Weltpolitik relativiert sich ziemlich schonungslos


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Pflegen wir eine Kultur des Wegschauens?

Manchmal könnte man sich die Haare raufen, – wer denn noch welche hat, es soll ja Menschen geben, bei denen die Glatze fleißig voranschreitet -, wenn wir uns das Geschehen auf der Erde vergegenwärtigen. Anstatt Mensch im Laufe seiner Entwicklung aus den gleich mehrfach wiederholten Fehlern lernt, setzt er stets noch eins obendrauf. Als Folge einer Summierung des weltweiten Leids. In der Weltpolitik schaut es gar nicht gut aus, auch wenn manche Zeitgenossen beschwichtigend bemerken, es sei alles relativ. Natürlich wird niemand ernsthaft behaupten können, sämtliche Widersprüche und daraus resultierenden Konflikte lösen sich mir nichts dir nichts in Luft auf.

Der Mensch erschafft einerseits ständig Neues, um auf der anderen Seite die eigene Spezies zu bekriegen aus ganz vielen unterschiedlichen Gründen, die aber allesamt völlig unnötig wären. Dennoch handeln wir in derart selbstverständlicher Weise, die im totalen Gegensatz zu sämtlichen geistigen Erkenntnissen stehen. Waren alle philosophischen Überlegungen und moralisch-ethisch ins Leben gerufenen Grundsätze vergebens, verblassen einfach im Ernstfall, wenn wir uns Einzeln, als unterschiedliche Glaubensbrüder oder als Nationen gegenüberstehen? Reduziert sich genau an diesem Punkt geistiger Anspruch auf den ganz banalen Überlebenstrieb, wobei der Schwächere als Verlierer nun mal den Kürzeren zieht, wie millionenfach geschehen bis heute anhaltend sich offenbart?

Mensch reduziert sich als unfähige Kampfmaschine, die in ihrer gesamtgeschichtlichen Entwicklung eines auf alle Fälle gnadenlos äußerst effektiv angewendet hat: die eigene Spezies ständig leiden zu lassen. Müssen wir eingestehen, daß die buddhistische Anmahnung der Überwindung des Leides selbst exakt die Hürde darstellt, die Mensch zu bewältigen hat? Es schaut ganz danach aus, und keineswegs dürfen wir dabei jetzt irgendwelche religiöse oder gar esoterische Mutmaßungen vorschieben, um ein Argument zur Fortsetzung dieser Gewaltformen zu suchen und somit zu finden.

Ganz im Gegenteil, die Menschheit täte sehr gut daran, sich zu besinnen, was da eigentlich in einer merkwürdig gleichgültigen Grundhaltung sie selbst zuläßt. Während eine überwiegende Mehrheit bei ständigem Überlebenskampf die nackte Existenz zu sichern versucht, eine gewisse Anzahl Privilegierter per Konsumrausch und medialer Ablenkung damit beschäftigt sind, den aussichtslosen Traum eines superlativen Reichtums nachzueifern, lassen es sich bestimmte Eliten wie die Made im Speck aufs Beste gut gehen. Jeder von uns kennt diese simplen Pyramidenmodelle, die letztlich sich bewahrheiten, außer daß an ihrer Spitze nicht einer steht, aber einige Wenige mit unermesslich angehäuften Reichtum.

Doch wer vermag schon die historisch stattgefundene Menschheitsentwicklung nonchalant aufhalten und somit wegdenken, die all das Leid aufgrund ewiglicher Ausbeutung tatsächlich als eigentliche Ursache hervorgerufen hat? Niemand. Somit gilt es, die Zusammenhänge zu durchschauen, aber mitnichten einige Wenige, sondern so viele wie möglich. Bildung mit all ihrem Wissen zusammen mit den kreativen Fähigkeiten des Menschen ist letztlich als die Chance zu betrachten, das Dilemma dieser völlig zerstörerisch destruktiven Weltpolitik nachhaltig zu verändern. Das kann aber nicht plötzlich oder ziemlich schnell geschehen.

Wenn wir uns die vielen Versuche der Weltgemeinschaft vergegenwärtigen, eben das  Leid zu reduzieren, denken wir z.B. an die in Frage zu stellende UNO, dann muß man sich dennoch wundern, daß sich nichts wirklich verbessert hat. Die  eigentlich stattfindende Abhängigkeit bedingte bisher ein Klima des „Stillhaltens“, einer Duldung eines möglichst schöngeredeten Ideals, welches aber viel eher einer realen Ignoranz gegenübersteht. Mit anderen Worten, unsere moralisch-ethischen Grundsätze finden da draußen keinerlei Anwendung, sobald geldgierige Mächte ihre schmutzigen Finger ins Spiel bringen. Ihnen hat sich alles unterzuordnen, selbst Menschenopfer dienen als Mittel zum Zweck.

Was wir heute naserümpfend als überwunden darstellen und vollmundig verkünden, das barbarisch sichtbare Abschlachten ganzer Volksmassen, findet weiterhin auf unterschiedliche Weise statt, entweder in kriegerischen Konflikten oder in sogenannten Friedenszeiten, wo tatsächlich innerhalb der Gesellschaft eine soziale Schieflage die nächste jagt, nur mit dem Unterschied, daß es halt schleichend vonstattengeht mit dem Morden. Übertrieben, meinen Sie?  Eine stetig zunehmende Zahl an psychischen Krankheiten, an Selbstmorden und latent vorhandener Gewaltausbrüche quer durch sämtliche Gesellschaftsschichten spricht  schon eine ziemlich deutliche Sprache, daß da etwas grundverkehrt läuft, oder?

Bekommen Sie diese Bilder aus dem Kopf, mit denen all jene konfrontiert, die ständig vor den Fernsehern sitzen oder sich Videoclips via Internet und Smartphone gönnen? Dabei um sie herum Gewalt im Alltag an der Tagesordnung herrscht? Gleichzeitig die Politik nichts anderes tut, als den Eliten gehorchend die leidende Gesellschaft eben nicht auffängt, sondern sich alles nach den Finanzströmen richtet und unterordnet, die letztlich über das Wohlergehen entscheiden?!

Was muß sich jetzt ändern? Wollen wir weiterhin in eine hoffnungslose Zukunft blicken? Reicht es aus, diese Zusammenhänge zu analysieren, um dann zur Tagesordnung überzugehen? Keineswegs. Dennoch gibt es da ein kollektives Unterbewußtsein, was da mitschwingt. Vielleicht muß das weltweite Leid noch viel größer werden, damit dies sich milliardenfach endlich selbst aktiviert und genau das in die Hand nimmt, was getan werden muß: Das Zeitalter eines globalen Friedens endlich auch zu leben. Das kann nur funktionieren, wenn Ausbeutung nicht mehr stattfindet. Und dabei bedingt das eine das andere, d.h. auch Überreichtum gehört dann endgültig der Vergangenheit an.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Antwort zu Weltpolitik relativiert sich ziemlich schonungslos

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Ich habe noch eine Menge Haare, aber ich raufe sie nicht, denn ich hab ja nichts falsch gemacht. Ich habe allerdings einen Klassenkameraden gefragt, der Hygieniker geworden ist, also weiß, worum es geht. Der teilte meine Meinung, die pauschale Teilung des Volkes sei Unsinn, er würde auch nur Gesunde und Kranke trennen. Die Zahl der Verseuchten, also Infizierten steigt unbeeindruckt weiter, egal, wie heftig Querdenker und Rechte gegen das Virus demonstrieren!

    Liken

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