FFF und Robin Wood fordern Baustopp des Kohlekraftwerks Rampal


Know-how von Firma Fichtner schützt angeblich Mangrovenwälder Sundarbans

Die menschliche Arroganz und Gleichgültigkeit scheint schier grenzenlos zu sein, ganz besonders der Natur und Umwelt gegenüber. Was interessieren weitreichende Belange, wenn stets Profite locken. Mit derselben Einstellung begreift sich auch die Ingenieur- und Beratungs-Unternehmens Fichtner GmbH & Co. KG, die tatsächlich meint, sie verhindere mit ihrem Wissen, daß die am geplanten Kohlekraftwerk Rampal angrenzenden Sundarbans eben nicht in Mitleidenschaft gezogen würden.

Was für ein Widerspruch in sich, Deutschland schafft zum Schutz des Klimawandels Kohlekraftwerke ab, während weltweit und somit auch in Bangladesch diese einfach gebaut werden sollen. Ein Umweltverbrechen sondergleichen im Sumpf der Sundarbans. Wobei der Sumpf gar als geflügeltes Wort gleichzeitig die Dreistigkeit unterstreicht, mit der hierbei argumentiert wird.

Proteste von Klimaaktivist*innen zeigen Wirkung

Da haben sich Gleichgesinnte clever zusammengetan, Fridays for Future und ROBIN WOOD machten sich am Montag Luft, Klimazerstörung made in Stuttgart geht gar nicht, es wird der Rückzug des Stuttgarter Unternehmens Fichtner aus Kohlekraftwerksprojekt in Bangladesch gefordert.

Vor Ort erläuterte die aus Bangladesch stammende Aktivistin Tonny Nowshin, das ohnehin schon von der Klimakatastrophe stark betroffene Bangladesch würde vom Kohlekraftwerk gefährdet werden genauso wie die angrenzenden Mangrovenwälder. Ebenso leiste der Transport der täglich benötigten 12.000 Tonnen Kohle seinen umweltbelastenden Anteil. Wenigstens haben inzwischen sowohl europäische Banken wie auch norwegische Pensionsfonds die Finanzierung des Projektes aufgekündigt. Ein kleiner Lichtblick am Horizont.

Für FFF auch ein Hinweis zum sechsten globalen Klimastreik – reicht Nowshins Internetpetition?

Der jetzt am Freitag, dem 25. September, stattfinden wird, selbstverständlich Corona-konform, versteht sich von selbst. Dabei wird betont, beim EU-Gipfel im Herbst bietet sich die Gelegenheit. Das Kohle-Gesetz der Großen Koalition verpaßt die Chance zum notwendigen Kohleausstieg, wer dermaßen halbherzig handelt, darf sich nicht wundern, wenn entsprechender Protest aufkommt.

Ob Tonny Nowshins Internetpetition Früchte trägt, wird sich schon bald herausstellen, eine erste Stellungnahme seitens Fichtner zum Projekt Rampal verdeutlicht bereits deren Argumentation, die drei bekannten Dimensionen angeblicher Nachhaltigkeit werden vorgeschoben: Soziales, Umwelt, Wirtschaft, allesamt gleichermaßen. In Wirklichkeit leiden Umwelt und soziale Belange, der Wirtschaft gilt das größte Augenmerk.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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