Lebenslänglich in Freiheit ohne erkennbare Chancen


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Keine freien Gedanken ohne kreative Experimente

Überall Zerfall uns begegnet, wenn wir genauer hinschauen, trotz der Schönheit dieser Welt, die sich insbesondere in der Natur, in formenvielfältigen Landschaften widerspiegelt, die kaum ein Mensch zu erschaffen mag, außer all jenen beherzten Künstlern, die das Lebenselexier der Gesellschaft bedeuten, wenn ihnen denn genug Beachtung entgegengebracht.

In den meisten Fällen unterliegen jene aber den Vorgaben einer selbstgefälligen Dekadenz, die sich anmaßt, Kunst generell beurteilen und somit auch verurteilen zu können, wer nicht nach deren Maßstäben „funktioniert“. Kein Wunder, daß viel Mittelmäßigkeit uns begegnet, was eben nicht durchs Raster einer wirklich kritischen Auseinandersetzung kreativer Möglichkeiten fiel. Nein, die wirklich freie Sichtweise des Lebens, genau jene zeichnet authentische Künstler aus, von denen wir viel mehr in den Reihen der Gesellschaft benötigen. Ohne sie wäre die Welt um ein Vielfaches ärmer dran.

Darf Mensch in gegenwärtigen Zeiten sich tatsächlich als frei bezeichnen im Sinne seiner eigentlichen Begabungen, wenn schon in früher Kindheit die Weichen eines Systems gestellt, welches zwischen gesellschaftlichen Ständen differenziert? Mit anderen Worten, wer zu wenig Einfluß und Geld, muß sich mit staatlichen Programmen zufriedengeben, dem Gutbetuchten vielfach mehr Chancen sich offenbaren.

Zwar argumentieren politisch demokratisch legitimierte Staaten mit ihrem geschönten Bildungssystem, doch in Wirklichkeit steckt bereits dort der Teufel im Detail. Nun könnte man meinen, eine belehrende Kritik nützt dem Einzelnen nichts, es müsse eine Form gefunden werden, es allen recht zu machen. Klingt toll, vor allem die ewig behauptete Annahme, es gäbe Chancengleichheit explizit in unserem Schulsystem.

In der Realität wird jene spätestens verbaut, wenn das mühsam erschaffene Abitur des Sohnes eines einfachen Arbeiters die Grenzen der Uni-Lobby aufzeigt. Dort gelten nicht Ehrgeiz und Disziplin, sondern Weichenstellungen der Berufswahl und vor allem „Empfehlungen“ nach dem Studium. Was nützen dem Filius oder der Filia ein Abschluß, wenn hinterher ohne Job der soziale Abstieg folgt? Nicht viel.

Das Gerede von Gerechtigkeit gleicht einem Märchen, nur daß viele meinen, sie existiere. In Wirklichkeit unterliegen wir wie in alten Zeiten den Seilschaften, den Beziehungen und gewissen Gefälligkeiten innerhalb einer verdorben korrupten Gesellschaft, in der ellenbogenartige Dreistigkeit schon obsiegen kann, wenn denn bestimmte Voraussetzungen passen. Gänzlich ohne Zugehörigkeit einer politischen oder anderen Gruppierung wird niemand erfolgreich sich verwirklichen.

Daraus weitergeleitet, müssen wir uns nicht wundern, daß etliche geniale Ideen im Verborgenen sich manchmal abspielen, dahindämmern, ohne sich verwirklichen zu können. Eine real freie Gesellschaft mit echter Chancengleichheit würde insofern wesentlich besser aufblühen, kreativen Geistern Podien der Entfaltung schaffen. Denn ohne kreative Experimente, keine freien Gedanken. Das wäre so, als ob Vögel mit ihrem Gesang verstummen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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