Armut und Reichtum Gegensätze menschlicher Schwäche


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Bild von Peter H auf Pixabay

Raffgier verursacht unser aller Leid

Der Letzte macht das Licht aus, endgültig, für immer und ewig, um selbst dem Tode entgegenzublicken. Vielleicht noch wissend, warum es so weit kommen mußte. Mensch, am Ende seiner Tage angelangt, feststellen muß, daß trotz seines Verstandes, seines Genies schließlich eine ureigene, einem Krebsgeschwür gleichende Eigenart sich durchsetzt: die Raffgier. Die wiederum unser aller Leid bedingt.

Daraus entstehend Armut und Reichtum, Gegensätze menschlicher Schwäche, die den Erdenball über Tausende von Jahren in einen lebensbedrohlichen Bann ziehen, maßgeblich und folgenschwer zu Kriegen führt, ein bis heute anhaltender Zustand, ein Kreislauf, der sämtliches Leben ständig gefährdet. Aber Mensch schaut oftmals der Ohnmacht nahe einfach zu, läßt gewähren, die eigene Angst im Nacken ihn lähmend hindert, beherzt einzuschreiten.

Während die große Mehrheit der Menschheit tagtäglich im Hamsterrad der Abhängigkeiten versucht, ein halbwegs erträgliches Leben zu führen, dabei etliche Millionen schlicht verrecken, läßt eine bestimmte Klientel es sich vortrefflich, ausschweifend gutgehen: die Reichen bis Superreichen. Maßlosigkeit zeichnet sie besonders aus, den Blick für die Realität gänzlich verloren in ihrem Rausch materieller Annehmlichkeiten.

Welch blanker Hohn blickt all jenen entgegen, die demutsvoll wispernd Burgen und Schlösser besichtigen, die Rückzugsorte der Herrschenden, die es sich dort fürstlich gutgehen ließen, während das gemeine Volk ihnen dienlich zu gehorchen hatte, schutz- und rechtlos ausgeliefert war. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aus den Schlössern wurden gut geschützte, speziell eingezäunte Villen und Prunkbauten, derselbe Luxus badet und wähnt sich in gewisser Selbstverständlichkeit einer unabdingbaren Berechtigung, die Mitmenschen zu knechten, spüren zu lassen, inwieweit Überreichtum eigenen Gesetzen folgen darf.

Mitten im Ländle, in dem ohnehin viele deutsche Dichter und Denker geboren wurden und der Welt ihre Erkenntnisse hinterließen, ging einst der große deutsche Dichter, Philosoph und Historiker Friedrich Schiller hervor, der sehr zutreffend mal formulierte:

„Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“

In jenen Worten steckt die ganze Misere einer abgehobenen Herrscherklasse, die keineswegs auch nur ansatzweise bereit ist, ihre langjährige Macht abzugeben, mit dem Volke zu teilen. Im Grunde beinhalten seine Worte die ganze Tragik, die brutale Pattsituation, die gar am Ende in die Zerstörung des Menschseins mündet. Wenn alles zerstört, die Knechte der Reichen gestorben, verlieren jene ihr eigenes, wohlgefälliges Leben.

Die Essenz der Raffgier beinhaltet nämlich exakt jenes Verhalten, was zu so viel Leid auf Erden beiträgt. Erst wenn Mensch einmal verstanden hat, was er schleunigst abschalten, ausmerzen sollte, hat er überhaupt eine Chance zu überleben. Verpaßt er dies, geht der Kreislauf, die Unterjochung erbarmungslos weiter, folgen Krieg und Elend.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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