Antiamerikanismus um jeden Preis?


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Bild von Jörg Petersen auf Pixabay

Ewige Feindbilder verlieren ihre Wirkung im Globalismus

Wer immer noch die alten Feindbilder hochhält, von wegen Kalter Krieg oder eine USA, die unbedingt China als neuen Feind ausmacht, um die Rüstungsspirale in die Höhe zu treiben, hat politische Zusammenhänge nicht im Entferntesten begriffen. Sicherlich kann man sich völlig berechtigt über den Hegemon auslassen, seine Verfehlungen. Aber Politik verhält sich wesentlich komplexer und obendrein mit dem Globalismus komplizierter.

Die Grenzen der Standpunkte und Rechtfertigungen verwischen. Ins Hintertreffen gerät ziemlich offensichtlich auch Europa, welches von den drei anderen Großmächten letztendlich bedroht wird. Mit der Wahl Joes Bidens hat der Westen wieder einen Partner, Russland als ewiger Feind steht nicht mehr an erster Stelle, die VR China sollte uns alle wesentlich mehr zu denken geben. Bei dieser Staatsmacht, die unübersehbar despotisch straff geführt wird, Menschenrechte genauso wenig zählen wie Umwelt- oder Klimaschutz.

Und wie reagieren die Linken in diesem Kontext? Sie halten das Bild vom Hegemon hoch, rechtfertigen eigene Kritik gegen die USA mit der Verharmlosung Chinas oder Russlands, kein Wunder, daß jener Putinismus sich ungebremst ausbreiten kann, den auch rechtsradikale AfD-Politiker hofieren. Das sollte zu denken geben, die beiden extremen Parteien im Deutschen Bundestag liebäugeln und hofieren einen Oligarchen. Da kann nur Geld und Übervorteilung im Spiel sein. Der geneigte, noch halbwegs bei klarem Verstand politische Beobachter kommt dabei ins Grübeln. Nachlesebar beim Shitstorm gen Katja Kipping im Facebook, die nüchtern Joe Biden gratuliert. Gewisse Reaktionen lassen tief blicken, wieso ausgerechnet ein Donald Trump von denen hochgehalten wird.

Es braut sich was Dramatisches zusammen, Allianzen bilden sich, die einem Ziel entgegenblicken. Einem erneuten Faschismus, der oftmals in einem anderen Gewand daherkommt. Es muß nicht gleich offensichtlich der Alleinherrscher, der unübersehbare Diktator sein, durchaus regieren sie mit Alibi-Parlamenten, die Liste der Staaten, wo jenes demokratische Prozedere schlichtweg mit Füßen getreten mißachtet wird, nimmt viel eher zu. Das gilt für die Türkei, Russland, Ungarn, Polen, Brasilien, Weißrussland, Aserbaidschan, die VR China. Die USA befreien sich gerade von jenem Donald Trump, der mit seiner Haltung ohne weiteres in der Liste jener Staaten gut geglänzt hat.

Der Preis jener eigentlich lobenswerten Kritik bröckelt erheblich, Antiamerikanismus verliert nicht nur seinen berechtigten Glanz, die Gefahren tatsächlicher Feindschaften werden schlichtweg übersehen, auch von jenen Sympathisanten linker Politik. Es kann doch nicht sein, daß die brutale Herrschaft Chinas ignoriert wird, während man einem Putin den roten Teppich ausrollt, um Joe Biden, noch nicht einmal im Amt, mit alten Vorwürfen zu überschütten?! Wer solche Überlegungen außer acht läßt, darf sich nicht wundern, wenn ihm nonchalant das Fell über die Ohren gezogen wird. Aufrüstung ist genauso abzulehnen wie inszenierte Kriege, außer Frage. Aber die Huldigung von Despoten kann niemals toleriert werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

                                  

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3 Antworten zu Antiamerikanismus um jeden Preis?

  1. Ronald Schubert schreibt:

    Eine neue Besetzung in den USA und alles ist anders? So einfach sieht es zwar aus, ist es aber nicht. Sie sind ja weiter unberechenbar und simulieren eine Verteidigung, die heutzutage absolut unnötig ist, denn gegen Terror hilft die nicht und gegen den Angriff der verbündeten Reiterei der Mongolei und Kenia ist die auch nutzlos…

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    • hraban57 schreibt:

      Wer sagt denn, daß alles anders sein soll mit jener neuen Besetzung? Natürlich nicht. Nur mit dem blonden Dollen wäre die USA erst recht vor die Hunde gegangen. Es gibt kein Patentrezept für Frieden, Abrüstung. Terror entsteht nur dann, wenn man diesen fördert. Dazu bedarf es einer grundlegenden Änderung weltpolitischer Verhältnisse, wobei Mensch sein Verhalten zu ändern hat. Zu komplex, dies hier alles zu erläutern.

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      • Ronald Schubert schreibt:

        Man erwartet von neuen Besen, sie würden anders kehren. Nur hat das orangene Monster ein derart zerrissenes Land hinterlassen, da wird Biden erstmal mit der Heilung dieser Wunden beschäftigt sein, bevor er sich auf eine Außenpolitik stürzt.

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