Von wegen freie Liebe – in Russland herrschen weiterhin Männer


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Bild von Michael Siebert auf Pixabay

Wladimir Putins Bild vom Macho spricht Bände

Sex and Drugs and Rock ’n‘ Roll, mit etwas anderer Schreibweise auch Ian Durys Songtitel, der einmal mehr den Zeitgeist jener Ära in den späten 1960ern und frühen 1970ern aufzeigt. Keine Macht den Drogen hat durchaus ihren wertvollen Sinn, zumal genügend Opfer weltweit immer noch zu beklagen sind, die jenen Exzessen ausgeliefert zu leiden haben. Aber nichts gegen Sex und Rock ’n‘ Roll, beides Inbegriffe eines freien Lebens, genau dies zu zelebrieren.

In Russland nahezu undenkbar und doch stattfindend, wie die Dokumentation Liebe und Sex in Russland aufzeigt mit all ihren Schattenseiten, vor allem was die Rechte der Frauen anbelangt, die schutzlos der brutalen Willkür ihrer Ehegatten ausgesetzt sind. Im größten Land der Welt, in Wladimir Putins Russland gilt immer noch, daß ein Mann, der seine Frau schlägt, sie in Wirklichkeit liebt, jenes russisch fragwürdige Sprichwort wird schlichtweg gar von der Polizei selbst akzeptiert.

„Ausländische Agenten“ gefährden russischen Frieden

Sobald sich Organisationen oder auch Privatmenschen einschalten bei Verdacht auf häusliche Gewalt, die in Russland oftmals an der Tagesordnung ist, verdrehen die russische Politik, die Justiz und die Polizei die Tatsachen, gelten jene kritischen Stimmen als „ausländische Agenten“. So simpel agiert Russland, Wladimir Putins Haltung schlägt voll durch, russische Ehemänner dürfen ihre Gewalt erschreckend unbehelligt ausleben, wie auch im Bericht über die Schattenseite des propagierten Familienidylls ausgeführt wird.

Die Duma kippte kurzerhand den refomierten Paragraphen 116 im Strafgesetzbuch, der die Ahndung häuslicher Gewalt von 2016 an vorsah, einfach ein Jahr später, weil dies dem Willen ihres Präsidenten geschuldet war. Für Wladimir Putin gibt es nur liebevolle Ehemänner, mitnichten Homosexuelle, und wenn letztere doch, werden sie kurzerhand aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder einfach verprügelt. Basta.

Was im Westen zunehmend selbstverständlich, gilt keinesfalls im Osten

Das Ausleben einer LGBT oder gar LGBTQIA* wäre im Osten, also besonders in Polen, Weißrussland und Russland selbst, undenkbar. Wer es dennoch probiert, riskiert Strafverfolgung und extreme Gewalt, die große Teile in der Bevölkerung billigend jenen Gruppierungen gegenüber anwenden, wobei Ordnungskräfte wegschauen oder mitmischen.

Aber zurück zu den Frauen, zu Müttern und ihren Kindern, die schutzlos den Gewaltexzessen ihrer Ehemänner und Väter ausgeliefert sind. Wie nicht anders zu erwarten, bedarf es einer wesentlich längeren Entwicklung, um im größten Land der Erde jene Zustände zu ändern. Warum? Weil es dort eben keine wirkliche Demokratie gibt mit jenem despotischen Präsidenten, der seine Allmacht auslebt. Und dann zelebrieren hiesige Nazis, also AfD-Politiker und Teile der Linken jenen Herrn Putin als den Heilsbringer des russischen Volkes. Immer schön Mißstände ignorieren in der Welt der Machos, wo der Herr es schon richten wird! Eine rückständige Einbahnstraße, von wegen freie Liebe und Menschlichkeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Von wegen freie Liebe – in Russland herrschen weiterhin Männer

  1. Giorgio Pankari schreibt:

    Dabei war es dort schon anders. Die zuständige russische Ministerin hat hatte seinerzeit höchst persönlich dafür gesorgt, das Schläge wieder zugelassen werden, da sie der russischen Kultur entsprechen.

    Gefällt 1 Person

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