Europa zeigt Flüchtlingen nach Moria-Katastrophe kalte Schulter


Der Geist rechtsradikaler Gesinnung kehrt nicht zurück in seine Flasche

Die bösartige Saat geht nicht nur auf, sie hat sich inzwischen ziemlich umfänglich ausgebreitet bis hinein in verborgene Winkel Europas. Von Nord nach Süd oder West nach Ost, people hate people even when they are lost. Die Perversion des Kapitalismus hofiert das rechtsradikale Gedankengut, weil dessen Profitsucht Kriege hervorruft, Menschen als Flüchtlinge auf der Strecke bleiben oder im Mittelmeer ertrinken!

Während beherzte Menschen sich engagieren, und sei es eine Rettungskette zum Mittelmeer, schaut Europa nahezu tatenlos zu, wie in Griechenland eines der größten Flüchtlingslager entsteht, Uneinigkeit jene Entwicklung fördert, bis schließlich dort ein Feuer ausbricht, welches Migranten gelegt haben sollen, die griechische Polizei vor Ort hingegen jegliche Hilfe zu verhindern versucht. Was für eine menschenverachtende Haltung!

Moria-Debatte birgt neben aller Brutalität etwa reale Chancen?

Die Verteufelung von Flüchtlingen hat längst den Siegeszug erhalten, den bestimmte politische Kräfte sich nur erträumen vermochten, das schlägt sich ganz besonders in Wahlen nieder, so daß selbst im ehemaligen Nazi-Deutschland Nazis im Deutschen Bundestag platzieren dürfen, knapp 13 Prozent der Wählerschaft genau dies ermöglichte.

Viel Ablehnung, wenig Solidarität, tituliert der Spiegel die grausame Verachtung, die sich in Europa entwickelt hat, mit der Katastrophe von Moria erlangt sie traurige Gewißheit, Zeugnis einer kaltschnäuzigen Gesellschaft, die die Ursachen jener Flüchtlingsströme schlichtweg ausblendet, um Flüchtlinge selbst zu kriminalisieren. Welch simple Unlogik, die obendrein eigene Verbrechen bieder hinten anstellt.

Birgt die Moria-Debatte etwa reale Chancen der Rückbesinnung, was fortwährend versäumt wurde, um es diesmal besser zu machen? Falls ja, sollte nicht wieder zögerlich agiert werden.

Manche Lippenbekenntnisse ohne durchgreifende Initiativen

Anstatt endlich die Lage als das zu betrachten, was sie all die Zeit zuvor ohnehin war, ein heillos überfülltes Flüchtlingslager, welches hätte längst aufgelöst sein müssen, um den Menschen direkt real zu helfen, zogen es politisch Verantwortliche vor, letztendlich tatenlos die Betroffenen ihrem Schicksal zu überlassen. Das konnte somit nicht gutgehen.

Besonders widerlich offenbart sich mal wieder die Einstellung des Ostens und Polens. Ausgerechnet die Länder, die einen wesentlichen Anteil an der Katastrophe mit zu verantworten haben durch ihre EU-Blockadepolitik, Neuankömmlinge in ihren Ländern mit zu verteilen. Wann reagiert endlich die EU entsprechend, statt diesen Ländern weiterhin EU-Gelder zukommen zu lassen? Da paßt manches nicht zusammen, vor allem suhlen sich rechtsradikale Gesellen in ihrer boshaften Haltung, den Migranten es zu zeigen, während verächtlich bezeichnete „Gutmenschen“ schlichtweg verhöhnt werden. Eine stillhaltende Gesellschaft, die nicht eindringlich genug jenen Rechtsextremisten die Stirn bietet, darf sich nicht wundern, wenn am Ende deren „Ohnmacht“ ausgenutzt wird. Nichts aus der Geschichte gelernt?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes   

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