Lug und Trug vs. tugendhafte Ehrlichkeit


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Bild von Ruben Miranda auf Pixabay

Eine Gratwanderung im Alltag

Mit weißer Weste und reinem Gewissen durchs Leben wandeln, das findet wohl bei den meisten Menschen statt, mal von kleinen Notlügen abgesehen, von denen sich niemand wirklich freisprechen kann. Mit eigener Hände Arbeit ein beträchtliches Vermögen zu erwirtschaften, mag allenfalls eine Ausnahme darstellen, in der Regel spielt dabei Glück, vorteilhafte Heirat oder aber Betrug eine Rolle, das zum erwünschten Ziel führt.

Wer für tugendhafte Ehrlichkeit sich entscheidet, setzt auf eine eigentlich selbstverständliche Lebensweise, die ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit vermittelt. Allerdings herrscht parallel dazu oftmals Lug und Trug, wenn man ein wenig genauer hinschaut. Um für sich selbst oder andere Vorteile zu erzielen, scheinen bestimmte Menschen nicht davor zurückzuschrecken, per Betrug ein bißchen „nachzuhelfen“.

Ein wenig schwindeln oder gleich richtig betrügen?

Im rechten Licht dazustehen, hat durchaus einige Vorteile, Notlügen bewirken, das Gesicht bewahren zu können. Denn wer gesteht nach außen schon freiwillig gern Mißgeschicke oder Fehler ein? Aber gerade an dieser Nahtstelle zwischen klarer Einsicht, daraus folgernde Ehrlichkeit und der schnellstens geschickt eingesetzten Notlüge bewegt sich der schmale Grat, inwieweit man zu sich selbst und seinen Verfehlungen steht.

Die kurzen Beine einer Lüge mögen oftmals eben nicht zum Vorschein kommen, wenn genug Potential vorhanden ist, die Umwelt clever zu blenden, während der tugendhaft Ehrliche Reue und Einsicht zeigen und nachweisen muß. Hat sich das Muster einer oftmals erfolgreich angewandten Lüge einmal gefestigt, kann damit bereits der Keim zu neuen Betrügereien sich entwickeln. Da wir Menschen völlig unterschiedlich im Verhalten und Charakter sind, auch was die Lebensumstände betrifft, wird somit zwischen möglichen Betrügereien differenziert und diese letztlich skrupellos angewandt.

Ein paar berühmte Betrüger

„Risiken und Nebenwirkungen sind mit hoher Gefängnisstrafe oder lebenslanger Flucht verbunden“, sollte bei ihnen auf einem „Beipackzettel“ stehen, um den bekannten Werbeslogan für diese Spezies Mensch zu bemühen, aufzuzeigen, wohin die Reise geht, wenn sie sich für ein solches Leben entscheiden. Ob Victor Lustig, der einem ahnungslosen Schrotthändler den Eiffelturm verkaufen wollte, ob Shalom Weiss, der den größten Versicherungsbetrug in der US-amerikanischen Geschichte begann und dafür die Höchststrafe erhielt, die jemals für Wirtschaftskriminalität verhängt wurde, nämlich 845 Jahre* oder Mae Chamoy Thipyaso, die aufgrund von Anlagebetrug per Schneeballsystem die weltweit höchst bekannte Haftstrafe in Höhe von 141.078 Jahren 1989 antrat, sie alle haben eines gemeinsam: Sie betrogen im großen Stil und wurden doch überführt.

Nicht immer sind dabei gleich dermaßen hohe Urteile zu erwarten, wie in den Fällen des Bauunternehmers Jürgen Schneider und des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber eine vielleicht verwunderte Öffentlichkeit bemerken durfte. Bei Beiden war bekanntlich Betrug im Spiel, aber die Gerichtsurteile mit den sehr geringen Haftstrafen hinterließen den völlig berechtigt faden Beigeschmack der Redewendung, die hierbei zu tragen kommt: „Die Kleinen fängt oder hängt man und die Großen läßt man laufen.“ Hingegen wurde Konrad Paul Kujau im Verhältnis ein wenig höher bestraft, obwohl das Stern-Magazin nicht ganz unbeteiligt war, in dem es völlig blauäugig dem Kunstfälscher auf dem Leim ging mit dem Abkauf der gefälschten Hitler-Tagebücher. Die Liste berühmter Betrüger ließe sich ohne weiteres fortsetzen.

Fazit: Ruheloses Dasein oder die Gunst der Tugend

Wie müssen sich Tiere wohl fühlen, die gejagt und gehetzt werden, bis am Ende der Tod auf sie wartet? Ganz ähnlich ergeht es Kriminellen, von Schwerverbrechern bis hin zu Terroristen. Betrüger müssen nicht gleich mit dem Tod rechnen, die nervenaufreibende Belastung wird dennoch nicht unbedingt angenehm sein, auch wenn manch einer sich sicher wähnt. Der ehrlich durchs Leben Ziehende nicht nur mit gutem Gewissen des nachts den wohlverdienten Schlaf findet, die Gunst dieser Tugend in den Träumen? Mit Sicherheit befindet er sich auf der Seite des Vertrauens, kann in den Spiegel schauen, muß nicht seine Mitmenschen täuschen.

Wie formulierte schon George Bernhard Shaw völlig zurecht: „Die Strafe des Lügners ist nicht, daß ihm niemand mehr glaubt, sondern daß er selbst niemandem mehr glauben kann.“

*Inzwischen hat Donald Trump noch kurz vorm Ende seiner Amtszeit ihn begnadigt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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