Ob Klingel, Glocke, Schelle


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Bild von w3work auf Pixabay

Während das Ende sich verspätete,
wer kommt schon auf die Idee,
das Ende zu berechnen,
ist es doch unvermeidlich,
falls man den Anfang mitnimmt,
der meistens darauf beharrt,
nie wirklich allein sein zu können,
also sitzt man in der Warteschleife,
weil die Füße bereits kribbeln
vom langen Stehengelassen werden
und versucht sich abzulenken,
da die Gespräche mit dem Anfang
ständig um Anfänge sich drehen,
die kein Ende nehmen wollen,
ist man für jeden Zwischenraum,
mag er noch so klein sein
oder luftleer, ohne Hülle,
ohne jegliche Form von Gestalt
dankbar, obwohl nichts, nichts,
daraus sich erschließen läßt,
man nichts damit anfangen kann,
ob Klingel, Glocke, Schelle,
kein Ton ist mehr zu vernehmen,
weiß aber, deren Klänge zu schätzen,
die sich zur Unendlichkeit bewegen,
und genau da wird einem endlich klar,
dies ist der Anfang, das Ende kann warten,
es liegt an mir, sich zu verspäten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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