Grünes EU-Label für Kernenergie hochbrisant


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Das deutsche Nein erwartungsgemäß ignoriert

Die deutsche Politik etwa in einer Pattsituation? Schließlich hat die EU-Kommission entgegen der festen Meinung der deutschen Regierung ein Öko-Label für Kernenergie und Erdgas beschlossen. Bei letzterem hätte die Mannschaft von Olaf Scholz noch kompromißbereit eine Weile lang zustimmen können. Hingegen war der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft längst vollzogen, ein Wiedereinstieg stand somit nicht zur Debatte.

Nunmehr glaubt die EU also, sie könne mit den neuen Klima-Siegeln bis 2050 klimaneutral werden. Welch fataler Trugschluß! Schon die beiden Super-GAUs von Tschernobyl und Fukushima vergessen, verdrängt? Daß die EU-Taxonomie von Beginn an ein großer Bluff sei, sollte jedem klar gewesen sein, der noch halbwegs kritisch die Sachlage durchschaut, erst recht mit jener Ignoranz seitens Ursula von der Leyen. Parallelen zu Günther Oettinger lassen sich nicht wegdenken, der schließlich neun Jahre sich in der EU-Kommission tummelte.

Eine Mehrheit zur Klage gegen die neuen Regeln eher unwahrscheinlich

Zumal wenigstens 20 Mitgliedsstaaten sich einig sein oder aber im Europaparlament über eine absolute Mehrheit verfügen müßten. Das trifft wohl eher mitnichten zu. Frankreich macht sich obendrein stark, verfolgt erneut den längst vollzogenen Weg der Atomenergienutzung, glaubt jetzt erst recht, aufs richtige Pferd zu setzen.

Wie schnell sich doch Meinungen ändern können bei geringsten Anlässen. Obwohl gerade die Klima-Krise uns alle doch zugenüge die Augen öffnen sollte, wesentlich genauer abzuwägen, hinzuschauen und vor allem auf die Warnungen der Wissenschaft zu hören. Wohl gemerkt, nicht auf diejenigen, die nur das große Geld wittern, ohne Rücksicht auf Gefahren oder Verluste.

Finnisches Atom-Müllendlager „Onkalo“ der rettende Anker?

Angeblich sollen diese Tunnel das größte Kernkraft-Problem lösen. Die finnische Firma Posiva protzt mit der Behauptung, „sie hätte eine Lösung, die ein Beispiel für die ganze Welt sei“. Davon kann keine Rede sein bei genauerer Betrachtung. Wer mit verkehrten Daten hantiert, obendrein gewisse Risiken ausschließt, muß sich die Kritik gefallen lassen, tatsächlich eher unseriös aufzuwarten.

Das scheint aber die EU nicht in Betracht gezogen zu haben, sondern ließ sich ganz offensichtlich blenden. Wer dermaßen blauäugig mal wieder auf die Versprechen von bestimmten Wirtschaftsinteressen hereinfällt, der hat noch nicht kapiert, was Sache ist. Es geht um Sicherheit, um das Wohl aller und eben nicht einiger Weniger, die sich schlichweg nur die Taschen vollstopfen wollen!

Wenigtens hat die Nuklearindustrie erste Bedenken, äußert sich skeptisch, weil sie Angst vor eventuellen Kosten habe, die sowieso eben nicht abschätzbar seien. Am besten, das ganze Projekt der AKW-Nutzung bricht wie ein Kartenhaus in sich zusammen, schließlich gibt es genügend Herausforderungen, tatsächlich klimaneutral zu agieren mithilfe erneuerbarer Energien ohne jene Risiken.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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Eine Antwort zu Grünes EU-Label für Kernenergie hochbrisant

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Da wurde nicht nur das deutsche Nein ignoriert, sondern auch die Intelligenz und die zahlreichen positiven Auswirkungen von AKW in Tschernobyl und Fukushima…

    Gefällt mir

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