Friedensnobelpreis 2021 an zwei Journalisten


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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Maria Ressa und Dmitri Muratow gewürdigt

Vor drei Jahren konnte bei der Verkündung des Friedensnobelpreises keine Rede sein von weltpolitischer Entspannung, besonders im Hinblick auf sexualisierter Kriegsgewalt. Seitdem hat sich insofern mitnichten etwas geändert. In diesem Kontext selbstverständlicher Menschenrechte gehört gleichwohl die Meinungsfreiheit. Der diesjährige Friedensnobelpreis für die Journalisten Maria Ressa und Dmitri Muratow ist somit ohne Weiteres gerechtfertigt.

Das Nobelpreiskomitee setzt ein Zeichen mit Signalwirkung, schließlich gibt es bis heute etliche Bemühungen, überall die Pressefreiheit durchzusetzen. Dabei kann niemand ernsthaft schwarze Schafe ausschließen oder fragwürdige Methoden wie selbst Reporter ohne Grenzen letztlich zugeben muß, außer die NRO ignoriert berechtigte Kritik gegen sich.

Ein fast aussichtsloser Kampf im Land extralegaler Hinrichtungen

Seit über fünf Jahren leidet die Republik der Philippinen besonders heftig unter ihrem Präsidenten Rodrigo Duterte, der gleich zu Beginn seiner Amtszeit Todesschwadronen im Lande zuließ, die im Zuge der Ermordung von Drogensüchtigen, Drogenhändlern und Kriminellen Selbstjustiz direkt vor Ort ausüben dürfen. Ganz ähnlich verhält er sich zur Covid-19-Pandemie, die ihm ermöglicht, brutale staatliche Willkür durchzusetzen.

Kein Wunder, daß auch die philippinische Journalistin und Autorin Maria Ressa, die 2012 das Online-Nachrichtenportal Rappler gegründet hatte, etlichen Repressalien ausgesetzt wurde durch die despotische Staatführung Dutertes. Die Behörden unterstellten ihrer Holdings Corporation Steuerhinterziehung, obwohl keinerlei Beweise vorlagen, die diese rechtfertigte. Am 15. Juni 2020 wurde Ressa der Verleumdung für schuldig befunden, wobei bis heute das Strafmaß noch aussteht.

Komitee zum Schutz von Journalisten lobt Muratows russische Zeitung

Böse Zungen könnten jetzt behaupten, weil das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) seinen Sitz in den USA hat, es wäre Russland gegenüber politisch befangen. Davon kann allerdings keine Rede sein, wenn man bedenkt daß das CPJ selbst Barack Obama in seinem Bericht im Herbst 2013 kritisierte, es herrsche in den USA keine Pressefreiheit, sondern ein Klima der Angst.

Mit Gleichgesinnten verließ Dmitri Muratow die Zeitung Komsomolskaja Prawda, weil sie die Redaktionspolitik anmahnten, gründeten zunächst die Gruppe 6. Stock, um mit der Gründung der Nowaja Gaseta wöchentlich zu berichten. Unerschrocken beharrte er auf seine pressefreiheitliche Arbeit, obwohl bisher sechs angestellte Journalistinnen und Journalisten ermordet worden waren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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