Franzosen entscheiden sich gegen Rassismus


Macron besiegt zum zweiten Mal Le Pen in der Stichwahl

Die Freude über diese wichtige Entscheidung muß man als getrübt werten, schließlich haben in der Stichwahl immerhin noch 41,45% der Franzosen die rechtsradikale Marine Le Pen gewählt. Ein dramatisches Zeichen. Dennoch gleichzeitig ein deutliches Signal gen Wladimir Putin, Europa bleibt im Wesentlichen geeint, sich von solchen Despoten nicht spalten zu lassen.

Während vor über zwei Wochen sich noch die Frage stellte, wer im Élysée-Palast übernimmt, hat sich dies in den zwei Wahlen inzwischen geklärt. Im politischen Trubel bleibt allerdings wenig Zeit, solche Siege auszukosten, bereits im Juni stehen die französischen Parlamentswahlen an, in zwei Jahren lauern die Republikaner mit einem eventuellen Donald Trump an deren Spitze, erneut den Nationalismus in den USA aufleben zu lassen.

Rechtsradikale wirken bereits entschieden zu lang

Immerhin hat Marine Le Pen knapp acht Prozent mehr Stimmen für sich hervorlocken können im Vergleich zur letzten Stichwahl vor fünf Jahren. Damals besiegte Emmanuel Macron sie überdeutlich, aber ein Signal gen Deutschland war es dennoch mitnichten, weil im Herbst dann die AfD in den Deutschen Bundestag gewählt wurde.

Jene dramatische Entwicklung nahm bereits mit dem Mauerfall an Fahrt auf, Rechtsradikale äußerten sich völlig ungeniert vor allem im Osten Deutschlands, denken wir an die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen vor knapp dreißig Jahren, wobei sich besonders die Union keineswegs freisprechen kann, schließlich heizte sie bereits in den frühen 1980er Jahren mit ihrer Ausländer- und Asylpolitik die Stimmung emotional auf, ebnete somit jenen Nazis den Weg!

Mélenchon holt auf – Die Linke hat hierzulande erheblich an Stimmen eingebüßt

Während Jean-Luc Mélenchon immerhin sich in diesjähriger Präsidentschaftswahl verbessern konnte, von 19,6% (2017) auf jetzt 22%, nur 1,2% hinter Marine Le Pen, die die Oberhand behielt, um erneut in die Stichwahl zu gehen mit dem jetzt bekannten Ausgang.

In Frankreich ein Gegengewicht zu den Rechtsradikalen durch die FI (La France insoumise), hierzulande die Linken mit Glück ins bundesdeutsche Parlament einziehen. Obendrein verwunderlich die Wählerwanderungen der Linken ausgerechnet zur AfD. Oder etwa eher erklärbar mit Blick zur Querfront, die gar keine Probleme damit hat, genauso wie Nazis mit einem Wladimir Putin liebäugelt? Unbedingt. Beispiele von ganz links nach rechts gibt es zugenüge, denk- und fragwürdig, ein gemeinsamer Nenner zum Extremismus. Den gilt es mit aller Entschiedenheit zu überwinden, das wird die Hauptaufgabe von Emmanuel Macron beinhalten neben all den anderen Sorgen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Dieser Beitrag wurde unter Politik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..