Vertrauen zu Ärzten schwindet


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Bild von Cezary Paweł auf Pixabay

Zu wenig Zeit für Patienten und Handlungsbedarf bei Roter Liste

Nach Aids und Corona eventuell noch mehr? Das wäre allerdings ein wenig zu voreilig, obwohl insgesamt unser Gesundheitswesen in viele Bereichen aneckt, manches total aus dem Ruder läuft, stets dort wo viel Geld im Spiel ist, schließlich geht es eben nicht immer ums Wohl betroffener Patienten, sondern vielfach auch schlichtweg um Profite.

Können wir der Medizin noch vertrauen?, so das Motto und die Frage der Talkrunde im Nachtcafé des SWR-Fernsehens, die Michael Steinbrecher seinen Gästen stellt. Ganz besonders dramatisch der Krankheitsverlauf, den Birgitta Anton schildert, aber auch die Ungewißheit, die Stefan Böhm jahrelang durchleben mußte. Hilfreiche Ratgeber während der Sendung, Psychiaterin und Medizingutachterin Dr. Michelle Hildebrandt und der Investigativ-Journalist Markus Grill.

Weißkittel oder Helfer in der Not?

Manchmal können Patienten ein Lied davon singen, was ihnen alles widerfahren konnte, wenn sie nach jahrelanger Odyssee feststellen müssen, wie verkehrt Ärzte sie behandelten, obwohl im ein oder anderen Fall eigentlich etwas ziemlich Fatales schlichweg ausgeschlossen wurde: das genaue Zuhören. Zu diesem Fazit gelangt auch Dr. Michelle Hildebrandt gegen Ende der Sendung in ihrem Schlußwort.

Die Arroganz mancher Ärzte läßt tief blicken und zu wünschen übrig, während andere sich herzlichst bemühen, ihren Patienten mit Rat und Tat zu helfen. Ziemlich bestätigend die Bemerkung von Markus Grill, daß da sehr viel Geld im Gesundheitswesen steckt, es aber stets auf die Verteilung ankommt, dabei manche Schieflagen Bände sprechen. Ewig lockt die Pharmalobby, so auch in dieser Sendung kritisch festgehalten wird.

Das Arzneimittelverzeichnis, die „Rote Liste“, arbeitet zu ineffektiv

Was im Kontext zum Schicksal von Birgitta Anton besonders auffällt. Obwohl schon Jahre zuvor etliche Patienten durch das synthetische Antibiotikum Ciprofloxacin der Firma Bayer zu leiden hatten, wurde es einfach nicht auf die Rote Liste gesetzt., bzw. dauerte der Prozeß bis zur Entscheidung, es dort zu platzieren, viel zu lang, so daß Frau Anton einen extremen Leidensweg durchleben muße, bis heute davon betroffen ist.

Da kann man sich als kritischer Beobachter nur noch wundern, genauso wie im Fall von Stefan Böhm, der jahrelang etliche Ärzte aufsuchte, die ihm nicht helfen konnten, fast alle Zähne verlor, siebzig Prozent seiner Kiefernknochen, Lympfdrüsen entfernt wurden, bis heute noch Medikamente zu nehmen hat. Erst am Ende diagnostizierte ein Prof. Dr. Schäfer bei ihm Schistosomiasis, eher auch bekannt als Bilharziose, die er sich mittels seines Hobbies als Aquarianer zugezogen hatte.

Während vorschnell manche Ärzte gern psychosomatische Störungen vermuten, greift genau dies tatsächlich dennoch, wie die Psychiaterin in der Talkshow betont. Viele Mißverständnisse wären vermeidbar, ließen sich Ärzte mehr Zeit für Patienten, würde nicht an verkehrten Stellen gespart werden, um in anderen Bereichen zu großzügig zu agieren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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