Massenhafte Kavaliersdelikte


Mir schwinden die Sinne,
wenn ich weiterspinne
den Gedankenfaden,
das Töten ohne Gnaden,
gesellschaftsfähig,
niemand straffällig,
weil Mord durch Massen,
keiner ist zu fassen,
zu viele Täter,
Lebensverräter,
keiner Schuld bewußt,
obwohl sie es gewußt,
daß Menschen sterben,
Glücklichsein in Scherben,
was zählt der Nächste schon,
wenn gemeinsamer Hohn
als Frustableiter
die Existenz bringt weiter,
mediale Bekanntheit,
finanzielle Sicherheit
durch Spenden,
wenn andere Leben enden,
nimmt man dies in Kauf,
weil Opfer zu Hauf
keine Namen mehr tragen,
was bleibt noch zu sagen,
Zahlen Gesichter verbergen,
deshalb die Schergen
sorgenlos töten,
Recht geht flöten,
Skrupellosigkeit
ist stets die Freiheit
zur Vernichtung,
egal aus welcher Richtung
die Massen sind mobilisiert,
wenn Tod nicht mehr interessiert,
diese Henker der Zukunft
handeln nicht aus Vernunft,
darf niemand eigenständig denken,
darf keinem diese Worte schenken,
als Mahnung vor den Heuchlern,
dann steht Gesetz hinter den Meuchlern,
die grölend durch die Straßen laufen,
während andere ums Leben schnaufen,
es ist kein Kavaliersdelikt
zu ignorieren, wenn ein Mensch erstickt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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