Marineblauer Tagelöhner


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Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay

Schleppend sein Gang,
hager sein Körper,
faltig sein Gesicht,
wie seine Kleidung,
schmutzig seine Schuhe,
wie seine Hände,
arbeitet bei Rebers Fabrik
am Fließband,
wohnt bei Zirrows
in einem Mehrbettzimmer.

Ich fürchte mich
vor dem wankenden Gang,
dem ausgezehrten Körper,
dem runzligen Gesicht,
der wallenden Kleidung.
den schwarzen Händen,
vor Rebers Fabrik,
dem Drill am Band,
vor Zirrows Haus,
den feuchten Matratzen.

Klein bin ich gewesen,
damals als ich ihn oft sah,
nie wirklich vergessen,
wie er schwankend ging
mit seinem gebeugten Körper,
seinen tränenden Augen,
die mit ölverschmierten Händen,
metallenes Blau
auf dem nie ruhenden Band
zusammenschweißten.

Rebers Fabrik existiert
schon lange nicht mehr,
dort stehen Reihenhäuser
mit kleinen Vorgärten,
Zirrows Haus ist Parkfläche
für ein Einkaufszentrum,
sie haben keine Erinnerung,
er hieß Kaspar Giewald,
ich sehe ihn blau gewandet,
Gedanken, die sich lohn‘.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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