Immer noch mittendrin


Ich habe in einer Zeit gelebt,
da roch es in den Straßen
noch nach Faschismus,
keinen hat es interessiert,
die Qualen sind doch längst
auskuriert, sagten sie einem.

Ich habe in einer Zeit gelebt,
da flüsterte es in den Straßen,
so schlecht kein Faschismus ist,
keinem würde es schaden,
Gehorsamkeit schließlich sei,
Ordnung der Dinge zu wahren.

Ich habe in einer Zeit gelebt,
da tröpfelte es in den Straßen,
Faschismus falsch dargestellt,
stets das Soziale im Blickfeld,
die Nation dadurch Gutes erhält,
die ersten Fake-Artikel in Journalen.

Ich habe in einer Zeit gelebt,
da pfiff es in den Straßen,
Faschismus berge keine Gefahren,
Uniformierung, Einheitlichkeit
bringe den Menschen Halt,
sie, die Retter einer chaotischen Zeit.

Ich habe in einer Zeit gelebt,
da tobte es in den Straßen,
Loyalität dem Faschismus,
Herrschsüchtige nur darauf warten,
die kleinste Unzufriedenheit
als Angriff auf ihr Leben zu werten.

Ich habe in einer Zeit gelebt,
da roch es in den Straßen,
nach Vergessen des Faschismus Taten,
Folter, Mord, Drohungen, Gewalt,
das Recht von Verbrechern,
mafiöse Arroganz machte sich breit.

Ich habe in einer Zeit gelebt,
da flüsterte es in den Straßen,
Faschismus bedeute Wiederkehr
von Moral, Sitte und Respekt,
das behage jedem der normal,
ich sage, er ist erzwungene Norm, total.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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