Wenn man des Hahnes Stimme lauscht


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Bild von Anthony Scanlon auf Pixabay

Jeden Morgen, er krähte,
müde ich nach dem Wecker spähte,
heute übertraf er sein Kikeriki,
es war drei Uhr in der Früh,
ich wünschte ihm mal wieder,
der Herrgott käme hernieder,
würde ihn ins Himmelreich nehmen,
so dachte ich, ohne mich zu schämen.

Die nächsten Tage schlief ich aus,
kein Stimmchen mehr rund ums Haus,
die folgenden Nächte waren fürchterlich,
Schuldgefühle plagten mich,
sein Tod als Sonntagsbraten,
in unser aller Erde Garten
sein Leben ich ihm mißgönnte,
den Wunsch ich doch zurücknehmen könnte.

An guten Schlaf war nicht zu denken,
nichts half, mich abzulenken,
unruhig wälzte ich mich im Bett,
kikerikite mit ihm im Duett,
Träume sind meistens surreal,
doch das krächzende Geräusch real,
wenn man des Hahnes Stimme lauscht,
während das Badewasser rauscht.

Der Hahn ist zurück,
welch pures Glück
durch meine Adern rinnt,
eine neue Zeit beginnt,
ich werde jeden Morgen genießen,
ihn mit einem Danke begrüßen,
er war für einen Hühnerstall ausgeliehen,
die Hennen dort jetzt seine Kinder großziehen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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