Kniestrümpfe sind kein Omen


https://pixabay.com/de/photos/socken-kniestr%C3%BCmpfe-bein-fu%C3%9F-4504272/

Bild von Ollebolle123 auf Pixabay

Kniestrümpfe hielten dafür her,
wer sittsam und reinlich wär,
stets akkurat hatten sie zu sitzen,
manche extra versehen mit Spitzen,
die weißen waren für sonntags,
bunt war erlaubt wochentags,
Ausnahmen wurden geduldet,
war man den Jungs geschuldet,
irgendeiner Tradition verpflichtet,
oder der Moderne angedichtet,
der Gummizug unter dem Knie,
parallel hat zu sein, vergeß ich nie,
in der Kirche war Vorsicht geboten,
Füße auf der Kniebank verboten,
war es Herbst oder regnerisch,
die Strümpfe gleich unansehlich
vom Geschmier der Straßenschuhe
und aus war’s mit der Sonntagsruhe,
zu achten hatte man auf die Strümpfe,
noch auf dem Kirchhof gab’s Geschimpfe,
den sorgenvollen Eltern war’s peinlich,
ihr Kind vor aller Augen nicht reinlich,
beschämt mit gesenktem Haupt,
den Blick nach unten und überhaupt
beraubt wurde man der Andacht,
weil ständig an die Strümpf‘ gedacht,
verwunderlich ist’s daher schon,
ohne der Litanei der kirchlichen Passion
kann man auch Werte erlangen,
man kann mit den Strümpfen anfangen,
egal ob schmutzig, rutschend, also unzüchtig,
Akzeptanz und Veränderbarkeit sind wichtig.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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