Wer übernimmt im Élysée-Palast?


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Wikimedia Commons CC BY 2.0

Frankreich ganz rechts oder eher republikanisch konservativ?

Ob Emmanuel Macron erneut die nächsten fünf Jahre in Frankreich regieren darf, entscheidet sich noch in diesem Monat bei den Präsidentschaftswahlen am 10. sowie 24. April. Von den zwölf Kandidaten/innen einschließlich des noch amtierenden Präsidenten haben fünf eine reale Chance, das Amt des/der 9. Präsidenten/in der Fünften Französischen Republik zu gewinnen.

Wir erinnern uns noch, daß Emmanuel Macron überdeutlich Marine Le Pen besiegt hatte, ein Aufatmen durch Europa spürbar zu bemerken war, niemand wollte die Geschicke Frankreichs einer rechtsradikalen Präsidentin überlassen. Dies verhinderte Macron, auch wenn dadurch dennoch hierzulande eine AfD im Deutschen Bundestag Platz nahm.

Erleben wir ein zweites Duell Le Pen-Macron?

Durchaus denkbar. In den Wahlprognosen liegt Marine Le Pen zwischen 15 und 25%, Emmanuel Macron zwischen 23 und 31%. Jean-Luc Mélenchon von der Partei La France insoumise, Unbeugsames Frankreich, könnte ebenso eine Rolle spielen mit dessen Prognose zwischen 11 und 19%.

Aber auch die anderen beiden, nämlich der rechtsextreme Kandidat Éric Zemmour sowie Valerie Précresse von den Republikanern haben noch eine Chance bei ihren Prognosen. Tatsächlich könnte es aber auf ein zweites Duell zwischen Le Pen und Macron hinauslaufen.

Geht Macrons Rechnung etwa auf?

Mit Blick zur Einschätzung des Historikers Joseph de Weck, den Marc von Lüpke und Florian Harms für T-Online interviewten, schaut es eigentlich nicht schlecht aus für Emmanuel Macron. Was ist sein Erfolgskonzept?

Zunächst blickt er als noch amtierender Präsident auf eine gewisse Erfolgsbilanz zurück trotz etlicher Widrigkeiten, von der Corona-Pandemie bis hin zum jetzigen Krieg in der Ukraine. Le Pens Nähe zu Putins Russland schadet ihr eher im Wahlkampf, obendrein spürt sie Gegenwind in den eigenen Reihen, sie sei nicht mehr radikal genug, was wiederum sich in mehr Zustimmung ihres Kontrahenten Éric Zemmour niederschlägt. Ob am Ende davon etwa Valerie Précresse profitieren wird? Jean-Luc Mélenchon hat es dabei gleichwohl schwer, Glaubwürdigkeit zu präsentiern, schließlich liebäugelte er ebenso zuvor mit Putin.

Wer ernsthaft die unterschiedlichen Szenarien abwägt, kann nur zum Schluß kommen, daß es für Frankreich das Beste wäre, wenn Emmanuel Macron weiterregiert. Eine rechtsradikale Regierung im Westen Europas mit einem abschließenden Rechtsruck in den USA möchten wir uns lieber nicht ausmalen zusammen mit einem Despoten Putin, der morgen schon von Lissabon bis Wladiwostok die Geschicke Europas bestimmen möchte!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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