Erneute Zuspitzung des Konflikts im Westbalkan


Plaketten einziger Anlaß zwischen Kosovo und Serbien?

Europa blickt mit Bauchschmerzen gen Westbalkan, die KFOR-Truppe steht ohnehin in Alarmbereitschaft, schließlich schwelt der Konflikt zwischen den Serben und den Kosovaren seit dem Ende des Krieges (10. Juni 1999), wobei das Eingreifen der Nato ohne UN-Mandat bis heute durchaus als fragwürdig bezeichnet werden muß, zumal etliche widersprüchliche Begründungen auch seitens deutscher Politiker im Raume stehen.

Die Zeit berichtete in der Analyse von Ulrich Ladurner über das Zündeln am Pulverfass, hinterläßt Einblicke in den absurden Konflikt, besonders was das Verhalten des Präsidenten Aleksandar Vučić anbelangt. Selbstverständlich eine brisante Situation für die EU. Doch wie gedenkt sie, die Krise vor Eskalationen in den Griff zu bekommen?

Keine Chance jenen Gordischen Knoten zu entwirren

Wer sich den schon ziemlich langanhaltenden, historischen Konflikt zwischen dem Kosovo und Serbien vergegenwärtigt, kann zu keinem anderen Ergebnis gelangen. Zudem die Haltung Serbiens um ein Vielfaches aggressiver aufzutrumpfen versucht als der Kosovo. Letzterer hat keine Panzer an den Ort des Geschehens beordert, schon gleich kein Kampfflugzeug aufsteigen lassen.

Die eingesetzten Mittel stehen in keinem Verhältnis zur streitbaren Sachlage. Man bedenke hierbei auch, daß das größere Serbien begonnen hatte, jene Plaketten-Weisung einzuführen. Verständlich die Reaktion des Kosovos es ihnen wenigstens nach längerem Innehalten gleichzutun. Nur mit einer Eskalation gießen besonders die Serben Öl ins Feuer. Wer verläßt sich hier wohl auf wen? Wird etwa damit spekuliert, daß Russland Serbien zur Seite steht, sollte die Krise sich gar militärisch zuspitzen?

Man erinnere sich unbedingt der weisen Worte Kurt Tucholskys

Der einmal formulierte: „Der Krieg“, hat mal ein sterbender französischer Offizier gesagt, „ist eine viel zu ernste Sache, als daß man ihn den Militärs anvertrauen könnte.“ Das betrifft sowieso alle weltweiten Kriegshandlungen, insofern paßt der Kern der Formulierung auch hierzu.

Die EU zusammen mit den USA und der Nato wären ziemlich gut beraten, ihre diplomatischen Anstregungen spätestens jetzt erhöht zu bemühen, bevor die Welt erneut ihren Blick gen Westbalkan richtet mit der Befürchtung sich eskalierender militärischer Szenarien.

Selbstverständlich können scheinbar Unbeteiligte wie Russland und China sich nicht einfach ihrer Mitverantwortung entziehen. Sie haben durchaus ihre Anteile daran.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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