Russlands Revolte hat viele Gesichter


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Bild von step-svetlana auf Pixabay

Weder Putin noch Nawalny werden es richten

Überall lehnen sich die Menschen auf, sobald Möglichkeiten des Protestes sich offenbaren, das Leid anwächst. In Demokratien ein Recht, die Meinung zu äußern, zu demonstrieren. In despotischen Staaten wohl eher nicht, wie wir in der Türkei, Weißrussland, in Nord-Korea und auch in Russland selbst verfolgen können. Doch was hat es mit jenem Alexej Nawalny auf sich, der doch Wladimir Putin Paroli bieten will?

Einerseits meint alle Welt, der Kreml habe diesen vergiften wollen, Despoten schalten ihre Gegner einfach aus, andererseits mag man kaum glauben, daß Ex-KGB-Leute dermaßen schlampig arbeiten, um dies nicht hinzubekommen. Skepsis sei insofern angesagt, was da wohl tatsächlich dahintersteckt, zumal Alexej Nawalny selbst kein unbeschriebenes Blatt ist mit seinem nationalistischen Gehabe. Erneut treibt ein eventueller Oligarch dem alten angebliche Flausen aus, so wie dies zuvor Putin tat, als er sein Amt begann und aufräumte?

Junge Russen zeigen Courage

Nur zu welchem Preis? Von Putin eingesperrt, geschlagen, schickaniert, betitelt Annika Leister bei T-Online ihren Artikel. Dabei zählt sie eine fragwürdige Beschreibung nach der anderen auf, was der Kreml an „Antworten“ parat habe, weil doch in Russland noch das Recht bestehe, demonstrieren zu dürfen, wie jemand voller Inbrunst hervorhebt.

Doch Wladimir Putin fühlt sich in die Ecke gedrängt, da unterschiedliche Protestformen ohnehin schon länger stattfinden, denken wir an Irina Slawinas Selbstmord, der Putins dikatorischen Kurs offenbaren sollte. Das sorgte weltweit für viel Aufmerksamkeit, auch wenn Putin selbst fast gar nicht reagierte. Junge Russen lassen sich inzwischen ganz offensichtlich nicht mehr aufhalten, das erinnert an andere Protestwellen, denken wir an den Arabischen Frühling.

Unregierbar das größte Land der Erde

Das wußten sowohl alle Zaren im großrussischen Reich als auch die kommunistischen Führer von Stalin bis Breschnew. Nicht weiter verwunderlich angesichts der gigantischen Größe, ca. so riesig wie China und Australien zusammengenommen. Obendrein mit sehr vielen Völkern, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Ganze von Moskau aus zu regieren? No way, würde man in den USA kommentieren.

Apropos USA. Nach oder mit dem Trump-Desaster wird sowieso immer deutlicher, was Putins Kreml dabei wohl ausgeheckt hatte mit dessen Einflüssen beim Wahlkampf 2016. Wer heute noch von Zufall oder geheimnisvoller Verschwörung schwafelt, hat den Kern des Anliegens nicht im Ansatz verstanden. Wie überall auf der Welt spielt Macht die größte Rolle. Die lassen sich Herrscher wie Putin oder ein US-Präsident nicht nonchalant nehmen. Das sollten alle Protestler sich stes vergegenwärtigen. Es bedarf wohl einer ganz anderen Taktik, um jene brutalen Systeme zu stoppen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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