Mediengerangel ums goldene Kalb für gesättigte Konsumenten


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Simple Manipulation funktioniert meistens

Reizend, diese Medienschlachten um die Gunst der Stunde. Und wie sie sich tummeln, hofierend, einander beweihräuchernd im Scheinwerferlicht sich zurechtrückend mit all ihren Botschaften, die so schön rhetorisch daherkommen, beinahe auswendiggelernt wirkend.

Gäste der Talkrunden hauptsächlich freitagabendlich auf den Mattscheiben der Fernsehsender, Interviews gebend im Buntblattwald, manchmal auch in seriös wirkendenden Zeitschriften und Zeitungen. Alles hat ihre Berechtigung, seinen tieferen Sinn, weil nichts dem Zufall überlassen.

Einzelne Persönlichkeiten verkörpern Formate, die gut bezahlt Millionen erreichen, wobei die Inhalte der Themen nicht den Auftrag haben, wirklich eine Gesellschaft zum Nachdenken anzuregen, der Unterhaltungswert steht im Vordergrund. So fragt sich der aufmerksame Kritiker: Was soll das? Bürger haben sich damit abzufinden oder einfach die Medien zu meiden, die gut verpackt Nichtigkeiten austauschen. Mal wieder ein Buch entdecken, mit dem Nachbarn statt zu streiten, einen längeren Plausch wagen? Das könnte fruchten und höchst dienlich sein im friedlichen Miteinander. Die aufgesetzten Meinungen der ewig gleichen Gesichter oder Rubriken beginnen fad daherzukommen, wer es noch bemerkt. Ein Spiegelbild einer müden, längst passiven Medienwelt so gänzlich glanzlos und durchschaubar simpel gestrickt?

Was spricht dagegen, es besser zu gestalten? Es liegt nur an uns allen. Wagen wir ein Experiment der unverblümten, vor allem kindlichen Wirklichkeit,  die so viel näher am eigentlichen Geschehen im Gegensatz zu uns nimmersatten Informationskonsumenten. Auflagen und Einschaltquoten – ade!  Einfach mal weg- und auslassen, eine Zeitlang zumindest. Und das als Protest, um diejenigen nachdenklich zu  stimmen, die meinen, sie könnten uns ewiglich verschaukeln. Eine neue Idee? Mitnichten – im Film Free Rainer – Dein Fernseher lügt beschäftigten sich die Drehbuchautoren Katharina Held und Hans Weingartner um diese Thematik der „faulen Tricks“ am Volk vorbei.

Jetzt gilt es aber darüber hinaus, es besser zu machen, zu gestalten. Finden wir zurück in unsere nächste Umgebung, da wir ja nicht mehr „abgelenkt“ sind, schauen wir wieder hin, erwacht aus Blindheit und Taubheit, der Empfindungslosigkeit nach jahrelanger Abstumpfung, weil uns so vieles „vorgekaut“. Bilden wir uns selbst eine Meinung aus dem unmittelbar Geschehenen, ohne dies zu verfremden, damit die Masse es mediengerecht „schluckt“!

Die Manipulation wird dabei eine Weile lang gestoppt, unterbrochen. Das kann, nein, das wird fruchtbar sein in Ihren Gedanken, weil Sie wieder lernen, selbstständig hinzuschauen und vor allem nicht weggucken, sich nicht wegducken vor dem Geschehenen. Wer aufmerksamer lebt, bemerkt auch mehr um sich herum. Egal wie lange dieser Zustand anhalten sollte, schon nach kurzer Zeit wird der Unterschied deutlich werden. Diese Ruhe, dieser Abstand und vor allem die sich einstellende Gelassenheit dem „neuen“, anderen Leben gegenüber. Mediengerangel kann auch mal wegbleiben, wie Sie sehen. Genießen Sie es, solange Sie wollen.

Und wenn nach einer Weile, zurück in der Welt der vielen Reizüberflutungen mal wieder die Rückbesinnung einkehrt, erinnern Sie sich an diese Zeilen und lassen sich einfach darauf ein.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Medienschelte

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