Raubbau Ressource Sand: Von Kambodscha verschifft nach Singapur


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Bild von Dimitris Vetsikas auf Pixabay

Mensch schaufelt sein eigenes Grab – alles aus Sand gebaut?

Ohne Sand wären all die vielen weltweit vorhandenen Betonbauten lediglich Stahlgerüste, die keinerlei Schutz bieten würden in den Wolkenkratzern der Großstadtmetropolen. Was die einen brauchen, wird den anderen entnommen. Raubbau fand zischen Menschen letztlich schon immer statt, nur daß meistens kaum etwas dagegen unternommen, die Gesetze der Stärkeren, der Mächte, setzten sich durch, die Geprellten hatten das Nachsehen.

Warum sollte dies beim Raubbau der Ressource Sand sich anders verhalten? Gesagt, getan. Von Kambodscha wird das kostbare Sediment, nachdem es den Fischern in den Flußmündungen regelrecht zu deren Nachteil entnommen, direkt nach Singapur verschifft, hilft dortigst der boomenden Baubranche. Im Prinzip nichts Neues, findet leider global betrachtet ohnehin überall statt. Nur, daß inzwischen der Widerstand völlig berechtigt Wege der Bekanntmachung ersinnt.

Nicht Wüstensand, sondern Meeressand exzessiv begehrt

Manch jemand könnte auf die Idee kommen, belächelnd die Aufregung abzutun, es gäbe doch genug Wüstensand, und schon wäre die Baubranche befriedigt. Das Ganze hat einen entscheidenen Haken: Sand ist nicht gleich Sand. Meeressand ist daher exzessiv begehrt, weil dessen Eigenschaften enstprechend vorteilhaft im Gegensatz zu Wüstensand, so daß gerade aufgrund der enorm zunehmenden Nachfrage ein vorausschaubares Ende dieser lebensnotwendigen Ressource bevorsteht.

Schließlich rücken inzwischen Länder wie China, Brasilien und Indien nach, die Baubranche erwartet gierigen Nachschub. Gleichzeitig spielt der kostbare Rohstoff sowieso eine entscheidene Rolle beim Straßenbau (jeder Autobahnkilometer benötigt an die 30.000 Tonnen Sand), bei der Glasindustrie, Elektronik, Papier und Kosmetik. Selbst Küstenstreifen wollen gesichert sein, benötigen dort den Rohstoff beim Bauen.

Vor zehn Jahren drehte der französische Regisseur Denis Delestrac den Dokumentarfilm „Sand Wars“, wobei nicht nur die Notwendigkeit für die Baubranche betont wird, sondern ebenso deutlich die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des Raubbaus an Ort und Stelle, obendrein das Augenmerk zur illegalen Förderung dem Filmemacher wichtig war.

Sandraub schon länger ein Riesenproblem

Über die gnadenlose Nutzung wider die Natur berichteten wir vor gut vier Jahren. Auch mit dem Verweis zu Harald Leschs Dokumentarfilm Kampf um Sand. Seitdem hat sich die Menschheit leider viel zu wenig besonnen, dem Abhilfe zu verschaffen.

Jetzt hat im Frühjahr dieses Jahres sich die UN zu Wort gemeldet, fordert neue Regeln für Sandabbau. Ob sich die UN allerdings wirklich durchsetzen kann mit ihrer Forderung, bleibt mal dahingestellt. Viel Zeit verbleibt der Menschheit nicht, um ihr Verhalten real zu korrigieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Eine Antwort zu Raubbau Ressource Sand: Von Kambodscha verschifft nach Singapur

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Wüstensand ist vom Wind glatt geschliffen und hat daher die Eigenschaft sich zu verbinden verloren. Manche Meeresinseln sind schon vor 10 Jahren abgesackt, weil massiv Sand vor deren Stränden einfach abgebaut wurden.

    Gefällt 1 Person

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