Hanebüchene Lügner nehmen kein Blatt vorm Mund


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Wikimedia Commons CC BY 4.0

Diktator Alexander Lukaschenka bestätigt seinen unheimlichen Kurs

Natürlich hat ein Sigmar Gabriel völlig recht, wenn er bei Markus Lanz die Pattsituation der EU anprangert, die viel zu uneinig und somit zu lasch das Regime in Belarus behandelt. Jener wiedergewählte Despot lacht sich ins Fäustchen, obwohl das Volk im Lande ihm so gar nicht folgt, ein Roman Protassewitsch den Finger in die Wunde tatsächlicher Repressalien legt.

Der jetzt in Minsk nach jener unrechtmäßigen Flugzeugentführung inhaftierte Blogger muß minimum mit einem Strafmaß von 18 Jahren Gefängnis oder mehr rechnen, eventuell sogar mit der Todessstrafe als angeblicher Terrorist, die in Weißrussland noch gilt. Lukaschenko verteidigt die Flugzeuglandung, gibt der Spiegel zum Besten. Welch dreiste Lüge, die Mär mit einer angeblichen Hamas-Sprengladung an Bord der Ryan-Air-Maschine. Da hat sich der Diktator etwas Simples zusammengereimt, wo doch die Hamas zurzeit in allen internationalen Medien erwähnt wurde.

Das Ganze mit Absprache seines nachbarlichen Präsidenten Wladimir Putin? Davon dürfen wir ausgehen, daß die beiden Länder nichts dem Zufall überlassen, die alten KGB-Seilschaften noch prima fruchten. Despoten kennen keine weltpolitischen Regeln, Vergleiche mit ähnlichen Aktionen in der Vergangenheit hinken gewaltig, wer sich vielleicht noch daran erinnert, wie die USA das Flugzeug des bolivianischen Präsidenten Evo Morales 2013 zur Landung in Wien gezwangen hatten, in der Hoffnung den Whistleblower Edward Snowden zu finden. Das scheiterte allerdings, ändert mitnichten etwas an der Tatsache, daß diesmal ein unliebsamer Gegner in Mink inhaftiert wurde, die Notlüge jener angeblichen Bombendrohung eine größere Tragweite hat.

Der weißrussische Diktator kann sich lässig zurücklehnen, da ihm seitens der EU kaum oder nur halbherzige Sanktionen bevorstehen. Das eigentliche Dilemma beinhaltet genau jene politische Pattsituation, daß in Zukunft unliebsame Gegner einfach entführt werden können, die Politik Europas dies nicht verhindern vermag. Darüberhinaus muß sich dennoch der Westen tunlichst bemühen, Schadensbegrenzung anzustreben. Er kann es sich schlichtweg nicht leisten, den diplomatischen Weg mit Russland zu verscherzen. Deshalb schaut alles gen geplantes Treff am 16. Juni in Genf mit Biden und Putin.

Es wäre ziemlich fatal, wenn die Gespräche mit Russland scheitern sollten, Putin sich mehr zu China hinwendet. Die VR China hat ohnehin Weltmachtsphantasien, lebt diese ungeniert aus. Mit dem Ende der Trump-Ära besteht wieder Hoffnung, daß der Ton zwischen dem Westen und China sich verbessert. Die weltpolitische Lage hat ohnehin komplizierte Wege vor sich, von handfesten Problemen wie dem Klimawandel, der Corona-Pandemie mal ganz zu schweigen. Da muß man andere Wege suchen und finden, um jene Despoten wie Alexander Lukaschenka in die Schranken zu weisen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Eine Antwort zu Hanebüchene Lügner nehmen kein Blatt vorm Mund

  1. Das ist furchtbar. Mir tut Roman Protassewitsch so leid, er und seine Freundin und die Eltern. Und es kotzt mich an, dass man anscheinend machtlos ist. Das kann´s doch nicht sein!

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