Nächtliche Besucher leiten des Menschen Reise ein – Teil 2


 

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Bild von ParallelVision auf Pixabay

Noch während Geosin sich wunderte, warum er jene Gedankenübertragung so deutlich verstand, informierte ihn das außerirdische Wesen, konnte er gar den Dialog zwischen einem anderen und Rita mitverfolgen. Die beiden stellten sich als R404 und S1316 vor. R bedeutete, auf dem Planeten Rostrytha zu enstammen, S stand für den Nachbarplaneten Systrytha, die Nummern entsprachen einem Planquadrat. R404 verriet seinen Kosenamen: Styllux, und S1316 stellte sich Rita als Scophia vor.

„Aber Scophia, wieso habt ihr ausgerechnet uns ausgesucht? Okay, wir haben Däniken gelesen, den Mythos der Hopi verstanden sowie auch Edgar Cayce, aber dennoch wundern wir uns halt“, bemerkte Rita, und Geosin stimmte ihr zugleich zu.

Eine Weile lang hüllten sich die beiden Energiefelder in Schweigen, sie schienen sich wohl zu beraten, obwohl die Jugendlichen nichts wirklich erkennen konnten.

Nichts ist so wie es scheint

Von Beratung waren sie aber reell weit entfernt, in Wirklichkeit tauschten R404 und S1316 sich zusammen mit etwa Milliarden anderer aus, im Verbund, live und direkt. Wie vermochten die beiden Erdenbürger solche Dimensionen verstehen, überstiegen sie deren generelles Ver-ständnis jedweder Logik, die so gar keine Bedeutung mehr hatte in den Weiten des Kosmos?

Genau davon profitierten allerdings nicht nur die Rostrythaner, sondern vielmehr etliche andere intelligente Spezies des Universums. Mensch, der gerade in den Hirnwindungen einer festgefahrenen, starren Wissenschaft verhaftet, meinte, er würde über viele Dinge stehen, stieß nicht nur des öfteren an die Grenzen seiner beschränkten Vorstellungskraft, wurde gar viel eher eines Besseren belehrt. Insofern bedeuteten die manchmal ziemlich ausgeschmückten Science-Fiction-Romane einiger Zeitgeister nicht nur eine angenehme Bereicherung, sie kamen der unerschöpflichen Realität anderer Welten sehr nahe.

Styllux beantwortete in Sekundenschnelle ihre Frage, Mensch sei schon immer unter Beobachtung gestanden, seitdem der Blaue Planet mittels seiner eigenen Spezies bevölkert wurde, dessen Ursprung liege unvorstellbar weit im Kosmos verborgen, verstreut und verteilt. Deshalb hatten manche Erdenbewohner auch gewiße Vorahnungen von Parallelwelten: Diese existieren tatsächlich, nur würde man uns bewußt im Unklaren lassen.

Soeben wollten Rita und Geosin Scophia und Styllux weiterlöchern, als im selben Moment etwas unfaßbares geschah. Die Zeit schien abrupt stillzustehen, sämtliche Sinne der beiden entschwanden schlagartig, sie vermochten weder zu hören, zu sehen noch zu fühlen. Einzig die Gefühlswelt arbeitete im intuitiven Bereich neben dem Verstand, so daß sie erahnten, was da plötzlich geschah.

Aber Ahnungen bedeuteten ebenso ein Vakuum einiger Zweifel, die ihnen allerdings zugleich genommen wurden. Die Rostrythaner erklärten es ihnen kurz. Jedwede materielle Verschwendung würde unnötige Ressourcen kosten, die nicht nur auf Erden kostbar, gleichwohl in anderen Galaxien. Aus diesem Grunde hätten sie uns entmaterialsiert, wobei die Bestandteile dabei keineswegs verlorengingen, die beiden jederzeit sich per Gedanken artikulieren könnten, per menschliche Sinne weiterhin dem Geschehen der Umwelt zu folgen vermögen. Sie sollten sich vorstellen, ganz ähnlich wie beim Herrn der Ringe unsichtbar zu sein, nur daß hierbei nicht das Böse sich dadurch offenbare.

Böse Gesellen gäbe es ohnehin, nur jene würden sich nicht so simpel zeigen, sondern wesentlich geschickter handeln. Als Rita nachhaken wollte, beruhigte sie Scophia, hier seien sie komplett geschützt. Die Größe der UFOs entsprächen einem Stecknadelkopf, das, was die Menschen hin und wieder sehen würden, wären lediglich Projektionen, die der Ablenkung dienen.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Nächtliche Besucher leiten des Menschen Reise ein – Teil 1

Erschienen im Buch „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ (BoD)

Kategorie: Kurzgeschichten

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