Irina Slawinas Selbstmord offenbart Putins diktatorischen Kurs


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Keine Kunst und Opposition in Russland

Während alle Welt diesen cholerisch narzißtischen Trump beobachtet und kommentiert, vollzieht sich in Russland der Alltag, den die Menschen bereits seit Jahrhunderten durchleiden müssen. Das Diktat von oben beherrscht ein Volk, welches vom Zarismus, Stalinismus und angeblichen Kommunismus bis hin zum Putinismus nichts anderes kennt, als die Füße still zu halten, will es keine Repressalien durchleben.

Wer aufmuckt, wird verfolgt, verprügelt, eingesperrt oder schlichtweg ermordet. Wer all das nicht mehr aushält, bringt sich aus Verzweiflung um so wie die russische Journalistin Irina Slawina, die sich gestern verbrannte.

Es gibt keine Freiheit ohne gegenseitiges Verständnis

Um hier ganz gezielt Albert Camus‘ Zitat zu benutzen. Doch wie können wir Verständnis für einen Autokraten und Despoten wie Wladimir Putin haben, der jedwede kulturelle Vielfalt im Keim ersticken läßt, die Opposition mit all seiner Erfahrung aus KGB-Zeiten bekämpft? Es kann nicht funktionieren trotz aller Bemühungen, die durchaus täglich stattfinden.

Irina Slawina hat ihren Kampf verloren, Licht ins Dunkel der Kreml-Machenschaften zu bringen. Wer die eigene Familie, Mann und Tochter hinter sich läßt, den Mut aufbringt, sich selbst zu verbrennen, dessen Leid muß gewaltig sein, um eine solche Verzweiflungstat auszuüben. „В моей смерти прошу винить Российскую Федерацию.“, übersetzt: Ich bitte euch, die Russische Föderation für meinen Tod verantwortlich zu machen, schrieb sie gestern in ihrem Facebook-Account kurz vor ihrem Tod. Deutlicher kann man das kaum auf den Punkt gebracht ausdrücken!

Trostlosigkeit vermitteln alle Regime und Diktaturen

Genau das gilt leider auch für Russland, in dem Wladimir Putin regiert, dessen Herrschaftsgehabe soweit das Auge reicht. Alexej Nawalny konnte dem Tod gerade noch rechtzeitig von der Schippe springen, für Irina Slawina war es leider zu spät, sie hielt den Druck nicht mehr aus.

Schon mal darüber nachgedacht, warum wir keine kulturelle Vielfalt in Russland erleben dürfen? Wo sind die freien Maler, Schriftsteller, Musiker? Wo? Falls doch welche es wagen, auf sich aufmerksam zu machen, sterben sie unverhofft wie z.B. der Rockmusiker Wiktor Zoi oder werden unverhältnismäßig bestraft so wie Pussy Riot.

„Es gibt keine Grenzen. Weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.“ (Ingmar Bergmann)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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2 Antworten zu Irina Slawinas Selbstmord offenbart Putins diktatorischen Kurs

  1. Rosemarie Fischer schreibt:

    „Jeder Artikel, jeder Text spiegelt im Grunde genommen eine Meinung wieder. Natürlich bedarf es einer ausführlichen Recherche, viel Hintergrundwissen, wer über bestimmte Themen schreibt, dazu gesellt sich Lebenserfahrung, eine unbedingte Neugier das Wesentliche zu erfassen “
    Das kann ich nur bejahen, ABER : dieser Artikel über Irinas Selbsmord entspricht dem in keiner Weise!
    Ich bin sehr oft in Russland, Sibirien, kenne Land und Leute seit über 30 Jahren, habe bis heute alle politischen Wechsel, Umbrüche hautnah mit erlebt, habe dort einen großen breitgestreuten Freundeskreis , auch was die Berufe angeht; spreche und verstehe die russische Sprache, glaube nur das, was ich sehe und begreife, und wohne während meiner vielen Aufenthalte im Land dort in einem Dorf , welches in den Sommermonaten fast überwiegend von Künstlern der verschiedensten KunstRichtungen bewohnt wird, ich kenne auch die Künstler in der Großstadt; ich kenne ihre Werke und auch deren politische Einstellungen, doch was Sie da über die „Kunst und Opposition“ in Russland schreiben, das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen! Auch ich bin kritisch nicht nur unserer deutschen ,amerikanischen, französischen und auch russischen Politik gegenüber, und ich schaue da überall sehr genau hin , ich habe seit 30 Jahren genügend Hintergrundwissen und bezüglich Russland auch eine große Lebenserfahrung, die mir sehr zugute kommt, doch Ihr hier genannter Satz : „Wer aufmuckt, wird verfolgt, verprügelt, eingesperrt oder schlichtweg ermordet. Wer all das nicht mehr aushält, bringt sich aus Verzweiflung um so wie die russische Journalistin Irina Slawina, die sich gestern verbrannte.“ zeigt mir, daß es Ihnen doch anscheinend an sehr (!) viel Hintergrundwissen fehlt und sich die „ausführliche Recherche“ Ihrerseits nur auf Veröffentlichungen aus der deutschen Presse (z.Bsp.FAZ) bezieht. Würden Sie Russland und seine Künstler (und Oppositionellen) wirklich (!) kennen, wären Sie DA einmal neugierig, dann würden Sie feststellen, daß vieles in Ihrer Aussage jeglicher Grundlage entbehrt! Auch wenn Sie mich jetzt für eine „Putinistin“ halten, ist das fehlgedacht! Nur finde ich , Ihre Aussage über die russische Künstlerszene sowie auch über die „Opposition“ mag IHRE ganz persönliche Meinung sein, doch sie entspricht in keinster Weise der Ansicht meiner russischen Künstlerfreunde – und wie Sie vielleicht wissen: Künstler sind überall -auch in Russland! – freiheitsliebende, freidenkende, gerne auch kritische Menschen und das finden sie auch in ihrem Heimatland, Russland! MfG Rosemarie Fischer

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  2. hraban57 schreibt:

    Selbstverständlich spiegeln Texte die Meinung wider, außer Frage. Was Ihr Kommentar zu übersehen scheint, ist die banale Behauptung, mir würde Hintergrundwissen fehlen, ich schöpfe aus der deutschen Presse. Gleichzeitig verpassen Sie mir eine Kritik, die mit absoluten Phrasen auftritt, von wegen „entspricht in kein(ster)er Weise“… das „keinster“ übersehe ich mal höflich. Es bedarf gar keiner Recherche, um nüchtern festzustellen, daß in Russland Angst und Zäsur an der Tagesordnung sind. Ihre russischen Künstlerfreunde mögen sich arrangiert haben, kritiklos Putin „dienen“. Das spielt sich in sämtlichen Diktaturen so ab, wie es auch im Nazi-Deutschland so stattfand. Ganz besonders Ingmar Bermanns Zitat weist auf das Wesentliche meines kurzen Artikels hin. Wer die Augen vor dieser Realität in Russland verschließt, möge weiterhin in seinen Luftschlössern schwelgen. Ich ziehe es vor, die Mißstände weiterhin beim Namen zu nennen.

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