Wenn die letzten Menschen neu beginnen


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Bild von Oleksandr Stepura auf Pixabay

Rückbesinnung ureigenster Instinkte 

Schweigsam möchte man verweilen in seinen Gedanken unruhiger Visionen, die nichts Gutes verheißen, zumal die äußeren Umstände einen zwingen, sehr direkt möglichst schnell notwendige Entscheidungen zu treffen. Bloß welche, fragst du dich und schwelgst weiter in zögerlichen Vorstellungen, wägst Argumente ab, die allesamt zunichte, sobald die Wirklichkeit dich eingeholt.

Soviel Schönheit in gleichfließend farbenfroher Anmut begegnet dir, sobald mitten in unzivilisierter Natur, in der keinerlei Grenzen den Weg behindern, der neugierig beschritten werden möchte, vorsichtig mit gebührendem Respekt dem allgegenwärtigen Leben gegenüber. Kein schriller, lärmender Großstadtlaut durchdringt die Umgebung, hier herrschen die Klänge und Geräusche des pulsierenden Lebens, das kaum hörbar sich Wege des eigenen Bewußtseins sucht und erstaunlich geschickt anpaßt.

Mensch hingegen hat meist verlernt, sich zurechtzufinden ohne die angeblich lebensnotwendigen Utensilien seiner Arterhaltung, glaubt tatsächlich, in Feindesterrain keinerlei Chancen zu haben, auch nur einige Tage zu überleben. Wobei er inzwischen tatsächlich schnell versagen würde, hilflos ausgeliefert, ohne geringstes Wissen, wie die Natur ihn dennoch aufnehmen würde, er zu seinen Gunsten in ihr im Einklang verweilen könnte.

Die eigens geschaffene Zivilisation der Stolperstein der Spezies Mensch, wenn in Extremfällen ihm nichts anderes verbleibt, als in seiner Umgebung sich direkt neu zu orientieren? Erst recht nach einer Apokalypse, die schon lang vorhergesagt unweigerlich eintreten wird? Zerbricht Homo sapiens an seinem eigenen Unvermögen, in friedlicher Koexistenz ein Leben auf Erden zu gestalten? Allerdings. Doch diejenigen, die dennoch überleben, haben es erneut in der Hand, die Rückbesinnung ureigenster Instinkte sich zu vergegenwärtigen, aus dem Pool alter Erinnerungen zu schöpfen, um sie lebensrettend anzuwenden.

Eine Natter schlängelt  sich durchs trockene, bräunliche Gras, die helle Erde tief zerfurcht vor lauter Risse, da kein Regen seit Wochen den Boden speist, während eine Krähe vergeblich versucht, sie aufzupicken, schließlich daran scheitert, weil die Schlange im letzten Moment  in einem Mauseloch sich verkriecht. Du selbst taumelst dem nahenden Tümpel entgegen, dessen Wasser für ein wenig Abkühlung sorgt in sengender Hitze, die gnadenlos dich umgibt.

Erinnerungsfetzen umflügeln deine Gedanken, hattest noch vor kurzem einen sehr gut bezahlten Job, warst emporgestiegen im Mobbing-Reigen bis hin zum Abteilungsleiter, ohne Sinn und Verstand dem Konsumrausch erlegen, der Nächste zählte nicht im geringsten, sondern nur der  Erfolg, den sie dir permanent als Sinnbild allen Seins suggerierten. Nach dem großen Krieg fiel deine armselige Scheinwelt in sich zusammen, Zerstörung offenbarte das ganze Ausmaß einer fehlgeleiteten Entwicklung der eigenen Spezies. Und da liegst du nun im kühlen Naß und fragst dich, war’s das?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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