Der größte Scherz ist der Merz


Superlative auf dem Weg ins Nichts

Aber mal Hand aufs Herz, was für ein Terz! Genug gereimt, jetzt wird wieder weiter geschleimt. Stellen wir uns doch mal einfach vor, 2021 sei im vollen Gange, die Bundestagswahl rückt näher. Der Blick hinter die Kulissen emsiger Dreistigkeit, wer denn die Geschicke des Landes nach der Merkel-Ära leiten möge, lohnt sich ohnehin, schließlich hängt so manches davon ab.

Besonders interessant die Feststellung, daß die Union per se davon ausgeht, mal wieder den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin zu bestimmen. Mit Blick zu den aktuellen Zahlen rund vier Wochen vor Heiligabend dürfen sie das auch. Die Grünen kratzen gerade mal an der Zwanzig-Prozent-Marke, die Sozialdemokraten erfreuen sich, die fünfzehn Prozent überwunden zu haben, jene Rechtsradikalen dürften nochmal zweistellig sich im Deutschen Bundestag austoben, während die Liberalen und Linken gleichauf bei rund sieben Prozent vor sich hindümpeln.

Aber was heißt das denn real? Ganz einfach, die Wähler bleiben unschlüssig, von einem Durchbruch, der Politik neues zuzutrauen, kann so gar keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. Und dann möchte ein Friedrich Merz den Bundeskanzler machen? Wie armselig.

Man bedenke, einer aus der Wirtschaft, der obendrein ausgerechnet für BlackRock im Vorstand saß, weiterhin feixend Frauen mißachtet, so gar kein Verständnis für Hartz-IV-Betroffene hegt, Umweltschutz als lästiges Problem mit wenigen Handgriffen lösen möchte. Es fragt sich nur mit wem. Am Ende erneut mit den Sozialdemokraten? Die Grünen sind angeblich skeptisch, wie sie mehrmals in Talkshows kundtaten.

Corona erlebt just eine dritte Welle, April 2021, Merz hat ohnehin mit großem Abstand Röttgen und Laschet überwunden, tritt gegen Scholz und Habeck an, ein knappes halbes Jahr vor der Bundestagswahl, möchte in die Fußstapfen von Merkel.

Können die Wähler ihm wirklich trauen? Manche erinnern sich an dessen Rückzug aus der Politik, andere vergleichen ihn gar mit Schröder, der auch mal als Hoffnungsträger antrat nach 16 Jahren Kohl. Merz toppt ausgerechnet 16 Jahre Merkel? Mitnichten! Kann nicht gutgehen. Der aufmerksame Wähler dreht sich um am frühen Morgen des 1. April und murmelt etwas von einem Aprilscherz.

In der Aufwachphase weiß er nur zu genau, daß die Realität ihn eingeholt hat. Nix da, von wegen Scherz! Es ist doch tatsächlich dieser Merz. Uff, der Friedrich, der Friedrich ist ein böser Wüterich, wie widerlich! Darauf können wir einen lassen, mit dem ist so gar nicht zu spaßen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Der politische Witz

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Eine Antwort zu Der größte Scherz ist der Merz

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Wie anzunehmen war, ist die Bedrohung aus dem Jahr 2000 nicht aufgehoben, sondern war erstaunliche 16 Jahre nur verschoben…

    Gefällt 2 Personen

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