65. ESC in Rotterdam mit einem Jahr Verspätung


https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8f/M%C3%A5neskin_winning_ESC_2021.jpg/640px-M%C3%A5neskin_winning_ESC_2021.jpg

Wikimedia Commons

Måneskins Rocksong „Zitti e buoni“ siegt mit 524 Punkten

Im Nahen Osten standen die Zeichen auf Krieg zwischen den Hamas und Israel, kurz vorm 65. ESC greift eine Feuerpause, man hofft auf eine Lösung, zumal die USA sich stark machen mit ihrem neugewählten Präsidenten Joe Biden. Da paßt der Titel von Jendrik Sigwart für den deutschen Beitrag gut dazu, I Don’t Feel Hate hatte tatsächlich einen anderen Ursprung wie er selbst auch in der kurzen Dokumentation Der unglaubliche Weg zum ESC erläutert.

Während viele Menschen vor den Bildschirmen mitfiebern, sind parallel auch wieder all jene unterwegs, die den ESC als Kommerz verreißen, ihn madig machen, wo doch weltweit so viel Leid und Ungerechtigkeit herrsche. Sicherlich, das geschieht. Aber den europäischen Gedanken eines friedlichen Miteinanders sollte man nicht verkennen, unterschätzen, schließlich lauern bereits all jene Despoten, denken wir an Russland, Ungarn, Türkei, Weißrussland, die letzten drei nehmen gezielt nicht am ESC teil, die gern ihren Nationalismus ausleben wollen.

I Don’t Feel Hate – Jendrik Sigwarts Song erreicht nur den 25. Platz

Der Sänger Damiano David kreischte noch ins Mikrofon „Rock’n’Roll never dies“, um wiederholt den Siegertitel dem kleineren Publikum (3.500 Gäste) in der Veranstaltungshalle Rotterdam Ahoy in dortiger Ahoy Arena zu schmettern. Der dänischen Baßistin Victoria De Angelis zuliebe gaben sie ihrer Band den Namen Måneskin, was Mondschein bedeutet. Bereits zuvor beim Sanremo-Festival 2021, welches vom 02. Bis 06. März im Teatro Ariston stattfand, holten sie sich den dortigen Sieg.

Am Ende des langen ESC-Finales, den erneut der langjährige Journalist Peter Urban für Deutschland in der ARD moderierte, erreichten die Italiener ihren 3. Titelsieg (zuvor 1964, 1990), zitti et buoni für „leise und brav“, ist alles andere als still, schlagerartig popig, sondern ein Rocksong. Dahinter reihen sich dann doch die Franzosen mit Barbara Pravis Voilà ein, nachdem zuvor des Öfteren eher die Schweizer mit ihrem Songtitel Tout l’univers als aussichtsreicher Zweitplatzierte gehandelt worden waren.

Deutschland wurde als vorletzter Act und gerade mal mit 3 Punkten letztlich ziemlich ungerechtfertigt abgestraft sowohl von den Jurys als auch dem europäischen Publikum. Kreativer Pep ist zurzeit so gar nicht gefragt, auch keine leise Kritik gegen Haß, Jendrik Sigwarts Auftritt als blamabel zu bezeichnen, darf mal als billige Häme werten. Mitnichten war dies so. Ganz im Gegenteil, der Hamburger Musicaldarsteller nahm es voll Freude mit Humor. Den letzten Platz des englischen Songwriters und Sängers James Newman mit abgestraften 0 Punkten sollte man als durchaus gerechtfertigt bezeichnen. Sein Song ist zu träge genauso wie dessen Bühnenpräsenz.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Musik

Dieser Beitrag wurde unter Musik abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.