Antisemitismus nimmt hierzulande rapide zu


Israel-Hamas-Konflikt heizt erst recht die Mißstimmung an

Bei Protesten in Gelsenkirchen waren neben Palästinaflaggen auch algerische und türkische zu sehen, Florian Schmidt weist in dessen Bericht bei T-Online zu Recht daraufhin, daß Judenhaß keine Meinung sei. Erst recht nicht hierzulande, wo doch Nazi-Deutschland den Holocaust initiiert hatte. Während im Deutschen Bundestag wie selbstverständlich seit bald vier Jahren Nazis im Plenum sitzen, fühlt sich mancher Mob auf Demos, in den Straßen dazu berufen, seinen Antisemitismus frechweg auszuleben!

Israel weitet Gaza-Angriffe aus und im Ruhrpott werden in Protest-Parolen Juden mal wieder verdammt. Unfaßbar mit welcher Dreistigkeit Geschichtsklitterung erneut sich entflammen darf, manch Ordnungshüter entweder keine Ahnung haben oder schlichtweg jene Provokateure gewähren lassen. Soweit sind wir schon wieder im Herzen Europas.

Halle-Anschlag war nur die Spitze des Eisberges

Was im Oktober 2019 geschehen konnte, der Anschlag in Halle im NSU-Stil, sollte man mitnichten als zufällig werten. Es paßt zur politischen Gesinnung, die sich in all den Jahrzehnten halten und weiterköcheln durfte, ohne daß dies großartige Fortschritte hervorbrachte, Nazi-Schergen das Handwerk zu legen. Das Gegenteil fand viel eher statt.

Insofern muß man mit einer Zunahme rechtsradikaler Gewalt weiterhin rechnen, während im Hintergrund stille Geldgeber lauern, die obendrein den politischen Arm jener Nazis kräftig unterstützen bis hinein in sogenannte bürgerliche Parteien wie die CDU. Jüngstes Beispiel ist die Zustimmung zu jenem Hans-Georg Maaßen. Das spricht Bände.

Keine saubere Trennung zwischen Israelpolitik und jüdischen Mitbewohnern

Genau darin verbirgt sich ein nahezu unüberbrückbarer Graben. Während in vielen Kreisen Kritik an der israelischen Politik verpönt bleibt, mit der fadenscheinigen Behauptung, es handle sich dabei um Antisemitismus, findet dieser real zunehmend hierzulande statt. Juden haben in der Tat berechtigte Angst, wie Florian Schmidt in seinem Artikel schreibt. Daß jene „Querdenker“ dabei gern mitmischen, sollte nicht verwundern. Wer offen auf Bühnen und Demos Rechtsradikale mit unterstützt, hat eine angebliche Distanzierung tatsächlich verpaßt.

Volksverhetzung hat schlichtweg auf keiner Demo etwas verloren, da muß die Polizei mit Nachdruck einschreiten. Versäumt sie dies, erinnert jenes Verhalten an die Gepflogenheiten der Nazi-Ära, die dazu führten, daß jene braune Brut sich unbehelligt etablieren durfte. Das sollte auf jeden Fall verhindert werden!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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