Cremig verflossene Sterne


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Bild von Fine Mayer auf Pixabay

Mitunter
ist die Welt bunter
als angenommen,
denn es bekommen
manch Ansprüche
neue Anstriche.

Sträuße hätte er gerne,
cremefarben, als Sterne
dekoriert,
damit garantiert
seine Überraschung
sie bringt aus der Fassung.

Auf ewig will er,
bis der Himmel leer,
Gestirne für sie holen,
ihre Liebe soll sich lohnen,
Beständigkeit er ihr damit gelobt,
Heirat, nach etlichen Jahren verlobt.

Der Platz im Park ausgesucht,
halbrund, erinnert an eine Bucht,
der Gang dorthin mit hundert Kerzen,
davon hat er jetzt Rückenschmerzen,
ausgeschmückt,
sie brennen noch immer, zum Glück.

Sie betreten den Halbkreis,
ihm wird flau und heiß,
eierschalenfarbig keine Blüte,
kein Elfenbeinschein, meine Güte.
Sterne sind doch nicht bunt,
er schreit, so ein dummer Hund!

Sein Liebesbeweis nicht gelungen,
er füllt mit neuer Wut die Lungen,
ich wollte nicht bleiche Farbe,
du pflanzenfetischistischer Barde,
regenbogenversessener Florist,
ein Harmonie-Ignorant du bist.

Zuerst biß sie auf ihre Lippen,
dann fing sie an zu wippen,
schließlich griff sie ein Bouquet.
Ich find sie schön, mehr als nett,
schade eigentlich als Wurfgeschoß,
du cremig-glänzendes Walroß.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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