Catcalling nur bei Beleidigung strafbar


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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Hierzulande eine folgenschwere Grauzone

Was hat denn eine Katze zu sich zu rufen mit sexueller Belästigung, Reden, Nachpfeifen Frauen und Männern gegenüber zu tun? Insofern darf man ohne weiteres diesen Begriff Catcalling schon hinterfragen, kritisch betrachten. Dennoch hat sich jene Formulierung in der englischen Umgangssprache verselbständigt und durchgesetzt.

In Spanien gilt Catcalling seit Ende Mai als Straftat, schreibt Anna-Sophie Dreussi in ihrem Artikel für Vice, mit Warum Catcalling in Deutschland noch immer nicht verboten ist betitelt. Dabei erläutert sie, welche juristischen Möglichkeiten hierzulande bestehen, sich gegen Catcalling zu wehren, wie die deutsche Juristin Anja Schmidt betont.

Aufklärung und Gegenwehr nötiger denn je

Es dauert manchmal Jahrzehnte, bis in der Gesellschaft ein Bewußtsein sich entwickelt, sich eben nicht alles gefallen zu lassen. Erst recht, wenn diese ohnehin verroht, Gewaltszenarien zunehmen. Zusammenhänge finden daher keinesfalls zufällig statt. Insofern sollte bekannt sein, daß Sexismus exemplarisch für jede Gesellschaft ist, obwohl immer mehr Menschen darüber aufklären, sich dagegen wehren.

Natürlich schwingt die Rollenverteilung der Geschlechter im Diskurs zur Realität mit, die US-Amerikanerin Rebecca Chiao gründete HARASSmap, um ursprünglich ägyptische Frauen in ihrem Alltag zu stützen, die sexueller Belästigung ausgesetzt sind. Im Anschluß erfolgte seitens des Projektes, Inititiativen in anderen Ländern zu beraten.

Verpönung und Erziehung wohl die wichtigsten Stützpfeiler

Solange die Gesellschaft in den Ländern kein Bewußtsein über die folgenschweren Auswirkungen sexueller Nötigung und Belästigung gegen Frauen, aber auch gegenüber Männern entwickelt, um dies obendrein politisch zu lenken mittels Bestimmungen und Gesetzen, wird auch die Erziehung stets hintenanstehen. Das heißt im Kontext, daß Eltern dieses Wissen und somit Bewußtsein von sexueller Nötigung nicht ihren Kindern vermitteln.

Dabei haben der Staat, die Bildungsträger vom Kindergarten bis hin zu Schulen einen nicht unwesentlichen Anteil daran, jene Verhaltensweisen zu lenken bzw. zu korrigieren. Obendrein hat diese dramatische Entwicklung besonders mit dem Respekt den Opfern gegenüber viel zu tun. Da die Gesellschaft sich erneut von Sekten bevormunden und führen läßt, wie wir jüngst in den USA erleben durften per Urteil des Supreme Courts, darf sie sich nicht wundern, daß die alten Muster weiterbestehen. Durchbrechen wir sie, alle gemeinsam.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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