Sarah Larks Trilogie kommt spannend und mutig daher


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Bild von Ulrich Rueger auf Pixabay

Auf den Spuren der Maori

Zunächst möchte ich Christiane Gohl nahebringen, die sich hinter dem Pseudonym Sarah Lark verbirgt. Die 1958 in Bochum geborene Christiane Gohl benutzt auch die Pseudonyme Ricarda Jordan und Elisabeth Rotenberg, veröffentlichte neben Kinder- und Jugendbüchern hauptsächlich mit der Thematik der Pferde auch Romane für Erwachsene. Nach dem Studium der Pädagogik arbeitete sie als Werbetexterin und Fachjournalistin, sowie auch als Reiseleiterin. Sie betreibt eine kleine Pferdezucht in Spanien und lebt dort in Mojácar, Andalusien.

Nach ihrem ersten, großen historischen Roman, „Indalo – der Gott der Liebenden“,  der unter ihrem echten Namen im Herbig Verlag erschienen ist, gelang ihr mit der folgenden Trilogie  eine bezaubernde Erzählung, mit der sie unter Sarah Lark sich präsentiert.

Das erste Buch, „Im Land der weißen Wolke“, alle drei Bände liegen mir vom Bastei Lübbe Verlag vor, beginnt mit einer Reisebeschreibung zweier junger Frauen von London des Jahres 1852 ins entfernte Neuseeland. Dabei handelt es sich um die adlige Gwyneira, die durch die leichtsinnige Wette ihres Vaters als Wettschuld dem Sohn eines reichen Schafbarons heiratswillig zu sein hat und um die junge Gouvernante Helen, die über eine Kontaktanzeige einen Farmer als vermeintlichen Ehemann kennenlernt.

Die Autorin versteht es brillant, die neuseeländische Landschaft zu beschreiben, aber gleichzeitig die unterschiedlichen Familienstände herauszuarbeiten, wobei die Rolle der Frauen ganz besonders deutlich wird: Sie haben keine Rechte. Wie einen roten Faden verdeutlicht sie genau diese Umstände, so daß dadurch die weiteren Schicksalsschläge vorprogrammiert sind. Ob sie das Glück der Liebe finden, überlasse ich besser Ihnen – lesen Sie diesen packenden Roman, weil danach schon die Fortsetzung lockt.

Das zweite Buch, „Das Lied der Maori“, knüpft daran an, inzwischen befinden wir uns im Jahre 1893, und die zweite Generation beginnt bereits, aktiv sich am Geschehen zu beteiligen. Kura-Maro-Tini verdreht sämtlichen Männern den Kopf, und nicht nur durch ihre exotische Schönheit und Freizügigkeit als Halb-Maori, Tochter des Paul, Gwyneiras Sohn, so daß auch der irische Landadelige, William Martyn, diesem Bann verfällt und sie letztlich heiratet. Es geht auch in diesem zweiten Roman um die Rechtlosigkeit von Frauen, welches ganz besonders deutlich Elaine zu spüren bekommt, wobei ich nicht mehr verraten möchte. Ich kann Ihnen nur anraten, sich weiter in die Erzählung zu vertiefen.

Das dritte Buch, „Der Ruf des Kiwis“, beginnt im Jahre 1907, wobei das einzige Kind von  Kura und William, ihre Tochter Gloria, auf Kiward Station, der Farm ihrer Ur-Großmutter Gwyneira, aufwächst, während die Eltern weltweit auf Tournee sind. Doch die glückliche Kindheit findet ein jähes Ende, als sie zusammen mit ihrer Großkusine Lillian in ein englisches Internat geschickt wird. Lillian paßt sich in der alten Welt an, aber Gloria findet sich mit diesem Zwang ihrer Eltern nicht ab, sie haßt sie dafür und trifft eine folgenschwere Entscheidung, die sie in höchste Gefahr bringt. Das Schicksal nimmt daher seinen Lauf, wobei die Autorin es nicht versäumt, die Familienchronik geschickt fortzusetzen.

Bei allen drei Werken wird eines sehr deutlich: Sarah Lark, bzw. Christiane Gohl hat nicht nur ausgiebige Recherchearbeit geleistet, die Leser erfahren viel über das Wesen der Maori, das überwiegend friedfertige Volk, welches die neuen Herren ohne Widerrede annimmt, und schafft es dadurch auch, daß sich näher mit den Maoris befaßt wird, wobei gleichzeitig gegenseitiger Respekt sich aufbaut, wie er eigentlich beispiellos ist, wenn wir die tragische Geschichte in den weltweiten Kolonien hiermit vergleichen.

Aber auch ihre Landschaftsbeschreibungen machen Lust auf mehr, der Leser möchte am Liebsten ins nächste Flugzeug steigen oder gar ebenso eine Schiffspassage in das Land der Kiwis buchen. Ich kann diese wortgewaltige Autorin nur weiterempfehlen. Alle drei Romane lesen sich äußerst spannend.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Rezensionen

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