Buckeln auf Kosten einer kleinen Elite


Weltbank fordert widerlegten Unsinn

Es war schon peinlich genug, daß landauf, landab immer wieder in den letzten Jahren die Forderung nach längerer Arbeitszeit seitens gewisser Politiker und Arbeitgeber in dem Raum stand. Vorneweg mit dabei die Weltbank, die die geringe Lebensarbeitszeit kritisiert.

Weiterhin wird am Wachstum festgehalten, obwohl längst klar sein müßte, daß genau diese Erwartung eben nicht erfüllt werden kann. Und um den Touch von einer größeren Seriosität zu vermitteln, wird erneut der Ruf nach Maßstäben der Neidfaktoren lauthals verkündet, wer keine Arbeit habe, würde sogar relativ großzügig behandelt, auch sei es leicht, in Rente zu gehen.

Klar doch, wenn europäische Länder nach jahrzehntelangem Kampf es endlich geschafft haben, soziale Standards und einen gerechten Wohlstand aufzubauen, muß nunmehr dieser in Frage gestellt werden, weil man nonchalant diese mit der restlichen Welt vergleicht. Obwohl just genau diese sozialen Errungenschaften ohnehin stetig flöten gehen, denken wir nur an die menschenverachtende Hartz-IV-Gesetzgebung in Deutschland. Was treibt eine Weltbank an, dermaßen unprofessionell vorzugehen?

Die Weltbankgruppe hat sowieso ihre Hausaufgaben nicht gutgemacht

Ausgerechnet die Weltbankgruppe meinte, sich zu Wort melden zu müssen, wie europäische Länder ihre Arbeitsmarktpolitik zu gestalten haben. Dabei hat diese Gruppierung in den fast letzten vier Jahrzehnten eine Öffnung der Märkte der Entwicklungsländer sowie die stetig voranschreitende Privatisierung der öffentlichen Dienstleistungen vorangetrieben, sie unterstützte Pipelines, Staudämme und Goldminen, gleichzeitig forderte sie von den armen Ländern deren Kommerzialisierung von Land und Wasser, die Öffnung von Agrarmärkten für Billigimporte. Von einer Armutsbekämpfung kann keine Rede sein, sondern viel eher von einer erheblichen Verletzung des Menschenrechts auf Nahrung.

Haben die Weltbank zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWO) als Sonderorganisationen der Vereinten Nationen etwa sich zu Gehilfen reicher Industrienationen hinreißen lassen? Wenn wir uns die Folgen der Verfehlungen der letzten Jahrzehnte betrachten, kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen.

Längere Arbeitszeiten schaffen lediglich neue Probleme

Letztlich gibt es nur noch Argumente gegen längere Arbeitszeiten. Oftmals soll längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich stattfinden, doch genau dies vernichtet tatsächlich nicht nur Arbeitsplätze, sondern bedeutet darüber hinaus Lohnkürzung. Während der Arbeitgeber dann von sinkenden Produktionskosten profitiert, wird das Stundengeld gleichzeitig reduziert.

Auch bedeutet es, daß die Familien wieder unter längerer Arbeitszeit zu leiden haben, wobei erst recht Frauen aus dem Erwerbsleben eher gedrängt werden, sie noch mehr sich mit Teilzeit- und Minijobs zu begnügen haben. Und der gesundheitliche Aspekt muß berücksichtigt werden, wer länger arbeitet, kann sich weniger regenerieren, wird daher eher krank, wobei dann im Alter die Pflegfallrate steigen wird. Selbst die Produktivität sinkt mit dieser Maßnahme, weil Mensch eben keine Maschine ist, sondern bei höherer Arbeitsdauer die Energiereserven sich schneller aufbrauchen, die Leistung sinkt und sogar die Fehlerquote steigt.

Was steckt hinter einer solchen Forderung?

Solange die Politik sich aufgrund solch undurchdachter Vorschläge, wie der von der Weltbank, gängeln und beeinflussen läßt, werden die Menschen über kurz oder lang die Folgen zu ertragen haben. Es liegt aber auch an den Völkern selbst, endlich mal sich darüber im Klaren zu sein, wohin die „Reise geht“. Nämlich zu einer feudalen Herrschaftselite, der es völlig egal zu sein scheint, ob die Menschen angesichts einer solch verfehlten Politik zu leiden haben, Hauptsache ihre eigenen Interessen bleiben insoweit bewahrt, daß sie ein sorgenfreies Leben genießen dürfen im nimmersatten Materialismus.

Da wir alle uns in gegenseitiger Abhängigkeit befinden, liegt es gleichzeitig dennoch an uns, inwieweit der Bogen der Dekadenz gespannt bleiben darf. Früher gab es diese Mittel der Informationen kaum bis gar nicht – heute sind sie nachlesbar, also lautet der Auftrag: begreifen, fordern und verändern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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