Kuba kurz vor einem Bürgerkrieg


USA tragen eine gewisse Mitschuld

Die Geschichte wiederholt sich fortlaufend, blickt man gen Arabischen Frühling, dem Zusammenbruch der UdSSR und zu den vielen anderen weltweiten Protesten, die allesamt einhergehen mit etlichen Mängeln, Verletzungen von Menschenrechten, Beschränkung der Pressefreiheit. Kein Wunder, daß auch Kuba ins Visier von Massenprotesten gerät, „Die Menschen haben die Angst verloren“, schreibt der Spiegel.

Was mit einem Protest gegen Repressionen in der Kleinstadt San Antonio de los Baños nahe Havanna begonnen hatte, entwickelte sich erstaunlich schnell zu Massenprotesten im Land, die karibische Insel erlebt plötzlich den ganzen Unmut in der Bevölkerung von denjenigen, die nicht mehr an die Glanzzeiten der Sozialistenherrschaft glauben wollen, die jetzige Regierung unter Präsident Miguel Díaz-Canel zur Verantwortung ziehen.

Donald Trumps Sanktionen gegen Kuba richten sich gegen das dortige Volk

Wie so oft bei Sanktionen leidet die Bevölkerung unter diesem politischen Mittel wie anderswo in der Welt. Anstatt die eigentlichen Schuldigen an bestimmten Zuständen damit zu bestrafen, hat das Volk unter jenen Strafmaßnahmen das Nachsehen. Mister „America First“, der 45. US-Präsident mit der Holzhammermethode, hat mit dafür gesorgt, daß die Karibikinsel nunmehr die Folgen zu spüren bekommt.

Anstatt die Sanktionen wenigstens zu lockern, hülllt sich Joe Biden bisher dazu in Schweigen. Keine humane Geste! Es wäre für ihn ein Leichtes, das Strafmaß zu erlassen. Wer aber wissentlich derartige Zustände zuläßt, macht sich am Leid der Betroffenen mitschuldig.

Das Coronavirus verschärft die Lage zusätzlich – Díaz-Canel schürt den Haß

Anfangs kam Kuba gut durch die Pandemie, sie schien fast schon eingedämmt zu sein. Mangelwirtschaft auch in Krankenhäusern an den notwendigsten Hygienemitteln und Medikamenten sorgen erst recht für größeres Leid, zu viele Menschen versterben plötzlich.

Was zu Beginn des letzten Jahres mit dem „Movimiento San Isidro“, einer Bewegung von Intelektuellen und Künstlern, begonnen hatte, setzt sich jetzt fort. Aber mit dem Unterschied, daß das Faß der berechtigten Unzufriedenheit längst übergelaufen ist. Die Aufforderung von Präsident Miguel Díaz-Canel, seitens der Revolutionäre den Konterrevolutionären entschieden entgegenzutreten, muß man als Haß schüren werten, ein Bürgerkrieg rückt somit näher.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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