Techtelmechtel zwischen Gesetzgeber und Wirtschaft entlarvt


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Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0 de

Verunsichert – Alles Gute für die Zukunft

Allseits bekannt, jener Filmstoff, der einmal mehr aufzeigt, mit welchen Mitteln Versicherungen sich vorm Zahlen drücken, eiskalt in gerichtlichen Instanzen Geprellte zurückschrecken sollen, weil sie dies ohnehin nicht durchhalten können, ihnen schlichtweg der längere Atem fehlt bzw. die Kosten für teure Anwälte.

In diesem Fall nach wahren Begebenheiten, im ARD-Film Verunsichert – Alles Gute für die Zukunft, unter der Regie von Drehbuchautor Jörg Lühdorff, gewinnt am Ende Franziska Schlüter, ehemalige Mitarbeiterin der Aescuria-Versicherung, als Anwältin einen Prozeß von Geprellten, um dem Zuschauer schließlich mit auf dem Weg zu geben, daß die Bundesregierung bis zum heutigen Tag keiner Gesetzesänderung zustimmt, in der Versicherungen in Beweislast treten sollten, statt Versicherten zuzumuten, die Rechtmäßigkeit ihrer Forderungen beweisen zu müssen.

Die FAZ in einem Plädoyer für Versicherungen?

Natürlich kann man Filme verreißen, sich gar über sie lustig machen, das gehört mit zum Handwerk des Feuilletons, so daß ganz besonders in Filmkritiken auch oftmals mit harten Bandagen ausgeteilt wird. Trotzdem sollte man auf dem Boden der Tatsachen verweilen und nicht maßlos überzogen auftreten.

Dazu ließ sich aber Oliver Jungen hinreißen in dessen Kritik Des Räubers künstlerische Freiheit, die obendrein dem Film gleich zu Beginn eine Seriosität unterstellt bei der Frage, inwieweit die „wahre Begebenheit“ als tragendes Fundament greift. Erbsenzähler zählen Erbsen, Filmkritiker können schon mal das Haar in der Suppe suchen, aber bitte mit der gebotenen Fairneß. Die vermißt der kritische Leser, denn der Artikel liest sich wie ein Plädoyer für hart angegriffene Versicherungen, wo doch die Versicherten im realen Leben schon genug verprellt werden.

Beim Zuschauer stehen die Haare zu Berge

Der ein oder andere dürfte ein Aha-Erlebnis bei den 128 Filmminuten haben, wenigstens der WDR nähert sich dem Thema mit gebotenem Respekt, in dem schlichtweg der Regisseur selbst interviewt wird, „Jörg Lühdorff geht es nicht um den erhobenen Zeigefinger.“

Gut so, dafür ist das Thema nicht nur viel zu dramatisch und wichtig, obendrein darf jene Klientel der Versicherungen nicht nonstop davonkommen. Die Brisanz der nahezu verbrecherischen Machenschaften stinkt ohnehin gen Himmel. Selbstverständlich steht vorwurfsvoll im Raum, daß die verantwortliche Politik weiterhin viel zu unschlüssig agiert. Immer wenn viel Geld im Spiel, was längst an Korruption denken läßt, manche Tasche füllt sich auf wunderbare Weise, sollten Alarmglocken schrillen, die sofort abzustellen sind.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Film

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