Politik am Rande ihrer Möglichkeiten?


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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Extremisten scharren längst mit den Füßen

Wiederholt sich in etwa die Geschichte? Parallelen zur Weimarer Republik hierzulande erkennbar? Berechtigte Fragen, die natürlich negiert werden müssen angesichts komplett anderer Verhältnisse, ein Stück Wegstrecke demokratischer Prozesse in Europa, wo letztlich seit bald achtzig Jahren Frieden herrscht, die Balkan-Kriege mal ausgeklammert. Dennoch frohlocken inzwischen erneut Extremisten, allen voran jene rechtsradikalen Kräfte in vielen europäischen Ländern. Woran liegt das?

Immanuel Kant hat am Ende doch recht, die Mündigkeit, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, wird bei etlichen eben nicht aufgegriffen. Man reckt sich gen Führerpersönlichkeiten, läßt diese gewähren, um zugleich durch simplen Phrasen sich beeindrucken zu lassen, den geschürten Haß auszuleben. Im digitalen Zeitalter eine fatale Entwicklung, zumal ungeahnte Möglichkeiten sich ergeben, zurück an der Macht wesentlich effektiver durchzugreifen. Dann verebbt schlagartig die sogenannte Meinungsfreiheit, die in letzter Zeit jene Leerdenker vollmundig einfordern.

Irren sei menschlich und politisch, bemerkt T-Online in dessen Stellungnahme zu den jüngsten Corona-Regeln, die mehr als notwendig schon viel zu lange hätten korrigiert werden müssen! Tim Kummert bedient per Autofahrvokabular den Ernst der Lage: Mit Tempo 180 in die Kurve. Dies impliziert natürlich ein Scheitern. Die fatalste Botschaft dabei, der Vertrauensverlust in die derzeitige Politik.

Genau darauf warten und lauern all jene, die morgen schon gern ein Zurück in faschistische Verhältnisse sich wünschen. Mit Blick gen Frankreich kommt da etwas Dramatischeres auf Europa zu als zuvor eine Marine Le Pen, nämlich daß Éric Zemmour Präsident werden will.

Der Worst Case falls Macron verliert und jener rechtsradikale Heißsporn die meisten Stimmen erhält? Unbedingt. Hatten wir diesjährig wenigstens Trump in den USA überwunden, schaut es für April nächstes Jahr alles andere als gut aus. Zumal bereits Polen, Ungarn und die Tschechei im Osten rechtspopulistisch aufgestellt sind. Zusammen mit jenem Boris Johnson wird sich unser Land in der Zange dieses neuen, eigentlich als überwundenen Rechtsradikalismus befinden, die EU an die Grenzen des Machbaren gelangen.

Da reicht obendrein weltpolitisches Zündeln, um für genügend Chaos zu sorgen, denken wir an die VR China, an Russland. Gerade Wladimir Putin liebäugelt schon allzu lang mit rechten Kräften, um gleichzeitig im eigenen Land jedwede Opposition zu verhindern. Keine guten Vorzeichen in den anlaufenden Zwanziger Jahren des neuen Jahrtausends.

Insofern mögen Vergleiche zur Weimarer Zeit nicht unbedingt so verkehrt sein. In diesem Vakuum unbeständiger Verhältnisse muß sich jetzt eine Ampel-Regierung hierzulande bewähren, während genügend Kritiker beobachten, ausharren, bei gleichzeitigen Allmachtsphantasien jener Rechtspopulisten, die auch nicht davor zurückschrecken, jene Leerdenker für eigene Zwecke zu benutzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes 

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