Für und gegen Frauen – Abtreibungsgesetze außer Rand und Band


Hierzulande Ende des §219a – in den USA das Recht auf Abtreibung gekippt

Oder sollte viel eher im Fall des dramatischen Urteils in den USA betont werden, daß Sektierer einen großen Rückschritt erzwungen haben, ausgerechnet im größten Land der freien Welt?! Man muß sogar! In Deutschland hat endlich die Ampelkoalition gestern die Streichung von Paragraph 219a beschlossen, mehrheitlich im Bundestag durchgesetzt.

Ein Grund zur Freude bleibt dennoch ziemlich getrübt, schließlich besteht weiterhin auch unsere freiheitliche Gesellschaft darauf, Frauen herabzusetzen, ihnen das Recht abzusprechen, ohne strafrechtliche Konsquenzen einen Schwangerschaftsabbruch selbst zu entscheiden, Ausnahmen regeln zwar der deutsche Paragraph 218 hierzulande, in den USA entschied gestern der Supreme Court, daß strengere Abtreibungsgesetze bis hin zu kompletten Verboten in einzelnen Bundesstaaten beschlossen werden sollen.

Stärkung der Selbstbestimmung für Frauen

„Die Strafverfolgung und Stigmatisierung bei Schwangerschaftsabbrüchen von Ärzten und Ärztinnen habe endlich ein Ende“, wie die Bundesfamilienministerin Lisa Paus zurecht betonte, ein guter Tag vor allem für Frauen. Obendrein braucht niemand zu befürchten, daß der Bundesrat einen Strich durch die Rechnung machen kann, lediglich dessen Beratung stehe noch an, eine Zustimmung durch diesen sei nicht notwendig, der Paragraph 219a wird endlich gestrichen.

Ende gut, alles gut? Nicht gänzlich. Weiterhin steht der §218 zur Diskussion, ist ein Dorn im Auge all derer, die Frauen wesentlich mehr stärken wollen. Quer zur Wirklichkeit betitelten Kirsten Achtelik und Hanno Voß ihren Artikel in der taz. In der Tat, die Wirklichkeit offenbart eine Dramatik für etliche Frauen, denn eine sogenannte Austragungspflicht verstößt explizit gegen die Menschenwürde, wie Ulrike Lemke, Professorin für Öffentliches Recht an der Humboldt-Universität Berlin, betont. Der §218 ist nicht in Stein gemeißelt, er kann genauso endlich geändert oder gar abgeschafft werden.

Biden fordert friedliche Proteste – laut Trump habe Gott entschieden

Selbstverständlich kann man Joe Biden nur zustimmen, das Oberste Gericht hat einen großen Fehler begannen, die Gesundheit und das Leben von Frauen werden in den USA wieder bedroht. Was für ein tragischer Rückschritt fast 50 Jahre nach der Entscheidung zum Recht auf Abtreibung.

Doch Donald Trump feiert das Urteil als von Gott gegeben, was wiederum mit dessen Forderung vom „Roe v. Wade“ paßt, die er bereits im Wahlkampf 2016 verkündet hatte. Welch brutal verlogene Einstellung, die gänzlich mit dem sektenhaften Gebahren einhergeht, Frauen keinerlei Rechte zuzugestehen, den Mann als Herrscher zu erheben. Mögen die erzkonservativen Richter in ihrem Sinne entschieden haben, für die betroffenen Frauen stellt das Urteil ein Schlag ins Gesicht dar.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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