Ein Jahr Covid-19 und kein Ende der Pandemie in Sicht


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Bild von Henrikas Mackevicius auf Pixabay

Was läuft verkehrt beim menschlichen Versagen?

Das letzte Jahr wird als das Corona-Jahr in der Geschichte der Menschheit haften bleiben. Tatsächlich? Immerhin hat unsere Spezies schon etliche Pandemien durchlebt und überstanden. Mit dem Covid-19-Virus kam lediglich eine neue hinzu, die verglichen zur Spanischen Grippe bis jetzt noch relativ glimpflich verläuft. Allerdings mag das trügersich sein, schließlich zog sich der Verlauf der Spanischen Grippe länger hin, war obendrein die Wissenschaft dessen Virus eher hilflos ausgeliefert.

„Weitere Pandemien lauern schon“, gab der Zoologe Peter Daszak im taz-Interview zum Besten. Dabei betont er völlig zu Recht, daß wir selbst es in der Hand haben, weitere Pandemien zumindest einzudämmen, in dem wir unser Verhalten überdenken und ändern. Ursächlich seien der Klimawandel und das Artensterben hauptursächlich beteiligt, was zweifelsfrei Mensch selbst zu verantworten hat.

Versagen auf ganzer Linie berechtigter Vorwurf gen Politik?

Man sollte vielleicht nicht ganz so hart urteilen, letztlich sind Politiker auch nur Menschen, die Fehler begehen, vor allem angesichts wegen des tragischen Verlaufs und dem ständigen Datenabgleich zwischen neuen Erkenntnissen und Entscheidungen, die dann schnellstmöglich abgestimmt getroffen werden müssen. Hierzulande erst recht nicht leicht wegen des föderalen Systems.

In dem Interview mit der Epidemiologin Ulrike Haug zum Corona-Impfstoff wird deutlich, wie schwierig sich die Sachlage gestaltet. Dabei beruft sie sich auf eine unsichere Datenbasis, die Vergleichsstudien erschweren, obendrein dürften keine bürokratischen Hürden und Verunsicherungen den Impfverlauf erschweren. In anderen Worten, die Politik ist durchaus gefragt, ihre Hausaufgaben sehr gewissenhaft zu machen und durchzusetzen!

Parallel hat wohl die EU eine viel zu zaghafte Strategie verfolgt, Europas fataler Geiz läßt grüßen, wie Stefan Kaiser in seinem Kommentar im Spiegel anmerkt, eine All-inclusive-Order bei allen Pharmafirmen wäre günstiger gewesen als weitere Monate im Shutdown.

Vom Unwort des Jahres zur nüchternen Realität

Neben „Rückführungspatenschaften“ reiht sich noch „Corona-Diktatur“ als Unwort des Jahres 2020 ein. Letzteres bezieht sich vor allem auf jene Covidioten, die weiterhin nicht kapieren wollen, wie lebensgefährlich uns alle jenes Virus auf die Pelle rückt. Dabei gibt es durchaus auch positiv praxisnahe politische Entscheidungen wie z.B. die des Rostocker Oberbürgermeisters Claus Ruhe Madsen, der mit seiner Covid-Strategie erfolgreich zu sein scheint. Und zwar per Erhöhung von möglichst vielen Testungen, die Kontakt-Ketten zu schließen, anfangs gar gegen die Widerstände des RKIs.

Kann eine angestrebte Null-Fälle-Strategie Deutschland aus der Corona-Krise führen? Dieser Frage geht Zeit Online nach, führende Forscher schlagen der Kanzlerin einen No-Covid-Plan vor. Es bleibt zu hoffen, daß solche Pläne tatsächlich greifen. Andererseits sollten wir uns alle besser darauf einstellen, in diesem Jahr mit der Seuche uns zu arrangieren, selbst durchgeimpft stehen noch viele Fragen im Raum, z.B. wie sich bestimmte Mutationen des Virus verhalten.

Während ein Herr Lindner und andere neoliberalen Schergen ein Ende des Lockdowns fordern, schlagen manche Ökonomen wie z.B. Rudolf Hickel vor, Zero Covid zu unterzeichnen, „sein Motiv sei auch eine persönliche Verzweiflung“. Die Bundesregierung wäre mehr als gut beraten, solchen Stimmen viel eher zu folgen als den Forderungen der Liberalen und Konsorten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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