Wenig Anreize in Europas reichstem Land


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Bild von Gerhard G. auf Pixabay

Trotz allem Demut, Schweigen mit der Faust in der Tasche?

Ausgerechnet ein deutscher Dichter, Historiker und Philosoph hat’s uns mitgeteilt, mit Nachdruck, Friedrich Schiller, auch aus eigenem Bauch heraus, schließlich widerfuhr ihm genug Ungerechtigkeit. „Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“ Sie herrschen weiterhin, die Großen. Dreist, scham- und gewissenlos, schließlich dient Ausbeutung immer eigener Vorteilnahme.

Während zur Zeit die Olympischen Spiele in Tokio im Fokus etlicher Überlegungen und kritischen Anmerkungen stehen, so auch der große Vergleich, den Melanie Muschong für T-Online zusammengetragen hat: So viel kassieren die Athleten für Olympisches Gold.

Das relativ arme Indonesien zahlt 31 Mal mehr ihren Olympiasiegern

Im Vergleich zu Deutschland, welches einem Goldmedaillen-Gewinner gerade mal 20.00 Euro gönnt, die erst nach einem Jahr in 12 monatlichen Raten verteilt ausgezahlt werden. Kreditratengebahren für den Sport, geizig und dürftig, während Manager von Fußballvereinen wie selbstverständlich Millionen kassieren. Kein Neidreflex, sondern knallharte Realität, die sich nicht mit Gerechtigkeit deckt.

In ihrem Artikel zitiert sie: Der frühere Schwimmer Markus Deibler sagte bereits vor gut fünf Jahren: „In einem Land, in dem ein Olympiasieger 20.000 Euro Prämie bekommt und ein Dschungelkönig 150.000, sollte sich niemand über fehlende Medaillen wundern.“ Das ist noch eine eher harmlose Feststellung im Verhältnis zu anderen Mißständen, aber duchaus folgerichtig. Was für eine Schieflage!

Raffgier der Anfang vom Ende

Obendrein ein Scheunentor für sämtliche Verbrechen, die Gratwanderung zwischen klarer Legaliät und ausnahmslos habgierige Verbrechen verschwimmt im Strudel etlicher Gesetzeslücken, denkt man an Steuerschlupflöcher, Geldwäsche und das größte Feld, die Korruption.

Elend und Kriege die Folge von Maßlosigkeit auf die Spitze getrieben, die sich wie ein roter Faden in der Menschheitsgeschichte nach wie vor etabliert hat, Armut und Reichtum Gegensätze menschlicher Schwäche. Klingt nahezu bereits nach einem unvermeidbaren Bedauern. So ist es wohl leider auch, wenn sich die Erkenntnis nicht durchsetzt, daß gerechte Verteilung allen hilft.

Insofern sollten wir nicht allein den Fokus auf den Sport richten, der natürlich seine Berechtigung haben darf. Aber eine miese Bezahlung beginnt bereits beim Niedriglohn, bei Lohndumping trotz Mindestlöhnen, die ebenso zu wünschen übriglassen. Versteht sich von selbst, daß erhöhte Löhne oder Vergütungen in keiner Relation zu derartigen Ungerechtigkeiten stehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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