Klimaliste fordert die Grünen heraus


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Bild von Dominic Wunderlich auf Pixabay

 

Wählergruppen als notwendige Konsequenz

Wer in der Opposition sich befindet, kann durchaus lamentieren, sich wichtigtuerisch einbringen, was keinesfalls die Rolle schmälern oder herabwürdigen soll. Nur beim Regieren selbst offenbaren sich Realitäten, wann vorherige Standpunkte um- und eingesetzt werden oder eben angesichts zu vieler Kompromisse im Sande verlaufen.

Die Grünen hatten in den sieben Jahren unter Schröder ihre Gelegenheit real verspielt, unabhängig davon, daß die Sozialdemokraten selbst lieber dem neoliberalen Weg hinterherhechelten. Das könnte sich zum Superwahljahr 2021 als Retourkutsche herauskristallisieren, wenn ein Friedrich Merz bei den Verhandlungen scheitert, ein Olaf Scholz besser mit den Grünen im Boot sitzt, wenn da nicht eine Klimaliste den Grünen einen Strich durch die Rechnung machen sollte. Für die Umweltaktivistin Sandra Overlack „war es nie genug“, ist sie von den Grünen enttäuscht, wie sie im Interview bestätigt.

Die Zeit der vielen Kompromisse ist passé

Aus naheliegendem Grund, beim Klimawandel nutzen niemand faule Ausreden. Sollte die verantwortliche Politik weiterhin vor sich hinschlummern mit ihren halbherzigen Aktionen in der Klimakrise, wird auch Deutschland sein Ziel des Pariser Abkommens nur verfehlen!

FFF hat garantiert nicht zufällig die Welt erobert. Die unnötigen Versuche seitens etlicher Prominenz, Greta Thunberg zu verunglimpfen, von Dieter Nuhr bis hin zu Wolfgang Bosbach entlarvt die klägliche Stimmungsmache, wovon sie selbst sich keineswegs beeindrucken läßt. Gut so.

Auf die Frage, ob Wirtschaftswachstum und Klimaschutz zusammenpassen, hadert Sandra Overlack nicht, bringt die Möglichkeit von neuen Arbeitsplätzen bei der Energiewende ins Spiel. Eine deutlichere Ansage wäre aber vonnöten. Die Menschheit hat keine Chance, die Klimakrise zu meistern, will sie das Wirtschaftswachstum hochhalten. Das hat sich somit einzureihen bei der Notwendigkeit, daß wir alle überleben wollen.

Heute die Grünen, morgen die Klimaliste?

Denkbar, obwohl der Name „Klimaliste“ sich noch ändern  könnte. Die Idee grüner Politik hat ohne weiteres ihren fundierten, glaubwürdigen Ursprung. Erst recht beim Versagen linker Parteien, die dem Umweltschutz in den letzten Jahrzehnten zu wenig Beachtung schenkten, ganz ähnlich wie das damalige Versäumnis der Sozialdemokraten.

Genauso könnte es den Grünen jetzt ergehen, wie man bereits im Ländle feststellen darf. Andererseits schloß Sandra Overlack eine Zusammenarbeit mit den Grünen nicht aus. Politik lebt auch von der Bereitschaft, sich selbst und die eigene Partei kritisch zu betrachten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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