeruch. Dabei hilft uns Menschen die Riechschleimhaut in der oberen Nasenhöhle, die wiederum die verschiedenen Geruchsmoleküle löst. Ungefähr 400 unterschiedliche Rezeptortypen haben wir zur Verfügung, wobei wir immerhin 10.000 Gerüche unterscheiden können.

Wir assoziieren dabei mit bestimmten persönlichen Erfahrungen, oftmals an Orte gebunden oder Ereignisse (episodisch-autobiographisches Gedächtnis). Die Riechschleimhaut selbst hat beim Homo sapiens die Größe einer Ein-Euro-Münze, hingegen die des Hundes zum Beispiel rund 40 Mal größer ist. Als große Schutzfunktion dient der Geruchssinn auch bei Atmungsorganen, so vor schädlichen Gasen, kann dann Brechreiz auslösen, regt bei guten Nahrungsmitteln und deren angenehmen Gerüchen den Speichelfluß an.

Das Bild des Waschbrettes erscheint plötzlich aus dem Nichts

Dabei sogar in Verbindung mit Mutter, die sich mühevoll der Arbeit der Wäsche hingibt, die Seifenlauge schäumt, es spritzt das Schmutzwasser aus der Wanne. Der Geruch der Kernseife hat diese Rückerinnerung ausgelöst, obwohl sie eigentlich geruchlos ist. Die Mischung ganz bestimmter Parfüme gibt ihr das bekannte Geruchsmuster. Und so setzen sich in unserem Alltagsleben die assoziierten Geruchserlebnisse fort, selbst die geläufige, redensartliche Formulierung, „Ich kann ihn/sie nicht riechen“, darf ruhig wortwörtlich genommen werden. Jeder Mensch hat ebenso seinen speziellen Geruch, der nicht nur mit Schweiß etwas zu tun haben muß – manchmal paßt es dann halt nicht.

Unser Gehirn hat ein riesiges Duft-Archiv parat, auf welches wir meist unbewußt zurückgreifen in allen möglichen- und unmöglichen Lebenssituationen. Die Rezeptoren in der Nase werden beim Riechen zunächst gereizt, wobei diese Signale anschließend über die Nervenbahnen ins Gehirn gelangen, Geruchserinnerungen werden im Langzeitgedächtnis abgespeichert, gleichzeitig werden aber auch die Duftsignale im Gefühlszentrum abgelegt, was wiederum ganz unterschiedliche Verhaltensreaktionen auslösen kann. Unsere circa 30 Millionen Riechzellen haben eine Lebensdauer von wenigen Wochen.

Versuchen Sie mal, einen Geruch zu beschreiben

Das ist eine Herausforderung der besonderen Art. Vergessen wir nicht, daß der Geruchssinn an Bedeutung verloren hat innerhalb unserer Entwicklung, ist nicht mehr überlebenswichtig. Da die Geruchsreize überwiegend im nonverbalen Teil der rechten Hirnhälfte abgelegt werden, besteht auch keine unmittelbare Nähe zu unserem Sprachzentrum.

Genau deshalb stellt dies zum Beispiel bei der Parfüm-Industrie sowie der Werbebranche ein Problem dar, sie können ihre Produkte kaum oder besser gar nicht präzise beschreiben. Bei Naomi Campbells Cat Deluxe können wir in der Produktbeschreibung lesen, es gebe „ein kraftvolles, blumig-fruchtiges Duft-Statement“ ab, welches „ebenso trendy wie verführerisch“ sei oder aber „ein Akkord aus Freesien und Kardamom dem Duft eine vibrierende Helligkeit“ verleihe. Mal ganz im Ernst, liebe Leser, mit diesem sicherlich gutgemeinten, kreativen Versuch, die Kunden zu überzeugen, kaufen würden Sie es aber nicht gleich aufgrund der Beschreibung, oder?

Sie werden sich schon selbst davon überzeugen wollen und erst mal eine Geruchsprobe sich genehmigen, die dann allerdings zu gänzlich anderen Ergebnissen kommen mag, als Werbung uns versucht aufzutischen. Und genau weil dies so richtig schwierig sich verhält, Gerüche zu beschreiben, hilft auch hier der Trick mit den bildlichen Reizen, dem TV, der Welt des Klanges, um Verbraucher zu umgarnen. Ist nicht weiter tragisch, wenn man’s weiß. Verlassen Sie sich lieber auf Ihre Nase, was wir im Übrigen durchaus trainieren können, unseren Geruchssinn wieder besser zu aktivieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Abschiednehmen – die letzte Lösung

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Der Tag zeigt seine folgenschwer tristen Seiten
im stetigen Prozedere auszuübender Pflichten,
während wir Gedanken still weiterleiten,
in der Hoffnung sich den Wünschen zu richten.

Doch nach Jahren vertrauter Zweisamkeit
am entfernten Horizont Zweifel sich erheben,
sind urplötzlich völlig unerwartet bereit,
der langen Beziehung den Laufpaß zu geben.

Was war geschehen, konnte unbemerkt wachsen
mit dieser Entfremdung trotz sicheren Hafen?
Den ernsten Sorgen weicht Befreiung durch Faxen,
die Nächte viel zu kurz, man kann nicht schlafen?

Entfremdung ohne gemeinsame Entwicklung
sich schon lang hat eingeschlichen,
verzweifelte Versuche einer letzten Forderung –
zu spät, es wird bereits stur ausgewichen.

Nach Wut und vielen Fragen folgt langes Schweigen,
verletzte Eitelkeit verdeckt die gekränkte Seele,
obwohl man ganz offen sich könnte zeigen,
kein Laut entweicht der heiseren Kehle.

Mit dem Eingeständnis der verlorenen Liebe
folgt wohldurchdachter Einsatz der neuen Lage.
Kein Platz mehr für die Befriedigung der Triebe,
was zählt, offenbart sich mit jeder gezielten Frage.

Es heißt jetzt Abschiednehmen mit ruhigem Verstand,
wie tagtäglich überall genauso geschieht.
Ein letztes Schütteln der altvertrauten Hand,
noch nette Worte ausgetauscht, man sich mal wieder sieht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Krise zwischen Bierlaune und berechtigter Vorsicht

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Von Entwarnung kann keine Rede sein

Betrachtet man allerdings das Verhalten etlicher ganz besonders in Großstädten und gewissen Brennpunkten, darf mit Fug und Recht behauptet werden, Leichtsinn sucht sich Wege unbesorgter Entfaltung. Was vor zwei Wochen noch sorgenvoll uns beschäftigte, das Laissez-faire der Lockerungen, bewahrheitet sich ganz offensichtlich.

Die Zahl der weltweit Infizierten übersteigt offiziell die 5-Millionen-Grenze, über 1,5 Millionen unter ihnen in den USA, mehr als 327.000 Erkrankte sind inzwischen verstorben. Nun könnte man ja leichtsinnig einwenden, bei der Spanischen Grippe seien rund 50 Millionen Menschen verstorben, die Covid-Todesopfer wären nur ein Bruchteil im Verhältnis zu damaligen Zahlen. Wer solches anregt, sollte aber hinzufügen, daß wir uns im Moment beim Beginn der neuen Pandemie befinden.

Neuinfektionen und Laschets hinkender Vergleich

Warnende Stimmen wurden bekanntlich kaum noch gehört, zumal mit den ersten Lockerungsmaßnahmen auch etliche sich berufen fühlten, sich dem erschreckend undifferenzierten Widerstand 2020 anzuschließen, der wohl eindeutig das Werk rechtsradikaler Kräfte sowie aus der Querfrontbewegung stammt. Hauptsache unsere Demokratie in Frage stellen und am besten zerlegen, so dessen Ziel.

Ebenso bei Hotspots wie in Berlin selbst steigt demnach wieder die Zahl der Neuinfektionen, was durchaus absehbar war. Das Verhalten des Nordrhein-Westfälischen Ministerpräsidenten  Armin Laschet kann letztendlich kaum noch verwundern, dessen Biergarten-Vergleich für Kita-Öffnungen entspricht seiner bisherigen Einstellung zur Corona-Krise. Daß sein Vergleich ziemlich hinkt, scheint ihn wohl eher nicht zu interessieren, sonst würde er verantwortungsvoller entscheiden. Etliche Virologen warnen keineswegs zufällig vor allzu leichtsinnigen Lockerungen.

Zu wenig gesicherte Erkenntnisse

Anstatt mehr Vorsicht walten zu lassen, reagiert auch die deutsche Politik inzwischen auf ungeduldige Stimmen. Zunächst offenbarte Bundeskanzlerin Angela Merkel ein hohes Maß an verantwortlichen Entscheidungen, was auch dazu führte, daß die Todeszahl im Vergleich zu anderen Ländern sich deutlich in Grenzen hält.

Trotzdem sind es inzwischen über 8.000 Todesopfer. Von einer Entwarnung kann folglich keine Rede sein mit steigenden Neuinfektionen sowie einer aktuellen R-Zahl von 0,88. Es fehlt eben noch an mehr gesicherten Erkenntnissen in dieser gerade begonnenen Pandemie, die uns wohl noch länger beschäftigen wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Glanz der anderen

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In meiner Ruhe
könnt‘ ich schrei’n,
schon mal durch
Fenster gesehen?

Verglasten Frust
kann man erspähen,
kein Vorhang hilft
ihn wegzuwehen.

Regenbogenfarben
in Schlieren,
Lebensstrahlen
hinter Glas stieren.

Schmierfilm verzerrt
die Ausblickgrenze,
Leid der anderen in Öl
verschwimmt in Gänze.

In meiner Ruhe
könnt‘ ich schrei’n,
lernt man durch
Einsicht verstehen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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