Gewalt im Schulalltag hat weitreichende Konsequenzen


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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Ein Spiegelbild unserer Gesellschaft

Die Verrohung der Gesellschaft nimmt ihren Lauf, und zwar fast unaufhaltsam. Ganz besonders deutlich wird dies bei jungen, heranwachsenden Menschen. Wie sollte bei diesen auch das weltweite Geschehen spurlos vorbeigehen? Tagtäglich sind sie einer sicht- und fühlbaren Gewalt ausgesetzt. Ob es durch das Fernsehen transportiert wird, überhaupt durch die Medienvielfalt, insbesondere das Internet selbst, aber auch im Alltag, ist zunächst eine Feststellung, über die man sich wohl kaum entziehen kann.

Richtig schwierig wird es für Menschen, die an der Gewalt selbst zu zerbrechen drohen. Das drückt sich in verschiedenen Formen aus, sei es durch Gegengewalt nach außen hin oder zu sich selbst. Dabei sind einer Eskalation fast keine Grenzen gesetzt, wenn man bedenkt, wie unklug die Gesellschaft selbst mit diesem Thema umgeht. Statt tatsächlich allumfassend über die Problematik sich nicht nur Gedanken zu machen, sondern die bekannten Ursachen stückweise zu beheben, wird einfach eine lasche Justiz dem entgegengesetzt und vor allem eine Ignoranz, die sich schon längst begonnen hat zu rächen. Es reicht eben nicht, die unüberschaubaren Gewaltszenarien zu verdrängen, schönzureden, die Schuld bei Eltern zu suchen. Vielmehr sollten endlich durchdachte Konzepte greifen.

Welche Gewaltprävention ist hierbei vonnöten?

Zunächst muß klar festgehalten werden, daß sowohl die Schule als auch das Elterhaus Dreh-und Angelpunkt einer Prävention sind. Dabei sollte dieses Umfeld in behutsamer Zusammenarbeit erfolgen. Gleichzeitig kann dies nur im Einklang mit der Berufswelt der Eltern funktionieren. Dies bedeutet somit, daß allein schon die Schieflage am Arbeitsmarkt selbst einen erheblichen Anteil hat, Spannungen bis ins Elternhaus zu tragen.

Was nutzen alle Präventionen, wenn beide Elternteile an Zeitmangel leiden, daraus resultierend unnötiger Streß vorprogrammiert ist, obendrein durch zu geringe Löhne die Familie im Ganzen zu leiden hat. Eine Wirtschaftspolitik der „Geiz-ist-geil“ Mentalität, die damit einhergehenden Niedriglöhne, ist daher ziemlich kontraproduktiv und trägt viel dazu bei, daß über soziale Miseren Gewalt erzeugt wird. Dies gilt es daher mit einzubeziehen in eine allumfassende Prävention.

Schulalltag verändern

Es muß endlich begriffen werden, daß eine völlig neue Schulkultur sich zu entwickeln hat. Dabei darf auch nicht davor Halt gemacht werden, alte Strukturen neu zu überdenken. Es kann nicht angehen, daß z.B. Lehrer wegschauen, Gleichgültigkeit an der Tagesordnung ist bei Gewalteskalation unter den Schülern, sei es aus Angst oder anderen Gründen. Projekte, die klassenübergreifend agieren, wie Schulzeitung, Schulfeste, Theater, Sportveranstaltungen, einem Schülerrat, sind erste gute Vorschläge, die Lernenden erhalten eine höhere Verantwortung, und sei es, wenn ältere für jüngere eine Patenschaft beispielsweise übernehmen.

Eine wesentlich freundlichere Klassenzimmer- und Schulgestaltung kann durchaus auch mit dazu beitragen, das Klima untereinander zu verbessern, vergessen wir nicht, daß Kinder und Jugendliche sich tagtäglich dort aufhalten. Die Umgebung hat dabei einen nicht unerheblichen Einfluß auf das seelische Wohlbefinden. Wichtig daher ist natürlich, alle mit einzubeziehen in den Gestaltungsprozeß.

Dennoch muß sich die Bildungspolitik den Fragen sozialkritischer Menschen stellen. Und diese prangern völlig zurecht die derzeitigen Zustände an Schulen an. Dieses Schulsystem hat in vielen Bereichen letztlich versagt. Klar doch, es sind nicht alle Schüler gleich Amoktäter, wie sie in letzter Zeit vermehrt leider zu erleben waren. Aber eine latent zunehmende Gewalt hat längst einen nicht unerheblichen Raum eingenommen. Die wenigen Ausnahmen, wie die Monatszeitschrift GEO sogar auf dem Deckblatt präsentiert hatte, über äußerst beliebt kreative Lehrer, die dadurch den Schulunterricht mit viel Herz und Spaß gestaltet hatten, können nicht die große Masse der Problematik wettmachen.

Es bleibt zu hoffen, daß die Gesellschaft selbst endlich die Tragweite dieser Misere nicht nur erkennt und benennt, sondern auch Taten folgen läßt, damit Schule wieder wirklich Spaß macht, und zwar weitgehendst gewaltfrei.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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