Landtagswahl Nordrhein-Westfalen mit vier Wahlverlierern


Grüne verdreifachen ihr Wahlergebnis fast

Mit der historisch niedrigsten Wahlbeteiligung in NRW, sie konnte nur 55,5 Prozent verbuchen, erreichten die Sozialdemokraten obendrein ihr schlechtestes Wahlergebnis seit Bestehen der Bundesrepublik im bevölkerungsreichsten Bundesland. Wüst klarer Sieger – Regierung aber auch ohne CDU möglich. Insofern die Grünen der Königsmacher aufgrund ihres imposanten Sieges und des kläglichen Verlustes der Liberalen.

Christian Lindner sprach gestern von einem Desaster, während Hendrik Wüst davon überzeugt ist, mit Schwarz-Grün die Regierung bilden zu wollen. Es liegt somit an Mona Neubaur, inwiefern die Grünen mit der CDU tatsächlich koalieren können. SPD-Herausforderer Thomas Kutschaty betonte bereits am Wahlabend, eine Schnittmenge bei den Verhandlungen zu sehen, es gehe um mehr Bildungsgerechtigkeit und bezahlbaren Wohnraum, die Einleitung der Energiewende.

Rot-Grün nicht möglich, eine Ampelregierung schon

Selbstverständlich werden die beiden Gewinner der gestrigen NRW-Wahl zuerst mit Koalitionsgesprächen beginnen. Die CDU verbesserte sich um 2,7% auf 35,7%. Die SPD verlor 4,4%, mußte sich mit 26,7% zufriedengeben. Die meisten Stimmen verloren die FDP, sie büßte 6,7% ein, sitzt mit 5,9% im Plenum. Die Linke bleibt unbedeutend, bei hohem Verlust von 2,8% erreicht sie nur noch 2,1%. Die AfD büßt 2% ein und darf nochmal im Landtag sich platzieren mit 5,4%.

Die wirklichen Sieger sind die Grünen, sie gewannen einen Stimmenanteil von 11,8% hinzu, um somit im Ergebnis 18,2% zu erreichen, nahezu eine Verdreifachung der Stimmen im Verhältnis zur NRW-Wahl vor fünf Jahren.

Schwarz-Gelb wurde gestern abgewählt. Ob eine schwarz-grüne Koalition wie im Ländle auch in NRW folgt, wird sich zeigen. Für Rot-Grün reicht es nicht, hingegen eine Ampelregierung wie im Bund durchaus möglich zu sein scheint.

Merz sieht im Wahlergebnis einen politischen Stimmungstest

Hoch zu Roß kann man durchaus tief fallen, erst recht, wenn viel Arroganz im Spiel. Das scheint ein Friedrich Merz offensichtlich nicht zu beherzigen. Wer nach zwei Landtagswahlen davon spricht, es laufe bei den Christdemokraten, hat den Ernst der Lage ganz offensichtlich verkannt.

Aber auch die Medien spielen im selben Terrain, wie z. B. Sebastian Huld für ntv zum Besten gibt, der Kanzler ziehe nicht. Wir sollten doch mal die Kirche im Dorf lassen und besser genauer nach Nordrhein-Westfalen hinschauen, wo noch vor gar nicht so langer Zeit ein Armin Laschet kläglich versagte, die CDU genug Scherben hinterlassen hat, auch wenn die Sozialdemokraten kaum wirklich überzeugen. Am Ende haben es die Grünen in der Hand, den politischen Kurs zu bestimmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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