Annalena Baerbock nächste Bundeskanzlerin?


Die Union kann kaum noch punkten

Natürlich werden sofort all jene aufspringen, die in der Partei der Grünen einen Aggressor sehen, der mit der Nato gut kann und die Hartz-IV-Gesetzgebung mitzuverantworten hat. Doch ganz so simpel sollte man politische Entscheidungsträger mitnichten abwerten, schließlich wissen wir allesamt, was Politik real beinhaltet. Kompromißbereitschaft.

Angela Merkel steht zur nächsten Bundestagswahl nicht mehr zur Verfügung, nach einer genauso langen Amtszeit wie die des Dicken sollte auch mal die CDU durchschnaufen und anderen den Vortritt lassen. Stand noch nach der Merz-Niederlage eine Spaltung der CDU im Raum, obendrein die konservative Partei keinen ernstzunehmenden Kanzlerkandidaten vorweisen kann, darf man ohne weiteres bis heute davon ausgehen, daß viel eher die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl das Ruder übernehmen könnten.

Robert Habeck bei weitem nicht sattelfest

Genau das werden scharfe Beobachter ihm anlasten. Hingegen Annalena Baerbock kann, wenn sie will, wie auch die Sueddeutsche kommentiert. Constanze von Bullion stellt fest, daß bei den Grünen Frauen in der Regel den ersten Zugriff auf eine Position haben. Wer die Historie dieser Partei kennt, mag dies bestätigen, denken wir an Petra Kelly und andere Frauen, die die Partei entscheidend geprägt haben.

Schon vor knapp zwei Jahren titulierte Stephan-Andreas Casdorff in seinem Artikel „Der zerbrechliche Robert Habeck“ im Tagesspiegel, ließ berechtigter Kritik freien Lauf. Die damalige Enteignungsdebatte sei nur der Anlaß. Tatsächlich verhaspelt sich Habeck von Zeit zu Zeit in etlichen Talkshows, wenn man ihm zu stark auf den Zahn fühlt. Da ist eine Annalena Baerbock wesentlich schlagfertiger, selbstsicherer unterwegs. Das könnte ihm jetzt zum Verhängnis werden.

Nach der Pleite der Landtagswahlen hat die CDU großen Handlungsbedarf

Die erheblichen Stimmverluste in den beiden Landtagswahlen dürfte der CDU noch die ein oder andere Hürde abverlangen, wenn es denn damit getan sein wird. Das wäre vielleicht allzu simpel, schließlich merken sich Wähler sehr wohl etliche Wahlschlappen, ob mit oder ohne anschließendem Mediengerangel. Dafür ist der Ernst der Lage auch jetzt im Herbst unbedingt vorprogrammiert. Dafür ist der Ernst der Lage auch jetzt im Herbst unbedingt vorprogrammiert im Jahr Zwei der Corona-Pandemie, anhaltenden Spannungen zwischen den Supermächten, vor allem einer Klimakrise.

Letzteres traut man eben den Grünen wesentlich mehr zu als einer abgewirtschafteten Union, die obendrein mit ewig gestrigen Rezepten wie die des Herrn Merz um die Ecke kommt. Das schafft kein Vertrauen, sondern viel eher Mißtrauen. Insofern hat Annalena Baerbock eigentlich ein leichtes Spiel als potentielle Kanzlerkandidatin.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Eine Antwort zu Annalena Baerbock nächste Bundeskanzlerin?

  1. Ich finde die Hetze gegen Frau Baerbock in sozialen Medien und in den Medien überhaupt ganz unsäglich. Herrje. Da geht manchen wirklich einer ab. Fürchterlich.
    Schon das allein lässt mich dazu tendieren, Frau Baerbock zu wählen.
    Aber das ist es nicht. Tatsächlich ist ´Grün´ in dieser Wahl die einzige Partei, die auf einen einigermassen effektiven Klimaschutz hoffen lässt. Das ist Grund genug.

    Gefällt 2 Personen

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