Verkehrte Wahlprognosen in Sachsen-Anhalt


Die CDU mit Abstand stärkste Partei, Die Linke größter Verlierer

Erleben wir da etwa einen Höhenflug der CDU im kleinen Sachsen-Anhalt, weil der Name Reiner Haseloff so selbstherrlich geläufig, die anderen Kandidaten, die sich den Landtagswahlen stellten, nicht dessen Bekanntheitsgrad innehaben? Mit Sicherheit spielte das eine Rolle, obwohl die Wahlprognosen der letzten Umfragen gänzlich danebenlagen, besonders weil die Uhren in Sachsen-Anhalt etwa anders ticken.

Traute man der CDU zuvor noch 30 Prozent zu, erreichte sie gar 37,1%, ein deutlicher Abstand zu den Nazis, die lediglich 20,8% erreichten. Wie war das nochmal mit dem angeblichen Kopf-Kopf-Rennen? Davon kann somit gar keine Rede sein. Jene AfD ist zwar noch zweitstärkste Partei im Landtag, aber weiterhin in der Opposition, ein Regierungsbündnis mit den anderen verbleibenden Parteien kann sich der amtierende Ministerpräsident ziemlich streßfrei aussuchen.

Die CDU sollte dennoch keinesfalls frohlocken

Erst recht nicht auf Bundesebene nach jener dritten Landtagswahl in diesem Jahr. Die taz stellt zu Recht, alles nicht so schlimm, in Frage. Eben, mitnichten. Da findet tatsächlich ein Kamikazekurs der CDU gegenüber rechts außen statt, den es ohnehin besonders im Osten Deutschlands zu beobachten gibt, denken wir an Thüringen, an diesen Herrn Maaßen, der immer noch in der christlichen Partei tönen darf.

Schon beginnt das Ausschlachten der kleinen Landtagswahl, um von Erfolgsrezepten zu fabulieren, wie Armin Laschet zum Besten gibt, „der Kurs der Mitte wird um keinen Millimeter verändert“, liest man in der Süddeutschen. Dabei hebt der potentielle Kanzlerkandidat der Union die Geschlossenheit der CDU hervor, diese sei das Erfolgsrezept. Aber in Wirklichkeit waren es etliche Wähler, die einfach eine erstarkende AfD verhindern wollten, um damit die CDU zu stützen. Forsa-Chef Güllner meint lapidar, die Grünen hätten nunmehr kaum noch Chancen, stärkste Kraft bei der Bundestagswahl zu werden. Welch arrogante Überheblichkeit!

Linke Parteien schneiden schlecht ab, die Liberalen sind zurück

Der Abwärtstrend der SPD zeigt sich gleichwohl deutlich in Sachsen-Anhalt, sie büßt 2,2 Prozent der Wählerstimmen ein, erreicht nur noch 8,4%, während die Linken als großer Wahlverlierer dastehen. Ein Minus von 5,3 Prozent, was gerade mal 11% bedeutet. Die Grünen verbessern sich zwar um 0,7 Prozent, erreichen nur 5,9%, aber die Wahlprognosen lagen letztlich daneben mit knapp 9%.

Nach zehnjährigem Fernbleiben im Magdeburger Landesparlament sind die Liberalen wieder zurück mit 6,4%, dabei gar vor den Grünen, also nicht Schlußlicht, mit der Aussicht, eventuell mitregieren zu dürfen, wenn Reiner Haseloff sich dazu entschließt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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