Arbeitszeiten – Einbußen durchs Pendeln


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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Folgen des Globalismus

Früher war alles ganz anders, die Menschen hatten viel mehr Zeit füreinander, keine Schnellebigkeit diktierte die Freizeit zwischen Arbeit und Schlaf. Natürlich kann man jetzt argumentieren, es gab mal eine 48-Stunden-Woche, somit war Samstagsarbeit etwas vollkommen Normales, wobei real etliche heutzutage längst wieder dabei sind, so viele Wochenarbeitsstunden und wesentlich mehr zu leisten, oftmals sogar unentgeltlich, schließlich will man ja nicht den schwer errungenen Job verlieren.

Und was nimmt Arbeitnehmer nicht alles an „verlängerte“ Arbeitszeiten in Kauf, um sogar Einbußen durchs Pendeln hinzunehmen, die durchaus mit als Folgen des Globalismus zu interpretieren sind?!

Autolobby in trauter Eintracht, um Freizeitvergnügen mit Arbeit zu verbinden?

Ganze Industrien profitieren von des Menschen Wünschen, Vorstellungen der Flexibilität, dem Freizeitvergnügen. Am Ende doch die alten Zeiten einer Ortsabhängigkeit letztlich wesentlich gesünder im Sinne der Muße, den Faktor Pendlerstreß von vornherein ausklammernd? Ganz so drastisch sollte man eine stattgefundene Entwicklung, die über Jahrzehnte längst den Alltag gestaltend bestimmt, nicht unbedingt abwerten. Aber die geifernde Klientel des Fortbewegungsmittels Nummer Eins tanzt nur allzu gern ums Goldene Kalb, weil der Profit beim Automobil so verheißungsvoll. Alles hat seinen Preis, erst recht das Autofahren in Abhängigkeit mit dem Arbeitsplatz.

Welche herrlich sinnmachende Verbindungen, die da im Laufe der Zeit entstanden, könnte man kritisch, ein wenig zynisch bemerken, obwohl dennoch sogar Vorteile vorhanden. Wer möchte nicht schnell von Punkt A nach Punkt B gelangen, zeitsparend auf öffentliche Verkehrsmittel nicht angewiesen sein, obwohl mancher Stau exakt das Gegenteil bewirkt, denken wir an schnelle U-Bahnverbindungen in Großstädten? Und trotzdem nehmen wir sämtliche Strapazen der Fortbewegung in Kauf, richtet sich das Leben nach Arbeitsplatz und Freizeitvergnügen.

Befristete Jobs verhindern Wohnortwechsel – Krankheiten vorprogrammiert

Die Arbeitswelt entpuppt sich als äußerst dramatisches Diktat, wenn wir bedenken, inwieweit viele längst in sklavenartiger Abhängigkeit sich befinden, weil befristete Jobs einen vorteilhafteren Wohnortwechsel verhindern, um täglich längere Pendelzeiten zu vermeiden. Wer zieht schon gern einfach mal jedes Jahr um? Und solche Jobs gibt es durchaus, wo nach einem Jahr keine Verlängerung winkt. Kein Wunder, daß Menschen sich einrichten, arrangieren, den Streß auf dem Arbeitsweg in Kauf nehmen. Pendeln kann nicht nur krank machen, auf Dauer sind Krankheiten mehr oder weniger vorprogrammiert.

Vielleicht können Singles oder manche Pärchen noch damit klarkommen, ohne daß die Beziehung leidet, aber spätestens in Familien mit Kindern zeigen sich die unübersehbaren Defizite, wenn Partner sowie Kinder die Abwesenden vermissen und umgekehrt, eine Entfremdung zunehmend wächst. Stehen bei solcher Bemerkung all die Trucker und Montagearbeitenden auf der Matte, um ihr Leid einerseits zu klagen, andererseits achselzuckend zu bemerken, es gäbe keine Alternative, außer dem Jobverlust? Insofern haben sie durchaus Recht, es gibt immer Ausnahmen und Betroffene, die damit leben müssen, sogar ein Stückweit zurechtkommen mögen.

Der Preis ist sehr hoch – ein Umdenken daher erforderlich

Gesamtwirtschaftlich betrachtet, stehen die eigentlichen Schäden, die durch das lange Pendeln verursacht werden, zusammen mit den daraus entstehenden Risiken und Krankheitsfolgen in einem widersprüchlichen Verhältnis, was somit ein Umdenken anmahnt. Aber wer nimmt das schon wahr angesichts einer immer rasanter sich entwickelnden Wirtschaftswelt, in der Mensch kaum bis gar nicht berücksichtigt, sondern sich alles nach dem schnellen Profit richtet? Grund genug, solche Mißstände zu benennen, aber auch Alternativen aufzuzeigen, die es auf alle Fälle gibt!

Mit einer radikalen Änderung des Bildungssystems, zugunsten einer Wirtschaft nach loyalem Gemeinschaftsprinzip, gibt es längst die richtigen Ansätze, man muß sie aber hingegen mutig angehen, will man eine reale Veränderung und somit Verbesserung für alle Betroffenen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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