Chinas Umgang mit den Medien exemplarisch


Simples Argument einer angeblich bösen Westpolitik

Erinnerungen werden wach, historische Vergleiche zum Ost-West-Konflikt, dem Kalten Krieg, als der Westen und vorneweg die USA der Sowjetunion gegenüberstanden, beide bewaffnet und bestückt mit Atomraketen, die zwei Generationen schlaflose Nächte einbrachten. Mit dem Fall der Mauer, dem Ende des russischen Kommunismus schien zunächst Hoffnung. Die verpufft seit geraumer Zeit, erst recht, weil die VR China mitmischen will beim Weltmachtgehabe.

Nach dem Starkregen in der Provinz Henan will China kritische Bilder unterbinden, Chinas Außenministerium heizt Stimmung gegen BBC-Reporter an, wie die FAZ schreibt. Letztlich nicht weiter verwunderlich. Seit wann dulden autokratisch geführte Systeme eine faire Berichterstattung? Mit Blick gen Länder wie Russland, Türkei, Brasilien, Norkorea, Belarus, reiht sich somit auch China ein, vielleicht noch aggressiver, schließlich hat Staatspräsident Xi Jinping genügend Nationalisten hinter sich, die jede kritisch mediale Stimme als Handlanger des Westens abtun.

Deutsche Welle eine internationale Propagandaagentur?

Obendrein finanziert von der deutschen Regierung, wie die Parteizeitung China Daily behauptet? Natürlich eine erfundende Selbstschutzbehauptung, um eigene Verfehlungen und vor allem die Pressezensur im Reich der Mitte zu vertuschen. Funktioniert mitnichten, alle Welt kennt die harte Vorgehensweise in der VR China. Umweltverbrechen und Menschenrechtsverletzungen sind dort an der Tagesordnung, sie hat gerade in der Corona-Krise ihr wahres Gesicht offenbart.

Wie lang mag dies noch gutgehen, daß der eigenen Bevölkerung stets inpliziert wird, das Ausland, besonders der Westen unterdrücke andere Völker, während besonders junge Menschen via Internet nachlesen und sehen können, daß das Gegenteil tatsächlich zutrifft? Die chinesischen Machthaber verkennen Informationen und Meinungen, deren Unterdrückung sich irgendwann Wege der Befreiung suchen. Die Geschichte lehrt uns dies immer wieder.

Chinas Scoring-System am Ende doch vom Erfolg gekrönt?

Im Taumel zwischen Kontrollverlust und Weltherrschaftsphantasie sollte sich China reiflich überlegen, ob dies durchzuhalten ist. Schließlich nagt der Zahn der Zeit am angeblichen Fundament eines Scoring-Systems. Bis jetzt scheint die Rechnung der chinesischen Führung aufzugehen. Doch zu viele Kritikpunkte gelangen zur eigenen Bevölkerung, dringen nach außen, die natürlich Medien aufgreifen.

Mit der Verdrängung und Löschung von Berichterstattungen im eigenen Land kann es nicht getan sein. Menschen beobachten, reagieren auf dramatische Ereignisse, nehmen Stellung, erkennen, wenn die Staatsführung vertuscht, droht und unterdrückt. Beste Voraussetzung ein Scoring-System zu untergraben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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